Kann man im Jahr 2026 noch mit einer Grafikkarte von 2014 spielen? Berühmt-berüchtigte Nvidia-GPU im Benchmark-Test

Die Geforce GTX 970 hat vor etwa 12 Jahren für einen handfesten Skandal gesorgt. Doch wie gut ist die Gaming-GPU gealtert?

Nils trifft auf einen alten Bekannten, der ihn durchaus Nerven gekostet hat: die Geforce GTX 970 von Nvidia. Nils trifft auf einen alten Bekannten, der ihn durchaus Nerven gekostet hat: die Geforce GTX 970 von Nvidia.

Ab und an packen wir sie wieder aus: alte Gaming-Hardware. Dieses Mal geht es um die Geforce GTX 970 aus dem Jahr 2014. Dabei handelt es sich gewissermaßen sogar um eine Berühmtheit, wenn auch mit eher zweifelhaftem Ruf.

Der Skandal um die GTX 970: Nvidia sorgte damals für Schlagzeilen, weil die spezielle Speicherkonfiguration der GTX 970 gegenüber Testern und der Öffentlichkeit zunächst nicht entsprechend kommuniziert wurde. Auch die Reaktion Nvidias auf die Kritik stieß vielen sauer auf, inklusive uns.

Alle Details zu den damaligen Vorfällen findet ihr in den folgenden beiden Artikeln:

Doch in diesem Artikel steht im Mittelpunkt, wie gut es sich mit der GTX 970 im Jahr 2026 noch spielt. Was würde sich besser für den Blick darauf eignen als Gothic 1 und Assassin's Creed 4: Black Flag? Schließlich waren beide Titel schon zu Zeiten der GTX 970 relevant, und sie wurden kürzlich in modernen Versionen neu aufgelegt.

Zu viel für die Skandal-GPU, oder nicht? Finden wir es heraus!


Video starten 6:01 Assassin’s Creed Black Flag Resynced: Wie viel besser sieht es im Vergleich zum fast 13 Jahre alten Original aus?


Der Elefant im Raum

Zum Release der GTX 970 war eine GPU mit 4 GB VRAM (beziehungsweise mit 3,5 + 0,5 GB) noch zeitgemäß. Doch zwölf Jahre später sieht das ganz anders aus.

Um deutlich zu machen, was das für die Spiele-Performance heißt, haben wir uns bei den Benchmarks für zwei Besonderheiten entschieden:

  1. Wir beginnen unsere Messungen mit den Originalversionen von Gothic 1 und Assassin's Creed Black Flag. Hier hat die GTX 970 trotz ihrer aus heutiger Sicht geringen Speichermenge wesentlich bessere Chancen, ordentlich zu performen als im Remake von Gothic 1 beziehungsweise in AC: Black Flag Resynced.
  2. Die GTX 970 bekommt in den Benchmarks einen ähnlich flotten Widersacher mit doppelt so viel VRAM: Die RX 5500 XT von 2019 liegt bei der theoretischen Rechenleistung in Teraflops (FP32) nur etwa 30 Prozent vor der GTX 970, besitzt aber 8 GB statt nur 4 GB Videospeicher, was sich teils deutlich bemerkbar machen wird.

Die restliche Hardware des PCs verhindert gleichzeitig so gut es geht einen Flaschenhals: Es handelt sich um einen Ryzen 7 9800X3D in Kombination mit 64 GB DDR5-6400-RAM und einer schnellen M2-SSD (PCIe 5.0).

Benchmarks in den alten Spielen

Assassin's Creed 4: Black Flag
Sehr hohe Details, MSAA 4x

  • 1920x1080
  • 2560x1440
Radeon RX 5500 XT 8 GB
62
41
Geforce GTX 970 3,5 + 0,5 GB
51
35
  • 0
  • 14
  • 28
  • 42
  • 56
  • 70

Gothic 1
DX11-Mod

  • 3840x2160 (mittlere Details)
  • 5120x2880 (hohe Details)
Radeon RX 5500 XT 8 GB
82
29
Geforce GTX 970 3,5 + 0,5 GB
77
25
  • 0
  • 18
  • 36
  • 54
  • 72
  • 90

Die GTX 970 ist etwa 13 Jahre nach Gothic 1 erschienen und ein Jahr nach Assassin's Creed 4: Black Flag. Dementsprechend meistert sie diese Spiele durchaus ordentlich.

Bei Gothic 1 reicht es sogar für flüssiges Spielen mit über 70 FPS in 4K bei mittleren Details. Black Flag schafft sie in Full HD bei maximalen Details mit etwa 50 FPS und auch für WQHD ist bei diesen Settings noch genug Puffer vorhanden, wenn man sich mit ungefähr 35 FPS begnügen kann.

Der Vorsprung der RX 5500 XT hält sich in diesen Spielen gleichzeitig stark in Grenzen. In Assassin's Creed 4: Black Flag sind es ungefähr 20 Prozent, in Gothic 1 im Schnitt eher zehn Prozent.

Doch wechseln wir zu den modernen Varianten der Spiele mit deutlich größerem Speicherhunger, wandelt sich das Blatt gravierend.

Benchmarks in den neuen Versionen der Spiele

Assassin's Creed: Black Flag Resynced
Full HD, kein Raytracing

  • Niedrige Details, FSR Leistung
  • Hohe Details, FSR Qualität
Radeon RX 5500 XT 8 GB
70
38
Geforce GTX 970 3,5 + 0,5 GB
34
19
  • 0
  • 14
  • 28
  • 42
  • 56
  • 70

Gothic Remake
Full HD, kein Raytracing

  • Niedrige Details, FSR ausgeglichen
  • Hohe Details, FSR Qualität
Radeon RX 5500 XT 8 GB
65
41
Geforce GTX 970 3,5 + 0,5 GB
27
18
  • 0
  • 14
  • 28
  • 42
  • 56
  • 70

Die RX 5500 XT kann ihre fünf Jahre modernere Technik und die doppelte Speichermenge im Vergleich zu der GTX 970 im Gothic Remake und in Assassin's Creed: Black Flag Resynced so richtig auf die Straße bringen.

