Es ist Mai 2025, der Rasen schreit nach Aufmerksamkeit. Passend dazu hat Ecovacs Anfang des Jahres neue Rasenmähroboter veröffentlicht. Nachdem ich zuletzt im Test zum GOAT O800 RTK überzeugt wurde, habe ich mir jetzt den GOAT O500 Panorama vorgeknöpft.
Er verzichtet ebenfalls auf das lästige Begrenzungskabel und kommt sogar ohne RTK-Antenne aus. Statt sich mit Satelliten zu orten, setzt er auf allerhand Kameras: Eine Panorama- sowie eine Fischaugenkamera gepaart mit einer Art 3D-Laser.
Das soll ihn besonders agil in komplexen Gärten mit vielen Bäumen und schattigen Ecken machen, wo andere schon mal die Orientierung verlieren. Außerdem hat er eine schlaue 3D-Kamera mit Künstlicher Intelligenz, um Hindernisse zu erkennen.
Das alles zu einem Preis unter 900 Euro UVP klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Ich hatte den GOAT O500 Panorama mehrere Wochen lang im Einsatz und kann sagen: Er gehört zu den besten Mährobotern, die ich getestet habe.
Transparenzhinweis: Ecovacs hat mir den GOAT O500 Panorama für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und erhielt keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Lieferumfang & Design
Der Ecovacs GOAT O500 Panorama wird mit allem geliefert, was man für den Start benötigt:
- der Mähroboter selbst
- die Ladestation (inklusive kleine Abdeckung und Schrauben zur Befestigung im Boden)
- ein Netzteil und Verlängerungskabel für die Station
- ein paar Ersatzklingen
- eine Bedienungsanleitung
Im Gegensatz zum O800 RTK fehlt hier die externe RTK-Antenne, da die Navigation rein optisch und sensorbasiert erfolgt. Ansonsten gilt dasselbe wie beim großen Bruder. Die Verarbeitung ist top, das Gerät wirkt robust – nichts klappert oder wackelt.
Die Abmessungen sind mit 60 x 40 x 27,6 cm kompakt. Erhältlich ist er nur in Weiß, was einigen sauer aufstoßen könnte. Denn Pollen, Blattläuse oder auch Abnutzungserscheinen sind am Gehäuse deutlich sichtbar. Ich mag das Design aber lieber als andere Modelle mit grellen Farben.
Installation & Einrichtung: Einfacher geht es nicht
Die Einrichtung des GOAT O500 Panorama ist dank des Verzichts Draht oder Antennen kinderleicht. Entscheidend ist lediglich ein stabiles WLAN für Kartendaten, Updates und App-Kommunikation.
Habt ihr Internetzugang in eurem Garten, braucht ihr lediglich die Ladestation anzuschließen und den Roboter mit der Ecovacs Home App zu koppeln. Die Kartierung erfolgt bei Bedarf automatisch oder manuell mit Joysticks in der App, indem ihr den Roboter einmal am Rasenrand entlangführt.
Die automatische Kartierung funktioniert dabei erstaunlich gut und lässt sich sogar während des Prozesses via Zurückspulen korrigieren, obschon die manuelle Kartierung oft die saubersten Ergebnisse liefert.
Nach dem initialen Kartieren fährt der O500 den Garten noch einmal komplett ab, um ihn sozusagen kennenzulernen. Hierbei wurden in meinem Test alle größeren Hindernisse wie Koniferen, das Klettergerüst meines Sohnes und die Feuerschalenmöbel zuverlässig erfasst.
Für zusätzliche Sicherheit – oder falls man bestimmten Blümchen Asyl gewähren möchte – lassen sich Mähbereiche sowie No-Go-Zonen in der App festlegen.
Jeder Schritt wird in der App mit Bildern und Videos begleitet. Fehler können hier kaum passieren. Die gesamte Ersteinrichtung dauert je nach Gartenbeschaffenheit nur 15-20 Minuten und ist auch für Laien kein Problem. Noch einsteigerfreundlicher kann ein Mähroboter kaum sein.
So habe ich getestet
Ich habe den GOAT O500 sowohl in einem Kleinstgarten (50 m²) mit engen Passagen als auch auf einem größeren Grundstück (ca. 600 m²) für rund zwei Wochen getestet.
- Mähen bei verschiedenen Wetterbedingungen: trocken, feucht und leicht regnerisch.
- Mähtest auf insg. 650 m² Rasen, inklusive enger Passagen, Steigungen und Rasenkanten.
- Hinderniserkennung mit Bällen, Spielzeug meines Sohnes und Kleinsthindernissen.
