Es gibt einige Apps auf dem Smartphone, die im ersten Moment völlig unspektakulär wirken, im digitalen Alltag aber unverzichtbare Helfer sind. Dateimanager gehören für mich absolut in diese Kategorie.
Sei es zum einfachen Verschieben von Dateien oder eine praktische Speicherübersicht. Während viele einfach die ab Werk vorinstallierte Lösung ihres Herstellers verwenden, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand.
Das habe ich getan und irgendwann einen quelloffenen und kostenlosen Dateimanager ausprobiert. Jetzt will ich nie wieder zurück.
Wozu braucht es überhaupt Dateimanager?
Ein guter Dateimanager ist die Schaltzentrale eures Smartphones und hilft euch beim Verwalten eurer Daten. Etwa um Speicher freizumachen oder eine kompakte Übersicht über eure Bilder, Videos und Daten zu erhalten.
Die meisten modernen Anwendungen bringen euch zudem eine detaillierte Speicheranalyse und verraten euch, wie ihr wieder etwas Platz auf eurem Gerät freischalten könnt. Beispielsweise indem doppelte Dateien oder Speicherfresser angezeigt werden.
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Darüber hinaus sind sie einfach praktisch, wenn ihr mal eine Datei verschieben, umbenennen, löschen oder kopieren wollt. Manche Anwendungen bieten zudem die Möglichkeit, eure Dateien zu komprimieren, Shortcuts auf der Startseite zu erstellen oder eure Inhalte zu verschlüsseln.
Mein Favorit Voyager kombiniert Datenschutz mit Cloud-Zugriff in einer Anwendung
Nachdem ich zahlreiche Apps ausprobiert habe, ist Voyager mein absoluter Favorit. Das Tool könnt ihr euch kostenlos über F-Droid oder GitHub herunterladen und bringt euch die typischen Features eines Dateimanagers in einer modernen und stark anpassbaren Oberfläche.
Zwei Gründe machen den Dateimanager für mich jedoch zu meiner Lieblingsapp, die sich von zahlreichen Alternativen abhebt.
Der erste Grund ist der Datenschutz, den die App liefert. Als quelloffener Dateimanager, der komplett lokal auf eurem Smartphone läuft und ohne Tracking auskommt, liefert das Tool die bestmögliche Sicherheit.
Die vollwertige Cloud- und Netzwerk-Anbindung ist der zweite Grund. In der App könnt ihr nämlich problemlos externe Speicher hinzufügen. Dafür verwendet die Anwendung Protokolle wie SFTP, FTP, SMB oder WebDAV, um mit euren eigenen Servern, Netzlaufwerken oder Cloud-Speichern zu kommunizieren.
Dadurch kann ich die Dateien aus meiner Cloud als auch von meinem Handy in einer Anwendung verwalten, ohne regelmäßig zwischen verschiedenen Apps zu wechseln. Das ist praktisch, spart Zeit und macht es deutlich leichter, meinen Handyspeicher etwas aufzuräumen.
Einmal im Monat sichere ich zum Beispiel meine schönsten Handybilder auf meinem Home-Server. Mit der Dateimanager-App brauche ich dafür keine zusätzlichen Anwendungen, sondern kann einfach meine Galerie öffnen und die ausgewählten Bilder mit wenigen Klicks auf den Serverspeicher verschieben.
Wie ihr eine eigene Cloud für euch und eure Familie einrichten könnt, hat Linh vor kurzem erklärt.
Ein Blick auf die beliebtesten Alternativen
Um die Funktionen von Voyager in einen Vergleich zu setzen, habe ich mir drei der beliebtesten Dateimanager-Apps angesehen. Im Folgenden erkläre ich euch, was diese können und warum Voyager für mich ungeschlagen bleibt.
Files by Google: Der beliebte Komfort-König
Mit über fünf Milliarden Downloads ist »Files by Google« die ungeschlagene Nummer eins auf Android-Geräten. Bei einem Blick auf die UI und die Integration in das Google-System verstehe ich das auch.
Die App sieht nämlich nicht nur gut aus, sondern bringt gleich ein paar nützliche Features. Wie etwa eine kompakte Löschübersicht zu alten Screenshots, größeren Dateien oder sogenanntem »Junk«.
Bei Letzteren handelt es sich um doppelte Dateien oder zwischengespeicherte Daten im Hintergrund – das macht das Ausmisten deutlich leichter.