War ihr Vorsprung gegenüber der GTX 970 in den alten Versionen der Spiele noch gering, liegen in den modernen Versionen Welten zwischen den beiden GPUs. Im Assassinen-Spiel ist sie etwa doppelt so schnell, im Gothic Remake liegt der Vorsprung mit ungefähr 135 Prozent sogar noch mal höher.

Besonders entscheidend dabei: In den niedrigsten Settings sind beide Titel zwar auch mit der GTX 970 bei etwa 30 FPS gerade so noch spielbar. Sie sehen dann aber so schlecht und matschig aus, dass kaum noch Freude aufkommt.

Die RX 5500 XT schafft es dagegen selbst bei hohen Details und durchaus ansehnlicher Optik noch auf circa 40 FPS, während die GTX 970 hier mit unter 20 Bildern pro Sekunde deutlich Federn lässt.

GameStar PC Ultra GeForce Extreme Ex
GameStar PC Ultra GeForce Extreme Ex
CPU: Intel Core Ultra 7 265KF (8x bis 5,2 GHz & 12x bis 4,6 GHz)
GPU: Nvidia GeForce RTX 5090 32 GB VRAM
RAM: 32 GB DDR5 (2x 16 GB)
SSD: 2.000 GB M.2 PCIe 4.0
  • Unser günstigster Gaming-PC mit RTX 5090
  • 4K-Gaming mit maximalen Details und sehr hohen FPS
  • Sehr starke 20-Kern CPU für Gaming und mehr
  • SSD zum schneiden besonders langer Videos evtl. etwas klein
5599 €

GTX 970 im Jahr 2026: Weitere Auffälligkeiten

Die spezielle Speicherkonfiguration der GTX 970 hat sich auch in unseren Benchmarks bemerkbar gemacht.

Ihr VRAM war in den alten Spielen stets maximal mit 3,5 GByte belegt. Es ist dem Treiber also gelungen, den deutlich langsamere Speicherbereich der letzten 0,5 GByte zu vermeiden. In den neuen Spielen musste die GTX 970 dagegen in den sauren Apfel beißen und die kompletten 4,0 GB belegen (beziehungsweise reservieren).

Ebenfalls ins Auge gesprungen ist die deutlich bessere Effizienz der RX 5500 XT: Im Schnitt verbraucht sie ungefähr 30 Prozent weniger Strom als die GTX 970, und das bei teils deutlich höherer Leistung. Alles andere wäre bei einer fünf Jahre jüngeren GPU aber auch eine klare Enttäuschung.


Passend zum Thema: Das hat Seltenheitswert: Hardware aus einem fast 13 Jahre alten Gaming-PC, die heute noch gut abliefert


Fazit der Redaktion

Nils Raettig: Grundsätzlich kann man auch im Jahr 2026 noch mit einer GTX 970 spielen. Abseits von älteren Spielen und Indie-Titeln muss man sich dabei aber auf klare Abstriche in der grafischen Qualität einstellen, unter anderem aufgrund der geringen Speichermenge.

Dass Upscaling auch auf einer GTX 970 funktioniert (ausgerechnet mit Ausnahme von Nvidias DLSS), hilft dabei gerade in modernen Spielen nur bedingt. Denn solange die Basisauflösung maximal bei Full HD liegt, wird das Bild schnell (zu) matschig, wenn aggressives Upscaling hinzukommt (oder für genug Performance hinzukommen muss).

Ebenfalls nicht zu vergessen: Für Maxwell-Grafikkarten wie die GTX 970 bringt Nvidia nur noch Sicherheitsupdates heraus, aber keine Treiber mehr mit Leistungsoptimierungen. Die RX 5500 XT gehört dagegen (noch) zu den Modellen mit aktivem Support seitens AMD, inklusive Leistungsoptimierungen.

Insgesamt war ich dennoch eher positiv als negativ von der aktuellen Leistung der GTX 970 überrascht. Ihr Beispiel zeigt aus meiner Sicht einmal mehr, dass Gaming-Hardware deutlich langsamer altert als früher.

Zur Einordnung ein Vergleich: Als die GTX 970 im Jahr 2014 auf den Markt gekommen ist, waren zwölf Jahre ältere GPUs unter anderem die Geforce 4 Ti 4200 und die ATI (!) Radeon 9700.

Wir sprechen hier also von Grafikkarten mit maximal 0,128 GB RAM (GTX 970: insgesamt 4 GB) in 150nm-Fertigung (GTX 970: 28nm) und einer Transistormenge im Bereich von 100 Millionen (GTX 970: 5.000 Millionen bzw. 5 Milliarden), mit denen man 2014 kaum noch etwas anfangen konnte, auch durch mangelnde DirectX-Fähigkeiten (maximal DX9, während die GTX 970 bereits DX12 beherrschte).


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Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr euch für solche Benchmarks mit älterer Hardware interessiert? Falls ja, gibt es Komponenten, die ihr besonders gerne in zukünftigen Artikeln sehen würdet? Dabei muss es sich nicht zwingend um Gaming-Hardware handeln, schließlich kann man auch die Leistung von alten Handys und anderen Komponenten aus heutiger Sicht beurteilen. Ich freue mich über jeden Input von euch dazu!


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