Die Handheld-Community ist in Aufruhr: Die Preise der neuen Intel-Handhelds sind ein Schock für viele.
Die neue MSI Claw 8 EX AI+ wird ab 1.700 US-Dollar starten und der neue OneXPlayer X2 Mini Pro kostet in der »günstigsten« Variante 2.400 US-Dollar – etwa fünfmal so viel, wie die Nintendo Switch 2.
Fans sehen in diesen Preisen das Ende des Handhelds kommen. In solchen Zeiten ist es leicht eine pessimistische und schwer eine optimistische Sicht einzunehmen.
Der Markt teilt sich auf, aber er endet nicht. Die Zukunft bleibt trotzdem ungewiss.
Was gerade passiert
Die Computex 2026 war ein Lichtstrahl in der Welt der Handhelds. Das ganze Jahr über reihte sich eine schlechte Nachricht nach der anderen ein: Preiserhöhungen bei den Steam Decks, schlechte Verfügbarkeit bei anderen Handhelds oder sogar die Entwicklungseinstellung einzelner Geräte.
Dann kam die große Messe in Taipeh und plötzlich wurden endlich neue Handhelds und Intels erste Chips vorgestellt, die speziell für die mobilen PC-Konsolen entwickelt wurden. Diese beeindruckten außerdem durch hohe Effizienz und mehr Leistung als die gängigen AMD-Chips in Xbox Ally X und Co.
Und dann kam es, wie es kommen sollte: Wir haben es alle schon vermutet und trotzdem fühlten sich die Ankündigungen der hohen Preise für viele an wie ein Schlag in die Magengrube.
»Handhelds hatten eine gute Zeit. Schade, dass die so schnell wieder verschwunden sind.«
»Es wird immer schwieriger, sie zu rechtfertigen.«
»Möchte ich eins. Ja. Kaufe ich eins? Nein.«
Dies sind nur einige Kommentare von vielen aus dem Handheld-Subreddit in einem Beitrag zum Preis des neuen MSI Claw 8 EX AI+. Die Stimmung ist allgemein gedrückt.
Link zum Reddit-Inhalt
Warum die Preise explodieren
Warum rutschen wir überhaupt in diese schwindelerregenden Preisregionen? Wenn man hinter die Kulissen blickt, fallen vor allem drei Gründe auf:
Die KI-Steuer: Ein Grund für die absurden 2.400 Dollar des neuen OneXPlayer ist ironischerweise etwas, das Spieler und Spielerinnen kaum brauchen: Künstliche Intelligenz. Die neuen Top-Prozessoren stecken voller NPU-Leistung für KI-Berechnungen und erfordern massig teuren Arbeitsspeicher. Diese Handhelds wollen mehr als eine mobile Spielkonsole sein; sie können sogar als mobile Workstation eingesetzt werden.
Der Markt wird erwachsen: Wir erleben gerade dasselbe wie bei Smartphones oder Desktop-Grafikkarten: Es bildet sich eine klare Ultra-Premium-Klasse heraus. Ein Samsung Galaxy Z Fold7 oder eine RTX 5090 bedeuten ja auch nicht das Ende des Marktes, sie verschieben nur die Grenze dessen, was maximal machbar ist.
Es wird schwerer, schwarze Zahlen zu schreiben: Valve (Steam Deck) und Nintendo (Switch und Switch 2) haben einen Vorteil: Sie verdienen ihr Geld nicht nur mit der Hardware, sondern auch mit den Spieleverkäufen in ihren eigenen Stores.
Sie können ihre Geräte knapp kalkulieren oder sogar Verluste subventionieren. Hardware-Hersteller wie MSI oder Lenovo sehen von euren Steam-Käufen keinen Cent. Sie müssen an der Hardware verdienen und das treibt den Preis hoch.
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»Ein Gerät, das euch überall begleitet« Microsoft zeigt vier Minuten lang mehr Details zur Asus ROG Xbox Ally (X)
Ist die Handheld-Party jetzt wirklich vorbei?
Das Ende der Handhelds ist nicht erreicht, aber wenn das so weitergeht, verschwinden sie wieder in der Nische, aus der das Steam Deck sie einst heraus holte.
