Schon jetzt zeichnet sich ein großer Trend für das Jahr 2026 ab: Smarte Brillen, auch Smart Glasses gennant. Ihr erinnert euch bestimmt an Googles Erstlingswerk, das seiner Zeit voraus war.
Zwölf Jahre später bläst der Suchmaschinen-Riese zum Großangriff und wird gleich einen potenziellen Fehler tunlichst vermeiden: Zielgruppen ausschließen.
Verblüffenderweise erscheint die intelligente Brille nicht ausschließlich für Android-Systeme. Google möchte auch iOS-Nutzern seine Brille auf die Nase setzen.
Die ersten Eindrücke über die Geräte zeichnen ein sehr positives Bild.
Erweiterung des XR-Ökosystems auf neue Geräte
Das Unternehmen bekräftigt, dass Android XR eine Vielzahl von Formfaktoren unterstützen soll – getreu dem Motto »One form factor doesn't fit all«. Google möchte also möglichst viele Menschen mit seinem Ökosystem erreichen.
Die »leichten Brillen« werden in Zusammenarbeit mit Samsung, Gentle Monster sowie Warby Parker entwickelt. Die AI Glasses wurden bereits im Mai auf der Google I/O angekündigt.
Es wird demnach zwei Versionen geben:
- Ohne Display: Dieses Modell verfügt über Lautsprecher, Mikrofone und Kameras, um mit Gemini zu chatten beziehungsweise Fotos zu knipsen.
- Mit Display: Hier wird ein In-Lens-Display (im Brillenglas) hinzugefügt, das nützliche Informationen diskret in der Sichtlinie anzeigt, etwa Navigationsanweisungen, Live-Übersetzungsuntertitel und mehr. Dieses Modell soll nicht vor 2027 auf den Markt kommen.
Zusätzlich zu diesen Modellen kündigt Google eine kabelgebundene Versionen. Diese verbinden Headset-Funktionen mit der Präsenz in der realen Welt
und kommen in einem tragbareren Format, so das Unternehmen.
Als erstes Gerät dieser Modellreihe wurde Project Aura in Kooperation mit XREAL vorgestellt. Die Brille bietet ein 70-Grad-Sichtfeld, läuft mit dem Snapdragon XR2 Plus Gen 2 und verwendet optische »See-Through-Technologie«, um digitale Inhalte direkt in die Sicht auf die physische Welt einzublenden.
Das Arbeiten mit mehreren App-Fenstern soll damit problemlos möglich sein.
Erste Journalisten durften die smarten Brillen bereits ausprobieren und zeigen sich zunehmend begeistert.
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Erste Tests sind sehr positiv gestimmt
C. Scott Brown von Android Authority war von Samsungs Galaxy XR wenig begeistert: »Nur ein weiteres VR-Headset.« Seine Meinung zur Demo von Googles kleinen XR-Brillen fällt jedoch ganz anders aus.
»Ich habe Googles drei neue Android-XR-Brillenprototypen getestet, und sie sind unglaublich.«, so die Überschrift des Artikels. Darin lobt der Autor Googles Entscheidung, das Smartphone zum »Gehirn« der kabelgebundenen XR-Brille zu machen.
Dadurch würden Gewicht und Komplexität der Brille reduziert. C. Scott Brown beschreibt es als »brillant«, dass die laufenden Mitteilungen vom verbundenen Smartphone als UI verwendet werden (etwa Maps, Musik, Uber).
Somit funktioniert die Brille nahtlos mit bestehenden Apps, ohne dass Entwickler aufwendig neue XR-Apps erstellen müssen. Das ist ein riesiger Vorteil gegenüber Meta.
Victoria Song von The Verge schließt sich dieser Meinung an. Dieser Ansatz löse das App-Problem vieler neuer XR-Geräte.
Die Zusage, dass die Modelle im nächsten Jahr iOS unterstützen werden, beschreibt sie als frischen Wind.
Google lerne aus früheren Fehlern, indem der Hersteller bewusst mit anderen Firmen zusammenarbeitet, sich für ein unauffälliges Design entscheidet und bereits vor dem Start der Geräte mit vielen Apps aufwartet.
Google gehe außerdem auf Bedenken der Nutzer ein. Die Autorin lobt die hell pulsierende Leuchte bei der Kamera-Aufzeichnung sowie die klaren roten bzw. grünen Schalter.
Es gibt auch Zweifel
Neben den lobenden Worten gibt es auch Kritik. So stellt C. Scott Brown die Frage in den Raum, ob wir bereit sind, dass Google buchstäblich in unser Leben blickt. Das Unternehmen müsse die Masse von seiner Verantwortung im Umgang mit dieser Technologie überzeugen.
Unterm Strich seien die anderen Produkte im Vergleich zu Project Aura weniger immersiv. Er sieht das Galaxy XR von Samsung zum Beispiel nicht als Zukunft des Alltags.
Auch Victoria Song äußert Zweifel. Die kabelgebundene Brille erfordert einen Akku beziehungsweise. einen Trackpad-Puck, was das Design weniger nahtlos macht.
Zudem handele es sich bei der Technologie nicht um Augmented Reality (AR), bei der digitale Informationen über die reale Welt gelegt werden. Es sei vielmehr eine »Headset-Erfahrung«, bei der Apps vor der Umgebung erscheinen, ähnlich wie bei Galaxy XR.
Ohnehin bleibt abzuwarten, ob das Produkt am Ende überzeugen wird. Bis zum offiziellen Release im Jahr 2027 kann noch viel passieren.






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