Auf der Chinajoy in Shanghai, einer der größten Tech-Messen in Asien, hat der Handheld-Hersteller GPD einen Handheld vorgestellt, der fast so schnell sein soll wie eine Geforce RTX 4060.
Damit könnte der Win 5 der erste Handheld werden, mit dem man die meisten Spiele in Full-HD-Auflösung und hohen Einstellungen spielen kann.
Obwohl dieser Handheld exzellente Gaming-Performance verspricht und auch noch aussieht wie einer meiner Lieblings-Handhelds, die PSP, bin ich zwiegespalten.
Was ist der GPD Win 5?
Der GPD Win 5 ist ein Handheld-PC, wie das Steam Deck oder die Asus ROG Ally, und läuft mit Windows 11. Das Gehäuse erinnert an die PSP, die PlayStation Portable von Sony, aber mit einem größeren Bildschirm und modernen Controller-Features.
Das wirklich Besondere an diesem Handheld ist der Prozessor. Es handelt sich hierbei nämlich um den weltweit ersten Handheld mit einer AMD Strix Halo-APU.
Hier sind die wichtigsten technischen Daten:
- Display: 1920 x 1080p, 7-Zoll, 120 Hz, IPS, FreeSync Premium, Corning Gorilla Glass 6
- CPU: AMD Ryzen AI Max+ 395 (16 Kerne, 32 Threads, bis 5,1 Ghz)
- GPU: AMD Radeon 8060S (40 CU, 2.900 Mhz)
- RAM: 32 / 64 / 128 GByte LPDRR5x @ 8.000 MT/s
- SSD: 1 / 2 / 4 TByte NVMe M2.2280
- Akku: 80 Wh extern
- Betriebssystem: Windows 11
- Anschlüsse: 2x USB-C (USB4), 1x USB-A, 3,5mm Klinke, microSD-Kartenslot
- Lüftung: Dual-Lüfter und Quad-Heatpipe-Lösung
- Controller: Instant-Trigger, Mini-Trackpad, Zwei freibelegbare Tasten auf der Rückseite
- Gewicht: circa 500 Gramm (ohne Akku)
Die hohe Leistung hat ihren Preis – auf mehreren Ebenen
Der YouTube-Kanal »GPD Game Console« hat ein erstes Messe-Hands-On zum Handheld hochgeladen und sogar Benchmarks gezeigt.
Der GPD Win 5 erzielt in 3DMark Time Spy eine beeindruckende Punktzahl, die nicht weit entfernt von der RTX 4060 ist.
| 3DMark Time Spy | GPD Win 5 (Ryzen AI Max+ 95) | RTX 4060 (+ Ryzen 5 5600) |
|---|---|---|
| Time Spy Score | 10.393 | 11.413 |
| GPU Score | 10.552 | 12.129 |
Kein integrierter Akku – und ich bin hin- und hergerissen
Ja, ihr habt richtig gelesen: Der GPD Win 5 hat keinen eingebauten Akku. Stattdessen wird ein externer 80-Wh-Akku an die Rückseite geklippt. Dieser besitzt eigene Lüftungsschlitze, damit die beiden Lüfter auf der Rückseite nicht blockiert werden. Geladen wird der Akku über eine Docking-Station.
Einerseits finde ich das konsequent. Wenn man maximale Leistung aus einem kompakten Gerät herauskitzeln will, braucht man Platz.
Und Akkus nehmen nun mal viel Raum ein, den man hier für Kühlung und schnelle Hardware nutzt. Das Resultat ist ein Handheld, der sich in Benchmarks mit einer RTX 4060 messen kann. Wow.
Aber andererseits: ist das noch ein Handheld?
Ich selbst nutze meinen Lieblings-Handheld fast ausschließlich am Strom. Der Lenovo Legion Go hängt fast permanent am Kabel, weil der Akku ohnehin nicht lange durchhält.
Ich spiele damit im Bett, auf dem Sofa, im Hotel und überall ist eine Steckdose in der Nähe. In solchen Situationen ist die Akkulaufzeit fast egal.
Doch der GPD Win 5 geht noch weiter. Nicht nur der Akku ist ausgelagert, auch das Netzteil ist ein echter Brocken: Bis zu 180 Watt liefert das Teil allerdings nicht über USB-C, sondern über einen klassischen Hohlstecker wie bei alten Laptops.
Und das, obwohl moderne USB4-Ports längst mehr als genug Leistung liefern könnten (theoretisch bis zu 240 Watt, praktisch aber noch selten umgesetzt).
Der externe Akku bringt es auf »nur« 80 Wh: eine Kapazität, die andere Geräte heute intern verbauen. Und wer ohne ihn spielt, braucht das große Netzteil, das genauso klobig ist, wie das eines Gaming-Laptops.
Das fühlt sich für mich wie ein Rückschritt an, zumindest, was die hohe Flexibilität von Handhelds angeht.
Und genau da liegt mein Dilemma: Ich feiere die Leistung. Ich liebe das Design – abseits vom sehr ungünstig platzierten Power-Knopf –, aber der Verzicht auf einen integrierten Akku bricht mit dem, was einen Handheld ausmacht: mobile Flexibilität.
Preis und Verfügbarkeit: Beides ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unbekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass der Handheld nicht günstig wird – mit Sicherheit vierstellig.
Was denkt ihr? Muss ein Handheld auch wirklich mobil sein? Oder zählt nur die Leistung? Würdet ihr die Flexibilität für die Leistung einer RTX 4060, in einem Handheld, aufgeben? Lasst es mich wissen. Ich bin wirklich gespannt auf eure Meinung.
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