Metalldetektor, Wasserwaage und Co. – in eurem Handy stecken viel mehr Funktionen, als ihr glaubt

Ein modernes Smartphone ist vollgestopft mit Sensoren. Mithilfe von Apps lassen sich damit durchaus nützliche Dinge im Alltag anstellen.

Euer Handy könnt ihr mithilfe von Apps in richtige Werkzeuge verwandeln – etwa in eine Wasserwaage. (Bildquelle: GameSar Tech) Euer Handy könnt ihr mithilfe von Apps in richtige Werkzeuge verwandeln – etwa in eine Wasserwaage. (Bildquelle: GameSar Tech)

Wenn wir an Smartphone-Sensoren denken, dann vermutlich zunächst an Dinge wie Kamera, Fingerabdrucksensor oder GPS. In einem modernen Handy stecken allerdings noch viele mehr.

Beschleunigungssensor, Gyroskop, Umgebungslichtsensor und Co. sorgen dafür, dass unser Smartphone so vielseitig ist. Mithilfe von Apps lassen sich die Sensoren zweckentfremden und in kleine Werkzeuge verwandeln.

Teilweise stellen Hersteller auf ihren Geräten bereits entsprechende Anwendungen bereit – auf dem iPhone sind eine Wasserwaage und ein virtuelles Maßband beispielsweise schon lange Standard. Alternativ müsst ihr mitunter den Umweg über den App Store oder Play Store nehmen und eine entsprechende App installieren.


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Schauen wir uns nachfolgend doch mal ein paar Funktionen an, für die ihr euer Smartphone verwenden könnt.

Hinweis: Wenn es um absolute Genauigkeit geht, solltet ihr immer zu einem richtigen Werkzeug greifen. Wenn es aber darauf nicht so sehr ankommt, macht die Handy-Variante durchaus einen guten Job.

Wasserwaage

Das iPhone bietet innerhalb der »Maßband«-App eine Wasserwaage. (Bildquelle: GameStar Tech) Das iPhone bietet innerhalb der »Maßband«-App eine Wasserwaage. (Bildquelle: GameStar Tech)

Diese Funktion ist inzwischen ein Klassiker: Beschleunigungssensor und Gyroskop wissen, wie euer Handy im Raum liegt – deshalb dreht beispielsweise auch der Bildschirm beim Drehen des Gerätes automatisch. Diese Daten reichen auch aus, um das Handy als Wasserwaage zu verwenden und etwa ein Bild gerade an die Wand zu hängen.

Bei iPhones ist das seit Jahren eine Standardfunktion. Apple hat die Wasserwaage in die vorinstallierte App »Maßband« integriert. Ein Tipp auf »Wasserwaage« genügt, um den Messvorgang zu starten.

Der funktioniert, wenn das Handy flach auf dem Rücken liegt, sowie wenn ihr es auf eine Kante stellt. Landet ihr bei 0 Grad, färbt sich der Bildschirm grün und signalisiert, dass alles korrekt ausgerichtet ist.

In den Kameraeinstellungen lässt sich eine kleine Wasserwaage übrigens auch fürs Fotografieren aktivieren. Das ist praktisch, damit eure Aufnahme (etwa der Horizont) am Ende auch wirklich gerade ist.

Android-Nutzer gehen je nach Hersteller leer aus, können aber auf den Play Store zurückgreifen. Hier gibt es zahlreiche Wasserwaagen-Apps. Wie inzwischen üblich, setzen die meisten App-Entwickler allerdings auf Werbeeinblendungen, In-App-Käufe oder Einmalkauf.

Eine sehr einfache und kostenlose Variante ohne Werbung hört auf den Namen »Free and Simple Spirit Level«.


Maßband

Mit der Maßband-App können schnell Seitenlängen oder Flächen gemessen werden. (Bildquelle: GameStar Tech) Mit der Maßband-App können schnell Seitenlängen oder Flächen gemessen werden. (Bildquelle: GameStar Tech)

Moderne Smartphones nutzen ihre Kamera zusammen mit Tiefensensoren, um Längen, Breiten, Höhen und sogar Flächen von Räumen oder Möbeln zu schätzen.

Bei Apple ist auch das eingebaut: In der App »Maßband« könnt ihr Messpunkte setzen und erhaltet die Maße. Flächen erkennt das iPhone mitunter automatisch, etwa Bilderrahmen oder Fernseher an der Wand – hier seht ihr dann nicht nur Länge und Breite, sondern auch die Fläche.

Auf Geräten mit LiDAR-Sensor, also den Pro-Modellen ab dem iPhone 12 Pro, ist die Genauigkeit dabei nochmal besser als bei Standard-iPhones. Aber auch hier heißt es: Nutzt es nur, wenn es nicht auf den Zentimeter ankommt.

Android-Nutzer müssen hier zumeist wieder zu einer gesonderten App greifen. Bei Galaxy-Geräten bringt Samsung mit »Quick Measure« eine eigene Lösung mit. Alternativ findet ihr zahllose Programme im Play Store, fast alle jedoch wieder mit Werbeeinblendungen oder In-App-Käufen.