Vor dem Release des günstigen Valve-Handhelds waren vierstellige Preise für Handheld-PCs die Normalität. Erst mit dem Steam Deck haben sich Hardware-Hersteller wie Asus, MSI und Lenovo getraut, in den Ring zu steigen und Geräte mit kompetitiven Preisen anzubieten.
Der Handheld-Markt ist inzwischen aufgeteilt in günstige Optionen, die teilweise schon etwas älter sind, und neuere, die alle den Luxus-Bereich bedienen (für den es durchaus einen Markt gibt, wie der aktuelle Ausverkauf des MSI Claw 8 EX AI+ zeigt).
Wenn ihr nicht immer das Beste vom Besten haben müsst, dann kann sich der Kauf von einem der folgenden Geräte immer noch lohnen:
Unter 800 Euro:
- Lenovo Legion Go S (mit Z2 Go; Windows oder SteamOS)
- MSI Claw A1M (155H)
- Asus ROG Xbox Ally
- Steam Deck OLED (512 GB)
Diese vier Handhelds sind 2026 gute Optionen, wenn ihr nicht so tief in die Tasche greifen wollt. (Bildquelle: GameStar Tech / GamePro)
Zwischen 800 und 999 Euro:
- Asus ROG Xbox Ally X
- MSI Claw 8 AI+
- MSI Claw A8
Ehrenvolle Nennung: Nintendo Switch 2
Die Switch 2 ist zwar kein PC, aber aktuell der Handheld mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die kleine Konsole ist schnell genug für kommende Blockbuster, wie etwa Resident Evil 9 und kann noch heute für etwa 430 Euro gekauft werden.
Wie ihr seht, gibt es noch einige Geräte, die euch viel ohne vierstelliges Preisschild bieten. Das Problem ist hierbei, dass diese PC-Handhelds alle schon etwas älter sind. Es steht zwar noch in den Sternen, ob der Low-End- mit Mid-End-Bereich weiterhin bedient wird, aber die Zeichen stehen nicht schlecht.
Unsere Handheld-Kaufberatung für 2026
Die Hoffnung für das Budget-Segment: Lite-Handhelds
Mit Lite-Handhelds meine ich die Geräte, die mit abgespeckter Hardware ausgestattet sind und deswegen günstiger angeboten werden.
In diese Kategorie fallen etwa die Asus ROG Xbox Ally, der MSI Claw A1M mit Intel Core Ultra 135H oder der Lenovo Legion Go S mit AMD Ryzen Z2 Go statt Ryzen Z1 Extreme.
Intel hat für seine neuen Handheld-Chips ebenfalls zwei Versionen angekündigt, die sich in der Leistung unterscheiden: Intel G3 und G3 Extreme. Acer hat schon bekannt gegeben, dass ihr neuer Handheld, der Predator Atlas 8, auch in einer abgespeckten Variante mit G3-Chip erscheinen wird. Die alles entscheidende Preisfrage ist allerdings noch unbeantwortet.
Die Party spielt hier unten
Blicken wir den Tatsachen ins Auge: Die Hoffnung, dass die High-End-Technik der 1.700-Euro-Boliden schon nächstes Jahr magisch in die 500-Euro-Klasse durchsickert, ist vermutlich Wunschdenken. Der Handheld-Markt bewegt sich aktuell fast ausschließlich nach oben, während sich in der echten Mittelklasse kaum etwas bewegt.
Trotzdem sehe ich einen wichtigen Grund für Optimismus: Handhelds sind keine Smartphones. Ihr braucht nicht alle zwei oder drei Jahre ein Upgrade. Ein Steam Deck OLED oder ein Asus ROG Ally veralten nicht so schnell und werden heute und morgen immer noch einen großen Teil der Steam-Bibliothek abspielen. Der Grund dafür: Spieleentwickler müssen ihre Titel für die Hardware optimieren, die die breite Masse auch tatsächlich besitzt.
Solange Millionen von Spielern und Spielerinnen auf dem Steam Deck, älteren Z1-Chips oder der Switch 2 unterwegs sind, bleibt genau diese Hardware die Messlatte für viele Studios.
Die Luxus-Geräte da oben können euch also erst einmal egal sein. Sie zeigen, was technisch machbar ist, aber viele von uns spielen eine Etage tiefer, bei den Geräten, die wir uns auch leisten können und wollen – und diese Party ist noch lange nicht vorbei.

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