Über 35 Grad Celsius: Für Switch 2, Steam Deck Co. wird’s diese Woche zu heiß – das müsst ihr beachten

Solltet ihr euren Handheld vielleicht besser daheim lassen?

Sommer, Sonne, Strand und ... Nintendo Switch? Worauf ihr bei den hohen Temperaturen bei eurem Handheld achten solltet. (Bildquelle: Oleg über Adobe Stock) Sommer, Sonne, Strand und ... Nintendo Switch? Worauf ihr bei den hohen Temperaturen bei eurem Handheld achten solltet. (Bildquelle: Oleg über Adobe Stock)

Die Sonne brennt, das Thermometer klettert auf 34 Grad und mehr – in einigen Teilen Deutschlands sogar auf 36 Grad. Sind eure geliebten Handhelds wie die Nintendo Switch 2, das Steam Deck OLED oder die Asus ROG Ally ständige Begleiter, müsst ihr aufpassen. Die Hitze kann ihnen ganz schön zusetzen.

Hier erklären wir euch, warum hohe Temperaturen euren Geräten schaden können, welche Gefahren lauern und vor allem: Was ihr tun könnt, um eure Hardware zu schützen und unbesorgt weiterzuspielen.

Die offiziellen Temperaturgrenzen eurer Geräte

Um die Auswirkungen von Hitze auf eure Handhelds zu verstehen, ist es wichtig, zwischen der Umgebungstemperatur und der internen Temperatur der Komponenten (CPU, GPU) zu unterscheiden. Hersteller geben oft eine sichere Umgebungstemperatur an, innerhalb der das Gerät optimal funktioniert. 

Die internen Komponenten können dabei deutlich heißer werden, haben aber eigene, höhere Temperaturgrenzen, bevor Schutzmechanismen greifen.

Hier sind drei Handhelds und deren empfohlene Umgebungstemperatur, die als Beispiel dienen:

GerätEmpfohlene Umgebungstemperatur (Betrieb)
Nintendo Switch 25  - 35 Grad Celsius
Steam Deck OLED0  - 35 Grad Celsius
Asus ROG Ally5 - 35 Grad Celsius

Wie ihr seht, sind alle drei Handhelds für eine maximale Umgebungstemperatur von 35 Grad Celsius ausgelegt. Was passiert also, wenn ihr bei diesen oder gar noch höheren Temperaturen spielt? 

Warum Hitze euren Handhelds schadet: die Gefahren im Detail

Hohe Temperaturen wirken sich negativ auf die Leistung und Langlebigkeit eurer Handheld-Konsolen aus. Die Folgen reichen von sofort spürbaren Leistungseinbußen bis hin zu langfristigen Schäden an den Komponenten und in seltenen Fällen sogar Sicherheitsrisiken für euch als Spieler oder Spielerin.

Leistungseinbußen durch »Thermal Throttling«

Wenn die internen Komponenten eures Handhelds, insbesondere die CPU und die GPU, zu heiß werden, greifen die eingebauten Schutzmechanismen. Das Gerät reduziert automatisch seine Taktfrequenz und die Leistungsaufnahme, um die Wärmeentwicklung zu verringern. Diesen Vorgang nennt man »Thermal Throttling« oder thermische Drosselung.

Die Auswirkungen auf das Spielerlebnis sind sofort spürbar: Die Framerate sinkt, Spiele ruckeln oder laufen spürbar langsamer. 

Durch die hohe Außentemperatur wird das Temperaturlimit für die Drosselung deutlich früher erreicht. 

Die meisten Handhelds beziehen frische Luft über die Rückseite und geben sie über Schlitze an der Oberseite wieder aus. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Die meisten Handhelds beziehen frische Luft über die Rückseite und geben sie über Schlitze an der Oberseite wieder aus. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Verkürzung der Lebensdauer von Hardware-Komponenten

Hohe Temperaturen beschleunigen den Verschleiß elektronischer Bauteile. Prozessoren (CPUs) erzeugen bei der Arbeit viel Wärme und übermäßige Hitze kann ihre Lebensdauer verkürzen. Dies gilt auch für GPUs, RAM und den internen Speicher, da sie in Handhelds oft auf engstem Raum zusammenarbeiten und sich gegenseitig aufheizen.

Wenn euch die Langlebigkeit eurer Hardware also wichtig ist, solltet ihr vermeiden, euren Handheld einer Außentemperatur von 35 Grad oder mehr auszusetzen. 

Verformungen des Gehäuses

Bei besonders hohen Temperaturen kann es zu Verformungen des Gehäuses kommen. Das hat nicht nur kosmetische Folgen, sondern kann sich auch auf die Funktionalität von einzelnen Bauteilen eures Handhelds auswirken. So können etwa Displayschäden entstehen.

