Kaum ein Handheld lässt sich so leicht reparieren und modifizieren, wie das Steam Deck. Das haben wir natürlich auch Valve zu verdanken, die das Innenleben sehr reparaturfreundlich gestaltet haben und für Ersatzteile direkt mit iFixit zusammenarbeiten.
In der Steam-Deck-Community wird dieser Aspekt des Handhelds oft gelobt und im Großen und Ganzen stimme ich zu; Valve zeigt vorbildlich, wie gute Reparierbarkeit geht.
Trotzdem gibt es Luft nach oben. Es gibt nämlich zwei Teile, die wirklich nicht leicht austauschbar sind – und bei einem davon ist es extra bitter.
Das Positive zuerst: die meisten Teile sind sehr leicht austauschbar
Der Großteil aller Teile ist extrem einfach zu reparieren und sollte wirklich von jedem Menschen machbar sein:
- Alle Flachkabel haben eine Lasche, mit der sie leicht gegriffen werden können. So ist auch das Risiko niedriger, sie durch eine Pinzette zu beschädigen.
- Die wichtigsten Flachkabel sind sogar beschriftet, so dass man sie leicht wieder identifiziert.
- Die Boards für die Analog-Sticks sind nicht verlötet und nur mit drei Schrauben befestigt. Mit dem Controller-Board sind sie nur per Flachkabel verbunden.
- Das Mainboard ist leicht erreichbar, nachdem man den Heat-Shield die Motorkonstruktion entfernt hat. Beide sind nur mit wenigen Schrauben befestigt.
- Die SSD ist in wenigen Schritten erreicht.
- Das Audio-Board und die zwei für die Controller sind sehr leicht austauschbar, solange man Schritt für Schritt die Flachbandkabel und Schrauben löst.
- Die Rückseite ist nicht mit einem Flachbandkabel mit der Haupteinheit verbunden, wie etwa bei anderen Handhelds, wie dem Asus ROG Ally. Man muss beim Öffnen also nicht ganz so vorsichtig sein.
Alles in allem ist das Steam Deck nicht nur leicht reparierbar, es ist auch gut geeignet für alle, die noch wenig mit Modding zu tun hatten, aber ihren Handheld selbst nach dem Kauf noch verbessern oder auf den eigenen Geschmack anpassen wollen.
Sehr gute Arbeit, Valve! Das stimmt mich auf jeden Fall optimistisch, was zukünftige Hardware angeht.
So ganz perfekt ist die Reparierbarkeit des Steam Decks aber noch nicht. Vier Aspekte können verbessert werden und mit zwei von Ihnen hatte ich so meine eigenen Probleme.
Das Negative: Vier Dinge, die ihr unbedingt zur Reparierbarkeit des Steam Decks wissen solltet
Steam Decks und zerbrochene microSD-Karten sind fast schon ein Meme
Bevor ihr euer Steam Deck öffnet, müsst ihr unbedingt eure microSD-Karte vorher entfernen. Sie ragt leicht vom Mainboard heraus und beim Entfernen der Backplate macht ihr aus eurer microSD-Karte zwei kleine »Nano-SD-Karten« – also ihr halbiert sie und sie ist kaputt.
Solange ihr darüber Bescheid wisst, ist es ja kein Problem, aber viele tun das eben nicht; es ist auch nichts Offensichtliches. Halbierte SD-Karten sind deswegen leider ein wiederkehrendes Thema in der Steam-Deck-Community.
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Verklebter Akku
Dafür muss ich Valve Extra-Minuspunkte geben. Bei einem Handheld ist das wohl das wichtigste Bauteil, das leicht auszutauschen sein sollte, aber das ist es beim Steam Deck nicht.
Zuerst das Positive:
- Ersatzakkus lassen sich unkompliziert über iFixit bestellen.
- Dort gibt es auch eine detaillierte Anleitung, für den Prozess.
- Der Akku ist nach dem Öffnen des Steam Decks leicht erreichbar.
Das Negative: die Unterseite ist mit dem inneren Gehäuse verklebt. Ihr könnt den Akku also nicht einfach herausnehmen. Nein, der Prozess ist deutlich nerviger.
Zuerst sollte der Akku möglichst stark entladen sein, um das Risiko für euch und das Gerät zu minimieren. Anschließend müsst ihr mit einem Föhn oder einer Heat-Gun den Akku leicht erwärmen, um den Klebstoff aufzuweichen. Hier muss man aber schon vorsichtig sein, da Hitze und Lithium-Polymer-Akkus nicht die besten Freunde sind.
Anschließend führt man mehrere Gitarren-Picks unter den Akku und versucht, ihn Schritt für Schritt von der Unterseite zu lösen.
Dieser Prozess ist schon nervig bei einem funktionsfähigen Akku, wird aber deutlich komplizierter, sollte ein aufgeblähter ausgetauscht werden. Dann müsst ihr mit der Hitze und den Gitarren-Picks noch viel vorsichtiger sein.
Verklebtes Display
Auch das Display ist verklebt. Beim Entfernen mit Fän, Saugnapf und Gitarren-Picks ist Fingerspitzengefühl und Geduld nötig. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Ein Display-Tausch wird nur für die wenigsten wirklich notwendig sein, doch Missgeschicke können passieren. Ich habe den Prozess durchgemacht, weil ich beim Steam-Deck-LCD-Modell einen Full-HD-Bildschirm eingebaut habe.
Leider ist auch dieses Bauteil an den Rändern verklebt. Ich musste vier Gitarrenpicks unter das Display stecken und mit einem Föhn nach und nach den Kleber lösen. Man muss außerdem aufpassen, die Picks nicht zu tief in das Gehäuse zu führen, da man sonst Kabel im Inneren beschädigt.
Mit einem Saugnapf lässt sich das Display dann langsam nach oben heben. Dabei muss man vorsichtig sein, wenn man den alten Bildschirm nicht beschädigen will, da schon leichtes Verbiegen zu einem Riss führen kann.
Verfügbarkeit von Teilen
Die meisten Teile sind einfach über iFixit verfügbar, es gibt auch Ausnahmen. Bei meinem LCD-Modell müsste das Audio-Board ausgetauscht werden, aber dieses ist seit Jahren nicht verfügbar und inzwischen im Shop nicht mehr gelistet, obwohl die Anleitung dafür noch online ist.
Passend zum Thema: RGB-Beleuchtung, neue Analog-Sticks und mehr: Ich habe das Steam Deck OLED umgebaut und ein Mod lohnt sich besonders
Fast ein Paradebeispiel für Reparierbarkeit
Die Steam Decks zeigen vorbildlich, wie das Innenleben von einem Handheld aufgebaut sein sollte. Die beschrifteten Flachbandkabel mit Laschen, die einfache Aufteilung der Teile und der schnelle Zugang für die wichtigsten sind absolut vorbildlich. Es gibt trotzdem Luft nach oben.
Abschließend kann ich sagen: danke, Valve, für das durchdachte Innenleben der Steam Decks. Ich bin gespannt, ob auch zukünftige Hardware von euch so gut reparierbar werden, aber ich bin da optimistisch – verwendet aber bitte weniger Kleber, wenn es geht.

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