Die alljährliche Microsoft-Build-Konferenz liegt hinter uns. In gut zweieinhalb Stunden haben Microsoft-CEO Satya Nadella und zahlreiche weitere Sprecher aus der Branche einen Ausblick auf die Richtung gegeben, die das Unternehmen ins Visier nimmt.
Natürlich handelt es sich bei Microsoft Build primär um eine auf Entwickler ausgerichtete Konferenz. Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch für unser »normales« Windows einige Neuerungen präsentiert wurden. Welche das sind, gibt's in unserem Schnelldurchlauf.
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Spracherkennung offline – und KI auf deutlich mehr Geräten
Die neue »Speech Recognition«-API transkribiert Sprache in Echtzeit lokal auf der NPU oder CPU des Geräts – auch ohne Internetverbindung. Als passende Anwendungsfelder sieht Microsoft eine Diktierfunktionen oder Untertitel-Generierung sowie Barrierefreiheits-Tools. Die API startet zunächst auf Englisch und wird schrittweise ausgerollt.
- Die bisherigen »Windows AI«-APIs setzten einen NPU voraus – das schloss einen Großteil älterer Windows-11-PCs aus. Microsoft weitet die APIs nun auf CPUs und GPUs aus.
- »Video Super Resolution« (KI-gestützte Hochskalierung für Videos) und »Live Captions« (automatische Echtzeit-Untertitel) laufen damit auf CPUs; das eingebaute Sprachmodell wird auf kompatible dedizierte GPUs gebracht.
Aion 1.0: Neue Sprachmodelle laufen direkt auf dem PC
Microsoft stellt in diesem Kontext zwei neue SLMs (»Small Language Models«) vor.
- »Aion 1.0 Instruct« dient demnach für Alltagsaufgaben wie Textzusammenfassungen, Umformulierungen und einfache Assistenzfunktionen.
- Dazu gesellt sich »Aion 1.0 Plan«, ein Reasoning-Modell mit 14 Milliarden Parametern und 32.000 Token Kontextlänge, das laut Microsoft direkt in Windows eingebaut wird und vollständig lokal läuft.
- Plan soll Aufgaben eigenständig koordinieren, Tools aufrufen und Unteraufgaben delegieren – ohne Cloud-Zwischenschritt.
»Aion 1.0 Instruct« kommt im Juli als Open-Source-Modell auf Hugging Face und ist bereits in den Edge-Insider-Kanälen testbar. Wann genau »Aion 1.0 Plan« (und auf welchen Geräteklassen) landet, hat Microsoft bisher nicht veröffentlicht.
Ausblick: KI-Agenten auch ohne PC
Als frühen Konzeptausblick zeigt Microsoft »Project Solara«.
Hierbei dreht es sich zunächst nur um zwei Referenzdesigns für »Agent First«-Hardware. Gezeigt wurden ein Wearable-Badge mit Touchscreen, Fingerabdrucksensor und 5G für unterwegs sowie ein stationäres Schreibtisch-Gadget mit Gesichtserkennung, das sich per USB-C auch als vollwertiger Windows-365-Client nutzen lasse
Konkrete Produkte sind das noch nicht – wann und zu welchen Preisen die folgen sollen, ließ Microsoft offen.
Agenten-Kontrolle, »Microsoft Scout« und ein Copilot-Redesign
Mit »Microsoft Execution Containers« (MXC) bekommen KI-Agenten klare Sandbox-Grenzen auf OS-Ebene. OpenClaw, eines der meistgenutzten Open-Source-Projekte auf GitHub, ist als erste externe Integration als Alpha für Windows verfügbar.
- Auf OpenClaw baut auch »Microsoft Scout« auf – Microsofts erster sogenannter »Autopilot«-Agent, der dauerhaft im Hintergrund läuft.
- Scout soll eigenständig Meetings koordinieren oder Kalenderzeit blockieren können. Allerdings ist das Feature derzeit explizit nur für Enterprise-Kunden gedacht und befindet sich in einer privaten Preview.
Abseits der Build hat Microsoft zudem ein Redesign der Microsoft 365 Copilot-App ausgerollt: Die App lädt laut Microsoft über 50 Prozent schneller; Antwortzeiten für komplexe Prompts verbesserten sich zudem um rund 10 Prozent.
Quantensicherheit im Zukunftsvisier
Langfristig sollen nur noch WHCP-zertifizierte Treiber standardmäßig ausgeführt werden. Dabei handelt es sich um Treiber, die das »Windows Hardware Compatibility Program« durchlaufen haben und damit offiziell auf Kompatibilität und Sicherheit geprüft sind. Smart App Control, das verdächtige Apps vor dem Start blockiert, wird zudem auf mehr Geräten ausgerollt.
Daneben bekommt Windows Post-Quanten-Kryptographie (PQC) – also eine Verschlüsselung, die auch zukünftigen Quantencomputern standhalten soll.
- Auf der Build 2026 stellte Microsoft auch »Majorana 2« vor, den nächsten Quantenchip des Unternehmens.
- Dessen Qubits sind laut Microsoft 1.000-mal zuverlässiger als beim Vorgänger; die mittlere Lebensdauer eines Qubits liegt bei 20 Sekunden – einzelne Instanzen sollen bis zu eine Minute stabil bleiben.
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Bis 2029 will Microsoft einen kommerziell relevanten Quantencomputer bauen – und genau deshalb baut das Unternehmen die Gegenwehr schon heute in Windows ein. Auch anderweitig machen sich Forscher Sorgen:
Für Linux-Kenner: Vertraute Befehle und native Container in Windows
»Coreutils für Windows« bringt bekannte UNIX-Werkzeuge wie »ls«, »cat«, »grep« oder »find« nativ nach Windows.
Die Grundlage ist »uutils«, eine quelloffene Rust-Neuimplementierung der GNU Coreutils. Die Installation der ab sofort verfügbaren Preview erfolgt per »winget install Microsoft.Coreutils«-Befehl; PowerShell in Version 7.4 ist hierfür Pflicht.
Parallel dazu kommen »WSL Containers«: Linux-Container laufen künftig direkt auf Windows über ein neues »wslc.exe«-CLI und lassen Drittanbieter-Software damit wegfallen.
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