Wer in Großbritannien E-Auto fährt, soll bald für jeden Kilometer zahlen – der Grund ist das Verbrenner-Aus 2050

Durch das neue Gesetz sollen die sinkenden Einnahmen durch Mineralöl-Steuern ausgeglichen werden.

E-Autos werden in Großbritannien demnächst teurer. (Bildquelle: Adobe Stockserperm73) E-Autos werden in Großbritannien demnächst teurer. (Bildquelle: Adobe Stock/serperm73)

Ab dem Frühjahr 2028 müssen E-Auto-Fahrer und Hybrid-Besitzer in Großbritannien für jede gefahrene Meile zahlen. Dadurch soll das Verkehrsnetz auch nach dem Verbrenner-Aus modern gehalten werden.

E-Autos zahlen 3 Cent pro Meile

Die neue Kilometer-Steuer wurde von Schatzkanzlerin Rachel Reeves im aktuellen Haushaltsentwurf vorgestellt. Demnach zahlen Fahrer von E-Autos ab April 2028 umgerechnet drei Cent pro gefahrener Meile. Bei Plug-in-Hybriden sind es 1,5 Cent pro Meile (via Business Insider).

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Warum macht man das? Mit den neuen Steuern soll das geplante Verbrenner-Aus vorbereitet werden. Ab 2030 dürfen in Großbritannien keine Neuwagen mit Verbrennermotor mehr verkauft werden. 2035 geht es dann Hybrid-Fahrzeugen an den Kragen.

Daher wird davon ausgegangen, dass bis 2050 kaum noch oder gar keine Verbrenner mehr auf den Straßen der Insel unterwegs sein werden. Was aber auch bedeutet, dass die staatlichen Einnahmen durch die Mineralöl-Steuer in den kommenden Jahren stark zurückgehen werden.

Laut den Berechnungen soll die neue Kilometer-Steuer für die Verbraucher ungefähr halb so teuer wie die Kosten durch die Mineralöl-Steuer ausfallen. Bei 14.000 Kilometern im Jahr wären es so umgerechnet knapp unter 300 Euro.

Die Logik dahinter ist, dass jeder, der am Verkehr teilnimmt, auch zum Verschleiß der Straßen und der Infrastruktur beiträgt. Durch die Steuereinnahmen kann das ausgeglichen und Schäden beseitigt werden.

Mögliche Auswirkungen auf den Markt: Durch die neuen Steuern steigen natürlich die Kosten von E-Autos, was sich negativ auf deren Absatz auswirken könnte. Wer jetzt schon unsicher ist, ob er umsteigen soll, wird dadurch zusätzlich abgeschreckt.

In Neuseeland und Island, wo solche Steuern schon eingeführt wurden, hat das tatsächlich zu einem Rückgang der E-Auto-Verkäufe geführt. Zumindest in Island hat sich die Lage mittlerweile aber wieder deutlich gebessert.

Gleichzeitig ist es wohl unumgänglich, die ausbleibenden Einnahmen umzuverteilen, um eine Verschlechterung der Qualität der Verkehrsinfrastruktur zu verhindern. Wie Deutschland mit dieser Problematik umgehen möchte, bleibt noch abzuwarten.

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