Der Akkutausch beim Smartphone ist unbedingt empfehlenswert. Wenn die Kapazität irgendwann stark gesunken ist, leidet nicht nur die Akkulaufzeit, sondern auch die allgemeine Leistung des Gerätes. Ein neuer Akku hat also Vorteile – allen voran könnt ihr euer Handy länger nutzen.
Bislang musste ich bei jedem meiner iPhones irgendwann den Akku tauschen. In den letzten zehn Jahren wurde es allerdings deutlich schwieriger, denn inzwischen sind Displays wegen des Wasserschutzes verklebt. Ein Akkutausch ist längst kein Fünf-Minuten-Job mehr.
Ich schraube trotzdem noch selbst, einfach, weil ich Spaß daran habe und etwas Geld spare. Für alle, die ihr Smartphone einfach weiter nutzen wollen, klingt das »Selbermachen« erst einmal verlockend.
Aber: Ich würde euch trotzdem raten, nicht unüberlegt selbst loszulegen.
Wo es beim iPhone heikel wird
Das erste Problem ist banal: Das iPhone nimmt euch den Eingriff übel, wenn ihr irgendeinen No‑Name‑Akku einbaut oder eine Werkstatt wählt, die keine Originalteile nutzt.
Dann erscheint in den Einstellungen eine Meldung, dass der Akku nicht original sei, er wird als »Unbekanntes Bauteil« geführt. Technisch läuft das Gerät zwar weiter, aber beim Wiederverkauf ist das ein rotes Tuch. Ich persönlich würde ein iPhone ohne Original‑Akku nicht kaufen.
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Außerdem sind moderne iPhones verklebt und innen ziemlich vollgepackt. Ein falscher Hebel und ihr reißt ein Flexkabel ab, beschädigt das Panel oder einen winzigen Widerstand. Dann wird aus der vermeintlichen Sparmaßnahme schnell ein Schaden, den nur noch eine teure Reparatur behebt.
Ist mir selbst beim iPhone 5 passiert: Ein zerstörter Widerstand, danach kein Mobilfunkempfang mehr – blöd gelaufen.
Repair Assistant: Selbst schrauben, ohne »Unbekanntes Bauteil«
Apple hat beim Thema Teileerkennung nachgebessert. Ab iOS 18 gibt es den Reparatur‑Assistenten in den Einstellungen. Nach einem Tausch (Originalteil vorausgesetzt) könnt ihr ihn aufrufen, damit das iPhone die neuen Komponenten kalibriert.
Das funktioniert ab dem iPhone 12 für Akku, Display und Kamera, bei neueren Geräten sogar für noch mehr Teile.
Die Idee dahinter: Wenn ihr einen originalen Apple‑Akku verwendet, könnt ihr nach der Reparatur über Einstellungen > Allgemein > Info > »Bauteile & Serviceprotokoll« den Assistenten starten, der die Kalibrierungsdaten für dieses iPhone lädt.
Danach wird der Akku als Original erkannt und die störende Meldung verschwindet – inklusive korrekter Anzeige der Batteriegesundheit.
Das ist ein wichtiger Unterschied zur früheren Situation. Früher blieb die Warnung selbst dann, wenn ihr mit einem originalen Akku gearbeitet habt, solange die Reparatur nicht von Apple oder einem autorisierten Partner durchgeführt wurde.
Jetzt könnt ihr den Fehler zumindest ausbügeln – vorausgesetzt, ihr nutzt ein passendes iPhone‑Modell, iOS 18 und einen echten Apple‑Akku.
Meine Empfehlung: Fehler vermeiden und nur bewusst selbst reparieren
Wenn ihr keine Schrauberfahrung habt, würde ich vom Selbstversuch dringend abraten – egal wie verlockend die Einsparung klingt. Das Risiko, Display oder Innereien zu beschädigen, steht in keinem Verhältnis zur Ersparnis.
Wenn ihr trotzdem selbst Hand anlegen wollt, solltet ihr unbedingt zu einem Originalakku greifen. Nur dann könnt ihr mit dem Reparatur-Assistenten dafür sorgen, dass euer iPhone den Akku als echtes Teil erkennt und beim späteren Verkauf kein Warnhinweis in den Einstellungen steht.
- Ich habe den Akku bei meinem iPad Pro getauscht und kann euch nur dringend davon abraten
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Wenn ihr das iPhone sicher irgendwann verkaufen wollt oder einfach möglichst wenig Risiko möchtet, würde ich den Akku weiterhin bei Apple oder einer zertifizierten Werkstatt tauschen lassen. Ihr bekommt eine professionelle Reparatur, ein sauber wiederverklebtes Gerät und einen Akku, der von Anfang an korrekt im System auftaucht.
Ich selbst bleibe dabei: Meine eigenen Geräte, die in der Familie bleiben, bekommen weiterhin den selbst gewechselten Akku. Sobald ich aber weiß, dass ein iPhone später noch einen Käufer finden soll, lasse ich den Akkutausch lieber machen.
Dank Repair Assistant ist Selbstreparatur zwar weniger »bestraft« als früher, aber das Risiko im Inneren des Gerätes bleibt gleich hoch – selbst ich habe nach etlichen Akkuwechseln noch immer etwas Bammel beim Lösen des Displays.

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