In der Regel sind dafür sehr hohe Temperaturen nötig, die insbesondere etwa erreicht werden, wenn ihr euren Handheld im geschlossenen Auto vergessen habt. 

Akkus in der Hitze: Verkürzte Lebensdauer und die Gefahr des Aufblähens

Die meisten Handhelds verwenden Lithium-Polymer-Akkus, die sehr temperaturempfindlich sind. Hohe Temperaturen beschleunigen die chemischen Reaktionen im Akku, was zu einer schnelleren Alterung und einer verkürzten Gesamtlebensdauer führt.

Die Gefahr des Aufblähens (umgangssprachlich auch als »Spicy Pillow« bezeichnet) ist eine ernste Sicherheitsgefahr. Übermäßige Hitze kann dazu führen, dass sich der Elektrolyt im Akku zersetzt und Gase produziert. Die sammeln sich dann im Akkugehäuse an, was zum Aufblähen führt. 

Ein aufgeblähter Akku birgt das Risiko eines Bruchs, eines Lecks oder sogar eines Brandes. 

Das Aufladen des Geräts während des Spielens bei hohen Temperaturen ist besonders schädlich für den Akku, da es die Wärmeentwicklung zusätzlich verstärkt. 

Es kann sinnvoll sein, den Akku von eurem Handheld regelmäßig zu prüfen, ob er aufgebläht ist. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Es kann sinnvoll sein, den Akku von eurem Handheld regelmäßig zu prüfen, ob er aufgebläht ist. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

So schützt ihr eure Handhelds vor der Hitze

Um eure wertvollen Handhelds vor den schädlichen Auswirkungen von Hitze zu bewahren, gibt es eine Reihe einfacher, aber effektiver Maßnahmen, die ihr ergreifen könnt.

  • Vermeidet direkte Sonneneinstrahlung. Legt eure Geräte niemals in die pralle Sonne, auf ein Armaturenbrett im Auto oder direkt an ein Fenster. 
  • Achtet stets darauf, dass die Lüftungsschlitze an der Rückseite und oben frei bleiben. Es lohnt sich, diese regelmäßig von Staub zu befreien.
  • Wenn es euer Handheld unterstützt, maximiert die Lüftergeschwindigkeit in der Zeit, in der ihr draußen spielt.
  • Wählt ein Leistungsprofil aus, das weniger Energie benötigt. Dann müsst ihr eventuell niedrigere Grafikeinstellungen oder eine verringerte FPS hinnehmen. Dafür heizt sich euer Handheld weniger auf. 
  • Vermeidet es, mit angeschlossenem Stromkabel zu spielen. 

Überhitzung: Wie schlimm ist es und was sind die ersten Anzeichen?

Eine Überhitzung ist meistens kein großes Problem, da euer Handheld sich selbst abschaltet, wenn die Temperatur eine Maximalgrenze erreicht. Das beugt langfristigen Schäden vor. 

Dennoch solltet ihr die ersten Anzeichen einer Überhitzung nicht ignorieren und eurem Handheld – und euch – eine kühle Pause gönnen: 

Anzeichen für Überhitzung:

  • Gerät ist heiß: Wenn sich euer Handheld ungewöhnlich warm oder sogar heiß anfühlt, ist das ein mögliches Zeichen für eine Überhitzung. Allerdings kann euer Gerät auch bei niedrigen Umgebungstemperaturen sehr heiß werden, was vor allem bei schnellen PC-Handhelds üblich ist. 
  • Leistungsabfall: Plötzliche Ruckler, Frame-Einbrüche oder eine allgemeine Verlangsamung der Bedienung deuten auf Thermal Throttling hin.
  • Laute Lüfter: Wenn die internen Lüfter eures Geräts ungewöhnlich laut werden oder durchgehend automatisch auf Hochtouren laufen, versuchen sie, die erhöhte Wärme abzuführen.
  • Warnmeldungen oder Abstürze: Viele Geräte zeigen bei Überhitzung Warnmeldungen an oder schalten sich unerwartet ab, um Schäden zu verhindern.
  • Aufgeblähter Akku: Dies ist das kritischste Warnsignal. Wenn das Gehäuse des Geräts sich wölbt, der Bildschirm sich hebt oder der Akku sichtbar angeschwollen ist, ist dies ein unmittelbares Sicherheitsrisiko.

Wenn ihr also bei dem heißen Wetter auch draußen spielen wollt, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Optimal sind die aktuell hohen Außentemperaturen dennoch nicht. Vielleicht gönnt ihr euch einfach ein kühles Getränk und verlegt das Spielen auf ein anderes Mal. 

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