Auf dieses Gaming-Headset habe ich seit Jahren gewartet – und es kommt ausgerechnet von einem Tastaturhersteller

Mit dem Glorious GHS Wireless InfinitePlay packe ich ein Gaming-Headset voller Überraschungen aus.

Erstaunlich und im Vergleich zu manchem Konkurrenzprodukt sogar preiswert: Das Glorious GHS Wireless InfinitePlay. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Erstaunlich und im Vergleich zu manchem Konkurrenzprodukt sogar preiswert: Das Glorious GHS Wireless InfinitePlay. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Selten habe ich beim Auspacken eines Gaming-Headsets so viele Oooh!s und Aaaah!s von mir gegeben wie beim in dieser Stunde veröffentlichten Glorious GHS Wireless InfinitePlay.

Das Gerät kommt mit Ladebasis, zwei Akkus und anderen Features, die mich sofort begeistern. Es handelt sich um das neueste Premium-Modell von dem (eigentlichen) Tastatur- und Maushersteller Glorious Gaming.

Erst neulich habe ich das erste Gaming-Headset von Glorious, das supergünstige GHS Eternal in meine große Kaufberatung mit den besten Gaming-Headsets aufgenommen.

Das nun erschienene Glorious GHS Wireless InfinitePlay könnte man als Kontramodell bezeichnen. Es handelt sich um das Premium-Flaggschiff des Produzenten.

Beim Auspacken, Aufsetzen und einem ersten Antesten hatte ich einen groben Preis im Hinterkopf. Nach den ersten Songs musste meine Erinnerung dann aber glatt noch mal verifizieren. Das Teil soll in der UVP knapp 230 Euro kosten. Das ist für ein Gaming-Headset mit dieser Ausstattung im Jahr 2026 ungewöhnlich.

Zum Vergleich: Als unverbindliche Preisempfehlung kostete das SteelSeries Arctis Nova Elite (Test) gewagte 650 Euro. Sicher hat das auch ein paar besondere Spezifikationen im Gepäck, die Ausstattung ist aber ähnlich. Das GHS Wireless InfinitePlay kann da locker mithalten.


Video starten 0:58 Drei andere tolle Gaming-Headstes.


Meine Ersteindrücke

Die einfache Verpackung lässt zunächst nicht erahnen, dass sich darin ein kleiner Schatz befindet. Sie kommt als einfacher Klappkarton daher, ohne Hartkarton mit Magnetschließe oder ähnlichem Schnickschnack. Die Show ist hier nicht so wichtig, der Inhalt ist es.

Un der hat es in sich: Im Karton liegen neben dem Headset eine Ladebasis, zwei Kabel, zwei Akkus, ein Mikrofon, eine Schnellanleitung, ein USB-C-Dongle mit Stoffschlaufe und ein USB-A-Adapter.

Die Ladebasis erinnert mich an den einfachen Look der 90er Jahre. Sie ist quadratisch und in einem schlichten, matten, schwarzen Kunststoff gehalten. Den coolen USB-C-Dongle kann ich komplett darin versenken. Die Schlaufe am Dongle ist zum Herausziehen gedacht.

Die beiden Akkus haben ein ganz anderes Design als der Rest, der überwiegend matt-schwarz ist. Beide Akkus erinnern ein wenig an alte Spiele-Cartridges und verstärken den Hauch von Nostalgie. Die Technik jedoch ist alles andere als alt.

Während ich einen Akku im Headset stecken habe, wartet der andere in der Basis und lädt währenddessen auf. Ein leichter Akkuaustausch, wie er ab 2027 sowieso vorgeschrieben ist, macht 2026 nicht weniger Sinn. Ich jedenfalls begrüße diesen Fortschritt.

Das Headset ist wunderbar leicht. 360 Gramm inklusive Mikrofon. Ebenfalls eher ungewöhnlich für ein hochpreisiges Gaming-Headset.

Einziger Wermutstropfen ist das Mikrofon. Das lässt sich ziemlich schlecht zurechtbiegen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich noch nichts zur Aufnahme- und Ausgabequalität sagen, weil ich es noch nicht ausprobiert habe. Das kommt aber noch.

Technische Daten
Specs
  • Nominale Impedanz: 32 Ohm
  • Treiber: 40 mm
  • Frequenzgang: 20 Hz - 20 kHz
  • Verbindung: Bluetooth und 2,4 GHz-Funk
  • Akkulaufzeit: 85 Stunden (Wächterakku über 3 Stunden)
  • Bedienelemente
    • Links: Power, Chat-Mix, Stummschalten, Profile, Batteriestand
    • Rechts: Lautstärke, Call/Media, Verbindunsartwechsel
  • Gewicht: 360 Gramm
  • Mikrofon: abnehmbar + Ohrmuschelmikro

Erste Klangprobe überzeugt

Meine erste Notiz zum Gerät lautet einfach nur geiler Bass!. Hier zeichnet sich ein Muster ab. Auch das Budget-Gerät GHS Eternal liefert einen fantastischen Bass – vor allem für gerade einmal 60 Euro. Beim ersten Probehören konnte ich nichts feststellen, was mich deutlich gestört hätte.