Die App hat jedoch zwei Probleme:
- Tracking von Nutzungs- und Diagnosedaten: Dadurch bekommt Google einen genaueren Einblick in die Apps, die ihr auf eurem Gerät verwendet, und wie dieses performt. Solltet ihr das nicht wollen, empfiehlt sich eine sichere Alternative.
- Keine Netzwerk-Einbindung: Cloud-Dienste, NAS und andere externe Speicher können nicht direkt in der App verwaltet werden. Das ist zwar kein Muss, für mich aber ein deutlicher Minuspunkt, was das bequeme Verwalten von Daten betrifft.
Dateimanager Plus: Ein Allrounder mit Werbung
Der »Dateimanager Plus« von File Manager Plus bringt es im Google Play Store auf über 100 Millionen Downloads und ist damit einer der am meisten heruntergeladenen Dateimanager. Die App punktet vor allem mit ihrer Netzwerkanbindung, mit der ihr ebenfalls verschiedene Cloud-Dienste zu eurer Übersicht hinzufügen könnt.
Genau wie bei Google und Voyager bekommt ihr hier auch eine Speicheranalyse, die euch in verschiedenen Kategorien anzeigt, welche Daten am meisten Platz auf eurem Gerät benötigen.
Allerdings bezahlt ihr diese Vielseitigkeit an anderer Stelle: Die Anwendung blendet nervige Werbung ein, trackt euer Verhalten im Hintergrund und wirkt optisch etwas aus der Zeit gefallen. Natürlich ist Gestaltung Geschmackssache und für die eigentliche Funktion am Ende unwichtig. Ich freue mich dennoch immer, wenn eine App ansprechend gestaltet ist.
Fossify File Manager: Die beliebteste Open-Source-Alternative
Fossify ist in der Open-Source-Szene ein bekannter Entwickler von schlichten Apps, die mit einer modernen Gestaltung und maximaler Sicherheit überzeugen sollen. So gibt es von dem Hersteller etwa eine lokale Kamera-App, einen eigenen SMS-Manager sowie eben auch einen Dateimanager.
Letzterer gehört zu den beliebtesten quelloffenen Dateimanagern und ist in den üblichen App-Stores zu finden. Neben den typischen Features gibt es in der App auch einige Extras wie die Möglichkeit, Dateien zu komprimieren und zu verschlüsseln.
Der Fossify-Dateimanager hat mich deshalb lange Zeit begleitet, bis ich zu Voyager gewechselt bin. Zwar bringt Fossify alle Funktionen, die ich von einer entsprechenden App erwarte, verzichtet jedoch auf die Möglichkeit, Netzwerkprotokolle oder Cloud-Speicher einzubinden.
Das ist zwar kein Must-have für einen guten Dateimanager, sorgt aber dafür, dass die App für mich im Alltagstest durchfällt. Auch wenn ich dem Design und den vielen Anpassungsmöglichkeiten der Fossify-App mehr abgewinnen kann.
Den perfekten Dateimanager gibt es (vermutlich) nicht
Am Ende müsst ihr selbst entscheiden, welche Funktionen ihr euch von eurem Dateimanager wünscht. Sollten euch die Grundlagen, wie das Umbenennen von Dateien oder das Verwalten von Downloads, reichen, dann werdet ihr wahrscheinlich mit jeder Anwendung glücklich – auch wenn ich euch natürlich eine Open-Source-Alternative empfehle.
Die von mir ausgewählten Dateimanager sollen euch zudem nur einen kleinen Eindruck geben, wie stark sich die Programme in ihren Ansätzen unterscheiden können. In der Realität gibt es noch viel mehr Apps, die euch weitere Angebote liefern – etwa Dateimanager mit KI.
Für mich persönlich schlägt Voyager die gesamte Konkurrenz mühelos, weil es den kompromisslosen Datenschutz von Fossify und das moderne Design von Google mit der mächtigen Cloud-Anbindung von Dateimanager Plus vereint – ganz ohne Abstriche.
Aber wie sieht es bei euch aus? Habt ihr euch schon mal Gedanken um euren Dateimanager gemacht? Oder verwendet ihr einfach die Standard-Apps auf eurem Gerät? Hinterlasst gerne einen Kommentar mit eurer Empfehlung.


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