Dashcam-Videos sollen Google Maps zuverlässiger machen, wenn der Datenschutz mitmacht

Google filmt wieder unbemerkt. Mit Dash-Cam-Aufnahmen soll Maps tagesaktuell werden. Bei uns könnte das aber mit dem Datenschutz schwierig werden.

Erinnerungen an die Google-Streetview-Autos werden wach: Google nutzt teils Dashcam-Aufnahmen, um Maps zu verbessern. Erinnerungen an die Google-Streetview-Autos werden wach: Google nutzt teils Dashcam-Aufnahmen, um Maps zu verbessern.

Google Maps hat seine Hilfecenter-Seite aktualisiert. Um die App zu verbessern, werden demnach Dash-Cam-Aufnahmen von Drittanbietern verwendet.

Offensichtlich passiert das bisher nur in Großbritannien. Gerade in der EU und besonders in Deutschland könnte solches Datensammeln aber schwierig werden.

Was ist passiert?

Google erklärt ohne große Ankündigung auf seiner Google Maps-Hilfe, dass mithilfe von Drittanbietern Bilddaten, konkret Dash-Cam-Aufnahmen, gesammelt werden.

  • Diese Echtzeitaufnahmen sollen dabei helfen, die Navigations-App noch aktueller zu machen.
  • Google kann Dash-Cam-Material anfordern, wenn es Hinweise darauf gibt, dass Streckenabschnitte in Maps aktualisiert werden müssen.
  • Zum Beispiel könnten aufgrund einer Baustelle neue Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten.

Welches Material sammelt Google?

Google arbeitet hierfür mit zwei Unternehmen zusammen.

  • Nextbase ist ein Vertrieb für Dash-Cams und verwaltet in Großbritannien außerdem den Road Safety Club. Private Fahrer mit Nextbase-Dashcam können zustimmen, ob ihre Aufnahmen von der Firma verwendet werden dürfen.
  • Geopost Vision ist ein Logistik-Unternehmen, dessen bekannteste Marke in Deutschland DPD ist. Die von Google verlinkte Datenschutzerklärung von Geopost Vision gilt nur für das Vereinigte Königreich. Daraus kann geschlossen werden, dass man in Deutschland nicht fürchten muss, von einem DPD-Fahrzeug gefilmt zu werden.

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Was macht Google mit den Daten?

Google bemüht sich auf dem ganzseitigen Beitrag der Google Maps-Hilfe offensichtlich sehr, keine datenschutzrechtlichen Bedenken aufkommen zu lassen:

  • Mittels KI werden die Daten analysiert und auf deren Grundlage Google Maps aktualisiert.
  • Google und seine beiden Partner benutzen Technik, um persönliche Informationen wie Gesichter oder Nummernschilder unkenntlich zu machen.
  • Die Aufnahmen werden nicht veröffentlicht.
  • Es werden nur nach Bedarf kurze Clips angefordert.
  • Die Aufnahmen werden kurz nach der Verarbeitung gelöscht.
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Erinnerungen an Google Street View werden wach

Trotz der Versprechen von Google wird eine Verarbeitung von Dash-Cam-Material in der EU vermutlich schwieriger. Die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sieht einige Hürden vor, bevor Aufnahmen von Privatpersonen gesammelt und verarbeitet werden dürfen.

Noch unwahrscheinlicher ist eine baldige Verwendung von Dash-Cam-Aufnahmen aus Deutschland: Hierzulande ist man aufgrund der Geschichte besonders sensibel, was den Datenschutz angeht.

Das weckt Erinnerungen an die Einführung von Google StreetView, die in Deutschland für heftigen Widerstand gesorgt hat.

Was denkt ihr darüber? Würdet ihr euch über ein tagesaktuelleres Google Maps freuen? Oder ist die Vorstellung, unbemerkt von Google gefilmt zu werden, für euch unangenehm? Schreibt es uns in die Kommentare!

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