Mehr zum anderen Glorious-Gaming-Headset: Tastatur-Profi Glorious stellt jetzt auch Gaming-Headsets her, weil »Gamer für mittelmäßigen Sound zu viel bezahlen«

Für ein abschließendes Resultat sind aber mehr Musik und vor allem das Wichtigste, der Spieltest, nötig. In Sachen Ortung und Co. kann ich also noch keine Aussage treffen.

Das Headset sitzt auf kleinen Köpfen etwas zu locker, aber dafür bequem. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Das Headset sitzt auf kleinen Köpfen etwas zu locker, aber dafür bequem. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Wenn das Gaming-Headset nicht verbunden, aber eingeschaltet ist, knackt es immer mal in der Leitung. Ich meine aber, dass das Geräusch weg war, nachdem ich es mit 2,4-GHz-Funk verbunden habe.

Wer keinen Funk-Dongle nehmen möchte, kann es übrigens auch via Bluetooth oder USB-Kabel verbinden.

Das Glorious GHS Wireless InfinitePlay soll pro Akku bis zu 85 Spielstunden ermöglichen. Ich bin gespannt, ob das stimmt, obwohl es eigentlich keine Rolle spielt. Zum einen sind 85 Stunden eine ohnehin schon krasse Laufzeit, zum anderen kann ich ja jederzeit on-the-fly den Akku wechseln, wenn einer leer ist.

Wirklich überragend: Der Wächterakku. Das ist ein Akku im Inneren des Headsets, der dafür da ist, die on-the-fly-Funktion zu erfüllen. Sprich: Wenn man den regulären Akku entfernt, passiert bis zu drei Stunden erstmal nichts. Ihr könnt das Headset weiterbenutzen, bekommt durch eine sehr angenehme Stimme aber den Hinweis, dass der Akku entfernt wurde.

Mir fiel das beim Fotos machen auf. Ich habe den Akkus fürs Bild entfernt und alles auf dem Tisch ausgebreitet. Plötzlich kommt aus den Ohrmuscheln der entsprechende Hinweis. Das war schon ein cooler Moment.

Herausragend
Beyerdynamic MMX 330 Pro
Natürlicher Klang
Beyerdynamic MMX 330 Pro
Es gibt einen neuen Sheriff in der Stadt
Das offene Headset wurde von uns getestet und ausgezeichnet. MMX 300 Pro heißt die geschlossene Variante.
  • Beste Qualität
  • Super Ortung
  • Fantastischer, natürlicher Klang
  • Hoher Tragekomfort
  • Wechselbare Komponenten
  • Durch Bauweise vergleichsweise flacher Bass
  • Teuer
299 €
Audeze Maxwell 2
Award-Anwärter
Audeze Maxwell 2
Der beste Klang
Dieses Gaming-Headset liefert den aktuell detailliertesten Klang, den man bei kabellosen Geräten bekommen kann.
  • Krasse Akkulaufzeit
  • Bester Klang im Wireless-Bereich
  • Multikonnektivität
  • Gutes, abnehmbares Mirkofon mit Geräuschunterdrückung
  • Schwer und warm
  • Kein ANC (aber gute passive Geräuschunterdrückung + Mirko)
397 €
Razer Blackshark V2 Pro (2023)
Kann alles
Razer Blackshark V2 Pro (2023)
Für Pros und Spiele-Enthusiasten
Das Razer Blackshark V2 Pro (2023) ist meiner Meinung nach das aktuell beste Gaming-Headset des Herstellers. Es wurde für E-Sport-Profis optimiert, ist bequem und hat ein super Mikrofon.
  • Lange Akkulaufzeit
  • Unfassbare Reichweite
  • Super Mikrofon
  • Hoher Komfort
  • Erstklassige Ortung
  • Bass vergleichsweise zurückhaltend wegen E-Sports-Fokus
124 €
Logitech Astro A50 X
Multiplattformer
Logitech Astro A50 X
Mit Station
Dieses Gaming-Headset ist mit den meisten Plattformen kompatibel und unfassbar bequem. Die Ladeschale wertet das Gesamtpaket weiter auf.
  • Für zig Plattformen
  • Sehr bequem
  • Bluetooth und Lightspeed
  • Mit Playsync und Dual-Audio-Funktion
  • Super Tonqualität
  • Dual-Audio schwächelt manchmal
  • Mikro könnte für den hohen Preis besser sein
350 €330 €

Das hier ist nur ein kurzes Hands-on mit meinem überraschend positiven Ersteindruck. Eine Wertung und Aussagen zum Ingame-Verhalten kann ich noch nicht machen. Auch die Software und mit den neusten Updates habe ich mir noch nicht angesehen.

Wenn ihr schon jetzt auf der Suche nach einem guten Gaming-Headset seid, könnt ihr einen Blick in meine immer aktuelle Kaufberatung mit den besten Gaming-Headsets in verschiedenen Preisklassen machen.

Nele Wobker
Nele Wobker

Der allererste Ersteindruck hat mich überzeugt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis scheint zu stimmen, das Headset trägt sich gut und der Ton ist super. Alles weitere, insbesondere die Performance im Spiel muss der Langzeittest erst noch zeigen.

Eines steht aber schon fest: Für diese üppige Ausstattung und Qualität hätten sich andere Hersteller fürstlich entlohnen lassen. Vielleicht liegt es dran, dass es das erste Premiummodell von Glorious ist. Hoffen wir, dass sie auch bei kommenden Modellen bei dieser Preispolitik bleiben.


Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.