Als ich die Ray-Ban Meta-Brille zum ersten Mal aufgesetzt habe, war ich angetan: Sie sitzt sehr angenehm, die Lautsprecher sind verblüffend gut und sie fühlt sich … wie eine normale Brille an (no shit, Sherlock).
Ich kann mir vorstellen, ein solches Gadget im Alltag über eine längere Zeit zu tragen. Und vielleicht werden schon bald andere Leute diesen Gedanken mit mir teilen.
Neben Meta stehen immer mehr Hersteller in den Startlöchern, um euch ein weiteres Wearable schmackhaft zu machen: Samsung, Google und wohl auch Apple priorisieren die Herstellung intelligenter Brillen. Die neue Ära der smarten Geräte hat längst begonnen.
Der Wettlauf hat begonnen
Mit seinen ersten Gehversuchen auf dem Gebiet der sogenannten Smart Glasses war Google seiner Zeit voraus. Das Projekt wurde schließlich eingestellt. Jetzt ist die Zeit reif. Der Suchmaschinen-Riese stellt mit Android XR die notwendige Plattform bereit, während Partner noch 2025 mit der Herstellung der Hardware beginnen können.
Allen voran etabliert sich Samsung zunehmend als enger Verbündeter. Neben dem Pendant zu Apples Vision Pro folgte auf dem letzten Event ein Teaser zu Samsungs ersten smarten Brille, die mit Android XR betrieben wird.
Glaubt man den Gerüchten, dann steht in Cupertino ein Richtungswechsel bevor. Anstatt ein leichteres Mixed-Reality-Headset zu entwickeln, priorisiert Apple die Herstellung einer Brille.
Meta befindet sich inmitten der Arena. Die neueste Version seiner Brille verfügt nun über ein integriertes Display und kommt in der internationalen Presse und bei Tech-YouTubern gut an.
Ich bedauere, Ihnen mitteilen zu müssen, dass die neue intelligente Brille von Meta die beste ist, die ich je ausprobiert habe
The Verge
Moment mal … sind Smart Glasses plötzlich gut?
MKBHD
Der Coup ist mehr als geglückt. Damit dürfte klarer werden, warum andere Hersteller auf den Zug aufspringen. Etwas Großes bahnt sich in der Tech-Welt an, möglicherweise sogar »The Next Big Thing«.
Werden wir bald alle smarte Brillen tragen?
Das Smartphone ist tief in unserer Gesellschaft verankert und Teil unseres Alltags. Egal, ob im Restaurant, auf Feiern, auf Reisen, bei Hochzeiten oder bei einem bloßen Stadtbummel – überall ist es dabei.
Schaut euch um! »Alle« recken die Hälse Richtung Smartphone, um Momente zu teilen oder schlicht, um mit anderen vernetzt zu sein.
Stehen wir jetzt vor der Wende, bei der clevere Brillen die Smartphones ablösen? Auch wenn bestimmte CEOs dies vermutlich eher aus eigenem Interesse heraus bejahen, ist diese Annahme nicht unbegründet.
Die Geräte werden von Generation zu Generation intelligenter, leistungsfähiger und interessanter, ähnlich wie das erste iPhone vor rund 18 Jahren.
Wie eingangs erwähnt, sind die Lautsprecher der Meta-Brille bereits auf einem soliden Niveau. Die verbauten Kameras sind, laut diverser Berichte, für den Formfaktor in Ordnung und werden ebenfalls stetig besser, notfalls mittels Software – wie bei Smartphones.
4:17
Meta Ray-Ban Display: So sehen die neuen Smart-Glasses aus
Zudem werden die Funktionen kontinuierlich erweitert. Schon jetzt navigiert euch Metas Brille durch die Stadt oder fügt bei Unterhaltungen wahlweise Echtzeit-Untertitel hinzu. Das mag noch fehlerbehaftet sein, aber wir stehen am Anfang dieser Reise.
Was noch fehlt, sind mehr Apps sowie die treibende Unterstützung von Drittanbietern. Das könnte sich jedoch mit Plattformen wie Android XR oder visionOS dramatisch ändern.
Ich habe viele Bedenken
Ich bin aus mehreren Gründen extrem skeptisch.
Das Smartphone kann bereits nahezu alles besser und ist äußerst vielseitig. Eine intelligente Brille mag für Brillenträger wie mich in einigen Bereichen komfortabler sein, aber zumindest aktuell nicht mehr als eine Ergänzung.
Für Nicht-Brillenträger dürfte zudem die Hürde viel größer sein, sich an das Gadget auf der Nase zu gewöhnen. Außerdem muss die aktuelle Akkulaufzeit von bis zu sechs Stunden drastisch verbessert werden.
Abgesehen davon, ob diese Technologie von der Gesellschaft überhaupt angenommen wird, stellt sich mir eine weitere Frage: Wie werden smarte Brillen unsere Kultur möglicherweise verändern?
Noch einmal: Wir stehen jetzt am Anfang, aber werft einen Blick in meine Glaskugel und schaut mit mir fünf oder gar zehn Jahre in die Zukunft.
Hypothetisch: Die Displays und Sprachassistenten sind im Jahr 2030 (oder 2035) hochentwickelt. Apps installiere ich mit wenigen Handgesten mühelos. Für meine Lieblingsserien oder das Schreiben von Nachrichten an Familie und Freunde muss ich nicht einmal mehr das olle Smartphone bemühen.
Menschen sind vernetzter denn je, und es gibt mehr Kameras denn je, die auf Personen gerichtet sind. Im Jahr 2025 filmen Menschen auf Konzerten oder anderen öffentlichen Events bereits alles um sich herum. Die Schwelle, mit einer ausreichend starken Linse in der Brillenfassung alles zu filmen, wird aber zunehmend niedriger.
Es genügt ein Sprachbefehl wie »Aufnahme starten« oder eine kleine benutzerdefinierte Handgeste, um die Aufnahme zu initieren und auf einer Plattform wie Twitch zu streamen. Das Zücken eines Geräts aus der Hosentasche ist längst nicht mehr erforderlich.
Die Wahrscheinlichkeit, ungewollt gefilmt zu werden, nimmt zu. Immerhin signalisiert ein grünes Licht direkt neben der kleinen Kamera die Aufnahme. Trotzdem ergeben sich dadurch neue Fragen rund um den Datenschutz.
So dystopisch meine kleine Vision der Zukunft rund um die sich anbahnenden Gadgets klingen mag, so halte ich es trotz meiner Skepsis für ebenso wahrscheinlich wie unwahrscheinlich, dass smarte Brillen Smartphones mit der Zeit ablösen werden.
Wovon ich überzeugt bin: Intelligente Brillen werden massenhaft kommen, mindestens als Ergänzung. Ganz egal, ob wir das wollen oder nicht.
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