Der erste Harry Potter-Film hat vor 25 Jahren seine praktischen Effekte zu ernst genommen

Am Filmset war etwas echt, was besser nicht hätte echt sein dürfen.

Hoffentlich beißt Ron hier in die gute Hühnchenkeule. (Bildquelle: Warner Bros.) Hoffentlich beißt Ron hier in die gute Hühnchenkeule. (Bildquelle: Warner Bros.)

Immer dann, wenn praktische Effekte zum Einsatz kommen – vor allem heutzutage – jubilieren Film- und Serien-Fans. Entweder sieht das richtig überzeugend aus wie in der Fallout-Serie. Oder wir blicken wehmütig zurück, als man für Twister fast echte Wirbelstürme beschworen hat.

Dass man es zu gut mit den praktischen Effekten meinte, kommt selten vor – und im Falle von Harry Potter und der Stein der Weisen war das so. Zum 25. Jubiläum des Films blicken wir auf einen Behind-the-Scenes-Fakt der eher unappetitlichen Sorte.

In der großen Halle stinkt’s

Die große Halle, in der alle Schülerinnen und Schüler von Hogwarts zum Essen zusammenkommen, ist ein beeindruckendes Set Piece – und tatsächlich echt, so Warner Bros. auf seiner Webseite.

  • Die Bühnenbildner und -bildnerinnen haben das Set mit einer Größe von 36 mal 12 Metern tatsächlich gebaut.
  • Es bietet Platz für rund 400 Kinder.
  • Der Boden bestand aus echtem York-Stein.
  • Als Inspiration diente die große Halle des Christ Church College in Oxford.

Die Große Halle ist ein beeindruckendes Set. (Bildquelle: Warner Bros.) Die Große Halle ist ein beeindruckendes Set. (Bildquelle: Warner Bros.)

Um die Große Halle von Hogwarts geht es aber nur peripher, denn noch etwas war am Set echt, obwohl es das besser nicht gewesen wäre.

Das Essen – und zwar Massen davon. Fleisch, Gemüse, Obst, Süßigkeiten.

In Szenen, in denen die Schauspielerinnen und Schauspieler gemeinsam aßen, bekam jeder einen Teller voller Essen. Für jeden Take wurden die Teller immer wieder aufgefüllt. Um die Kontinuität zu erhalten, wurden Teller und Essen nicht abgeräumt.

Und das bedeutete, dass die Speisen zu gammeln begannen, denn sie lagen tagelang offen herum und wurden von Scheinwerferlicht erwärmt.

Warwick Davis, der Professor Flitwick spielte, erinnert sich in einem Interview von 2014 mit Mirror noch sehr lebhaft.

Dort [in der Großen Halle, Anm. d. Red.] fanden viele großartige Festessen statt. Man darf drei oder vier Tage lang drehen, und am ersten Tag, an dem man dort hineinkommt, bekommt man einen Teller mit viel Fleisch, Gemüse und Bratkartoffeln serviert, und man darf das Essen essen. Am nächsten Tag hieß es dann: ›Iss das Essen nicht‹ … Man tut einfach so, als stünde es schon die ganze Nacht dort. Am vierten Tag konnte man den Geruch der Großen Halle schon riechen, bevor man sie betrat.

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Die Festmahlszenen nahmen ungefähr drei Wochen in Anspruch und das Essen auf den Tischen wurde nicht regelmäßig ausgetauscht, erinnert sich Chris Ranking bei Global Geek, der Percy Weasley spielte.

Fakt ist: Nicht das gesamte Essen war echt. Für die Szenen brauchte es nämlich Unmengen davon, also hat man die Speisen, die sich in der Tafelmitte auftürmen, oftmals (aber nicht nur) mit Attrappen nachgestellt.

Das führt zu einem neuen Problem.

Damit besagte Attrappen auf Kamera appetitlich aussehen, waren sie mit einem Spray behandelt worden. Das Essen sah am Set wohl ausgesprochen lecker aus, aber wie verklickert man das hunderten Kindern?

Im nachfolgenden Reddit-Thread seht ihr einen Ausschnitt aus dem Making-of, in welchem Regisseur Chris Columbus den Darstellerinnen und Darstellern eintrichterte, bloß nur von ihren Tellern zu essen und nichts vom Rest.

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Für die nachfolgenden Filmteile wurden schließlich vollends künstliche Lebensmittel hergestellt. Dann mussten weder die Beteiligten den Gestank ertragen, noch lief jemand Gefahr, sich zu vergiften.

Übrigens hatten die Macherinnen und Macher überlegt, die schwebenden Kerzen in der Großen Halle mit praktischen Effekten zu kreieren. Gut, dass sie sich schlussendlich für Computereffekte entschieden haben.