Spezifikationen
Maße Roboter: 60 x 40 x 27,6 Zentimeter
Maße Ladestation: 70,6 x 43 x 32,7 Zentimeter
Gewicht Roboter: 11 kg
Begrenzungen: Ohne Kabel, ohne RTK-Station
Arbeitsbereich: Bis 500 m²
Effizienz: 120 m²/h
Schnitthöhe: 3 bis 8 Zentimeter manuell einstellbar
Schnittbreite: 22 Zentimeter
Maximale Hangleistung: 45 Prozent / 24 Grad
Ladezeit: 100 Minuten
Akkulaufzeit: 65 Minuten
Wasserdicht: IPX6
Navigation: LELS™ Panorama 360° Visual-Navigation (3D-ToF LiDAR, VSLAM, Kamera)
Hinderniserkennung: AIVI 3D (AI-Kamera & 3D-ToF-LiDAR)
Minimale Durchfahrtsbreite: 70 cm
Farbe: Weiß
Preis und Verfügbarkeit
Der GOAT O500 Panorama ist ab sofort zu einer UVP von 899 Euro bei diversen Anbietern erhältlich. Der Preis liegt mittlerweile je nach Händler bereits bei 750 Euro.
Navigation und Hinderniserkennung: Der mit der Kamera tanzt
Das Herzstück des O500 Panorama ist seine VSLAM-Navigation in Kombination mit der 360°-Panorama-Kamera, einer Fischaugenkamera und einem 3D-ToF-LiDAR-Sensor. Klingt kompliziert, bedeutet aber: Der Roboter sieht, wo er sich befindet und was um ihn herum passiert.
Diese Kombination ermöglicht eine präzise Orientierung auch ohne Satellitensignale und funktioniert beinahe genauso gut wie beim größeren Bruder O800 RTK, nur eben ohne externe Antenne. Das macht ihn besonders für Gärten mit viel Baumbestand oder Abschattung interessant.
So gut funktioniert die Navigation: Der O500 Panorama navigiert beeindruckend souverän. Er fährt den Rasen in systematischen, geraden Bahnen ab, was nicht nur ordentlich aussieht, sondern auch sicherstellt, dass keine Stelle vergessen wird.
Enge Passagen meisterte er in meinem Test ohne Probleme, und festgefahren hat er sich nur ein einziges Mal an der Rutsche unseres Klettergerüstes. Die Navigation wirkt durchdacht und zuverlässig, auch wenn die Präzision vielleicht nicht ganz an die Zentimetergenauigkeit eines RTK-Systems heranreicht – für ein sauberes Schnittbild ist sie aber mehr als ausreichend.
Die Hinderniserkennung leistet ebenfalls gute Arbeit. Größere Objekte wie Gartenmöbel oder Spielzeug wurden im Test zuverlässig erkannt und umfahren. Dennoch rempelt er Hindernisse manchmal leicht an, wie zum Beispiel meine Feuerschale, obwohl er sie prinzipiell erkennt.
Kleinstobjekte wie Badelatschen oder Gartenschläuche werden trotz KI nicht immer zu 100 Prozent erkannt. Diese Funktion befindet sich laut Hersteller aber auch noch im Beta-Stadium, und fairerweise sollte ein Rasenmäher ohnehin nicht durch einen unaufgeräumten Garten navigieren müssen, der aussieht wie nach einer Kindergeburtstagsexplosion.
Größere Hindernisse erkennt der O500 in der Regel problemlos, rempelt diese aber trotzdem manchmal an. Hier schaffen virtuelle Sperrzonen Abhilfe.
Cool hingegen: Die Empfindlichkeit der Hinderniserkennung könnt ihr je nach Gartenbereich bzw. Zone individuell festlegen.
Manchmal, besonders bei feuchtem Boden, hinterließ der Roboter durch sein Radprofil leichte Spuren im Rasen. Das ist aber ein bekanntes Thema bei vielen Mährobotern und der Preis für gute Traktion, die ihm hilft, Steigungen bis zu 45 Prozent zu bewältigen.
Wie gut mäht der O500 Panorama?
Der Schnitt ist sauber und gleichmäßig, da der O500 wie ein Traktor auf dem Feld in systematischen Bahnen fährt.
Die Schnitthöhe lässt sich unkompliziert am Gerät in 11 Stufen zwischen 3 und 8 cm einstellen – automatisch per App geht das aber leider nicht. Für ein noch gleichmäßigeres Schnittbild könnt ihr in der App die Mährichtung (wöchentlich) wechseln lassen.
Die Rasenkanten sind für den kleinen Helfer (wie für die meisten Mähroboter) dagegen eine Herausforderung. Habt ihr genügend Platz und eine Begrenzung auf gleicher Höhe, fährt der Roboter darüber und erwischt jeden Kantenhalm. Bei festen Begrenzungen, Mauern, Terrassenplatten oder Sträuchern fehlt dem O500 dagegen ein ausfahrbares Mähwerk.
Mein Problem: Da ich Koniferen direkt am Rasenrand habe, nimmt er diese als Hindernis wahr und hält entsprechenden Abstand – die Rasenkante mäht er somit nicht. Immerhin lässt sich dieses Problem lösen, indem ich den Bereich manuell nachmähe, indem ich den Roboter via Joystick-Funktion in der App exakt an den Kanten entlangsteuere.
Bei Beeten oder natürlichen Grenzen, die er als Hindernis erkennt, bleibt aber ohnehin, wie bei den meisten Robotern ohne ausfahrbarem Mähwerk, ein kleiner Rand stehen, der manuell nachgearbeitet werden muss. Für mich bei diesem Preis absolut verschmerzbar.
