Stellt euch vor, ihr wollt euch ein cooles Tattoo stechen lassen, sagen wir einen Wolf. Was ist noch cooler als Wölfe? Richtig, Schädel. Also kombiniert ihr beides und habt einen halben Wolfsschädel auf dem Oberarm und einen halben Waschbärschädel.
Moment, was?
Genau das ist hundertfach passiert. Doch wie?
Wie aus dem Wolfsschädel ein Waschbärschädel wurde
Worum geht’s? Der X-User @Kairo_Anatomika, der sich mit tierischer Anatomie auseinandersetzt, hat herausgefunden, dass ein beliebtes Tattoomotiv, das sowohl einen Wolfskopf und dessen Schädel beinhaltet, eigentlich einen Waschbärschädel nutzt.
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Das ist noch nicht alles. Bei seinen Recherchen fand Kairo heraus, dass derselbe Waschbärschädel auch für andere Tattoos verwendet wurde, selbst wenn die immer ein wenig anders aussahen:
Besonders interessant: Der Schädel, der als Vorlage für den vermeintlichen Wolfsschädel dient, ist immer derselbe. Das erkennt man meist an dem fehlenden Zahn vorne rechts.
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Wie konnte das passieren?
Der originale Schädel, der stets als Vorlage für die Tattoos diente, findet sich auf Pinterest.
Eure Argusaugen haben es sicher schon gesehen: Das Bild ist »Wolf Skull« benannt, obwohl es den Kopf eines Waschbären darstellt.
Doch wieso nutzen unterschiedliche Künstler den immer selben Totenschädel als Vorlage?
Das hängt damit zusammen, wie populär Google ist und wie die Suche dort funktioniert.
Der Schädel auf Pinterest wurde wohl so oft nach dem Suchen anhand bestimmter Schlagworte angeklickt, dass das Bild mittlerweile weit oben bei der Google-Bildersuche rangiert. Wenn ihr also dort nach »wolf skull front view« sucht, bekommt ihr direkt den falschen Kopf angezeigt.
Sucht ihr mit denselben Wörtern übrigens in der normalen Ansicht, ist der Pinterest-Link gleich der Erste, den ihr seht:
Aber wieso denn nun ein Waschbär?
Unter dem TikTok-Video, über das wir auf diese Story gestoßen sind, mutmaßen die User, dass der Künstler des ersten Bildes vielleicht sogar absichtlich den Totenkopf eines Waschbären verwendet hat.
Wolfsschädel sind länglich und an den Lefzen ein wenig eingefallen. Perspektivisch von vorne betrachtet sieht ein Waschbärschädel ähnlich aus, nur ein wenig voller, was besser zum Gesamtbild des Tattoos passt.
Womöglich war das künstlerische Absicht, die sich dann via Google verselbstständigt hat.
Obacht mit Informationen im Internet
So abstrus und weitestgehend harmlos diese Geschichte auch ist, sie zeigt vor allem eins: Man sollte den Ergebnissen von Suchmaschinen nie blind vertrauen.
Erst ein Experte, der sich mit der Anatomie von Tieren auskannte, konnte den Waschbärschädel als solchen identifizieren.
Die Story vom »falschen« Tattoo lehrt uns: Wir sollten auf unsere Medienkompetenz achten. Nicht einfach teilen, was uns vor die Füße fällt, sondern hinterfragen, wenn man sich unsicher ist.
In diesem Sinne.
Das Tattoo eines Wolfs entpuppte sich als Waschbär, der falsche Bezug verbreitete sich via Google durch ein oft verwendetes, aber nicht korrekt benanntes Bild auf Pinterest. Habt ihr von dem Fall bereits gehört? Nutzt ihr für eure künstlerischen Vorlagen auch Google und Pinterest? Und wie genau hinterfragt ihr Informationen und Bilder, die ihr über eine Internetsuche findet? Schreibt es gerne in die Kommentare.
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