Metalldetektor

Der interne Magnetometer in einen Metalldetektor verwandelt werden – so halbwegs. (Bildquelle: GameStar Tech) Der interne Magnetometer in einen Metalldetektor verwandelt werden – so halbwegs. (Bildquelle: GameStar Tech)

Moderne Handys verfügen über einen Magnetometer, der eigentlich für die Kompass-App zuständig ist. Unter anderem ist dieser auch dafür verantwortlich, dass Google Maps weiß, in welche Richtung ihr gerade schaut. Weil dieser Sensor Störungen im Erdmagnetfeld erkennt, lässt er sich auch zweckentfremden, um Metall aufzuspüren.

Bei Android gibt es dafür etliche Apps, etwa »Physics Toolbox Magnetometer«. Die App bietet In-App-Käufe an, lässt sich aber auch in Grundfunktionen kostenlos nutzen. Sie zeigt euch die Magnetfeldstärke in Mikrotesla an.

Auf iOS gibt es keine vergleichbare Bordfunktion, hier braucht ihr ebenfalls eine App aus dem App Store. Hier gibt es eine sehr große Auswahl. Unter anderem macht die App »Metal Detector« einen ordentlichen Job, blendet am unteren Bildschirmrand allerdings Werbung ein.

Ehrlicherweise müsst ihr dem Metall extrem nahe kommen und es schon fast berühren, damit die Skala spürbar ausschlägt. So richtig auf Schatzsuche gehen kann man mit Handy und App also nicht.


Lichtmesser

Dank des Umgebungslichtsensors könnt ihr mit dem Handy auch Lichtstärken messen. (Bildquelle: GameStar Tech) Dank des Umgebungslichtsensors könnt ihr mit dem Handy auch Lichtstärken messen. (Bildquelle: GameStar Tech)

Der Umgebungslichtsensor arbeitet in eurem Handy die ganze Zeit im Hintergrund und sorgt für die automatische Bildschirmhelligkeit. Das könnt ihr nutzen, um mithilfe einer App das Umgebungslicht zu messen. Steht die Zimmerpflanze zu dunkel? So könnt ihr es unkompliziert herausfinden – allerdings ist etwas Bastelarbeit nötig.

Auf eurem Android-Handy könnt ihr die App »Physics Toolbox Magnetometer« zum Messen von Lux nutzen. Für das iPhone gibt es beispielsweise Lichtmesser LM-3000. Letztere kann ein paar Mal kostenlos genutzt werden, kostet aber irgendwann Geld.

Neben der App benötigt ihr einen Diffusor, der das einfallende Licht streut. Klingt kompliziert, ist aber einfach: Ihr könnt Druckerpapier (80 g/m²) verwenden und eng vor der Frontkamera platzieren.


Lärmpegelmesser

Wer nicht gerade eine Apple Watch am Handgelenk hat, kann mit Apps die Geräuschkulisse messen. (Bildquelle: GameStar Tech) Wer nicht gerade eine Apple Watch am Handgelenk hat, kann mit Apps die Geräuschkulisse messen. (Bildquelle: GameStar Tech)

Die Lärmmessung erfolgt über das Mikrofon eines Smartphones. Bei Android übernehmen Apps wie »Schallmessung: Sound Meter« (enthält Werbeeinblendungen) die Umrechnung in Dezibel.

Bei iPhones kann die Umgebungslautstärke mit Bordmitteln erfolgen, und zwar in Kombination mit einer Apple Watch. Auf der Smartwatch ist die App »Geräusche« vorinstalliert, mit der ihr die Messung vornehmen könnt.

Tronic Smart Tag Finder
Tronic Smart Tag Finder
Bluetooth-Tracker, kompatibel mit iPhone und Android. Die Reichweite liegt bei rund 10 Metern, über die beiliegende Schutzhülle ist das Gerät geschützt gegen Strahlwasser (IPX5).

Wer keine Apple Watch hat, kann aus dem App Store eine App zur Hand nehmen. Unter anderem gibt es hier die kostenlose Software »Schallmesser (Dezibel)«, die jedoch ebenfalls etwas Werbung anzeigt.

Google Pixel als Thermometer

Eine echte Rarität gibt es exklusiv bei Google: Ab dem Pixel 8 Pro verbaut Google bei seinen Pro-Modellen einen Temperatursensor neben der Hauptkamera, der berührungslos die Temperatur von Objekten misst. Integriert ist die Funktion in der vorinstallierten Thermometer-App.


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Fazit

Auch wenn keine dieser Funktionen ein echtes Werkzeug ersetzt, sind sie im Alltag durchaus praktisch, gerade, weil das Handy sowieso immer griffbereit liegt. Die Wasserwaagen-Funktion nutze ich tatsächlich öfter mal, beispielsweise um ein Bild auszurichten.

Vor allem ist aber auch faszinierend, wie viele Sensoren und Features in unseren Smartphones stecken, die uns im Alltag gar nicht unbedingt auffallen.


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