Ein Wort zur Mäheffizienz: Die Mähleistung gibt Ecovacs mit bis zu 120 m² pro Stunde an. Für knapp 500 m² benötigte er inklusive einer kurzen Ladepause rund 5-6 Stunden. Er merkt sich, wo er aufgehört hat, und setzt die Arbeit nach dem Laden fort.
Lautstärke, Wartung & Sicherheit
Mit rund 58 Dezibel ist der GOAT O500 Panorama fast schon ein Rasenflüsterer und kaum wahrnehmbar, wenn man sich nicht direkt daneben aufhält. Das ist deutlich leiser als ein herkömmlicher Benzinrasenmäher, der klingt, als würde ein Düsenjet im Garten starten.
Mir sind gelegentliche Pieptöne aufgefallen, vermutlich zur Signalisierung von erkannten Objekten oder Routenplanung, die aber nicht ins Gewicht fallen.
Die Sicherheit wird durch mehrere Features gewährleistet:
- Hinderniserkennung: Die AIVI 3D KI erkennt Menschen und größere Tiere. Auch Igel soll er erkennen können, wobei ihr generell nicht bei Dämmerung mähen solltet.
- Hebesensoren: Wird der Roboter angehoben, stoppen die Messer sofort. Ein Not-Aus-Schalter auf der Oberseite ist ebenfalls vorhanden. Bei Bedarf ertönt auch ein Alarm.
- Diebstahlschutz: Ohne Verbindung zur App und durch einen PIN-Code gesichert, ist der Mäher für Diebe unattraktiv. Ein Alarm kann zusätzlich aktiviert werden.
Die Wartung ist unkompliziert. Dank IPX6-Wasserschutz könnt ihr den Mähroboter einfach mit dem Gartenschlauch abspritzen. Der Wechsel der Klingen ist ebenfalls binnen Minuten erledigt.
Welche Funktionen bietet die App?
Die Steuerung und Konfiguration erfolgt über die Ecovacs-Home-App, die auch für die Saugroboter des Herstellers genutzt wird. Sie ist übersichtlich gestaltet und bietet umfangreiche Funktionen:
- Virtuelle Zonen: Unterteilung des Gartens in mehrere Bereiche mit individuellen Mähplänen.
- No-Go-Zonen: Sperrbereiche für Blumenbeete, Teiche etc.
- Zeitpläne: Individuelle Mähzeiten für jeden Tag und jede Zone.
- Einstellung der Hinderniserkennungsempfindlichkeit (sogar je nach Zone)
- Änderung der Mährichtung: Wöchentlich wechselbar
- Regensensor-Einstellungen: Verhalten bei Regen definieren (z.B. Pause und Rückkehr zur Station nach X Stunden).
- Tierschutz-Zeiten: Festlegen von Zeiten, in denen der Roboter nicht mäht.
- Live-Kamera-Ansicht: Man kann über die App einen Blick durch die Kamera des Roboters werfen.
Kleiner Verbesserungsvorschlag meinerseits: In der App wird zwar die Prozentzahl angezeigt, wie weit der Mähvorgang fortgeschritten ist, aber leider keine verbleibende Mähdauer abgeschätzt. Eine Fernsteuerung von außerhalb des heimischen WLANs war im Test, ähnlich wie beim O800, nicht direkt für den Mähstart möglich, was schade ist.
Solltet ihr euch den GOAT O500 Panorama kaufen?
Der Ecovacs GOAT O500 Panorama ist eine hervorragende Wahl, wenn ihr:
- Einen Mähroboter ohne Begrenzungskabel für unter 1.000 Euro sucht.
- Einen komplexen, verwinkelten oder schattigen Garten bis 500 m² habt, wo GPS-basierte Systeme an ihre Grenzen stoßen könnten.
- Wert auf eine gute Hinderniserkennung und eine einfache, app-basierte Einrichtung legt.
- Ein stabiles WLAN-Signal im gesamten Garten gewährleisten könnt.
Mögliche Alternativen zum GOAT O500 Panorama:
- Ecovacs GOAT O800 RTK: Für größere Flächen bis 800 m² und wenn eine RTK-basierte Navigation bevorzugt wird.
- Dreame A1 (Pro): Ein weiterer kabelloser Mähroboter, der auf eine andere Art der optischen Navigation setzt.
- Segway Navimow i105E: Ein Mähroboter mit RTK-Antenne zu einem ähnlich starken Preis.
Der Ecovacs GOAT O500 Panorama hat mich im Test positiv überrascht. Er beweist eindrucksvoll, dass eine zuverlässige kabellose Navigation auch ohne RTK-Satellitenunterstützung zu einem annehmbaren Preis möglich ist.
Die Kombination aus Panorama-Kamera und intelligenter Software meistert verwinkelte Bereiche und schattige Passagen souverän. Die Einrichtung ist denkbar einfach, das Mähergebnis gut und die App-Steuerung komfortabel.
Für Gärten bis 500 Quadratmeter ist der O500 Panorama eine ausgezeichnete und preislich attraktive Option. Er gehört definitiv zu den besten Mährobotern unter 1.000 Euro und macht die Rasenpflege deutlich smarter und bequemer.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.