»Es war gottverdammt echt«: Wie der Film Twister mit praktischen Effekten den Weg für die Fortsetzung Twisters ebnete

Wie stellt man es dar, wenn der Bösewicht des Films eine Naturgewalt ist?

Die Reaktionen der Schauspieler während der Actionszenen im Film Twister sind oft echt. (Bild: Universal) Die Reaktionen der Schauspieler während der Actionszenen im Film Twister sind oft echt. (Bild: Universal)

Seit wenigen Tagen läuft der Film »Twisters« in den deutschen Kinos, eine Fortsetzung des 1996 erschienenen Überraschungs-Hits »Twister«. Wo man heute leicht mit Computereffekten tricksen kann, sah das vor 28 Jahren teilweise noch anders aus.

In einem Gespräch mit Vulture von 2020 erzählt Twister-Regisseur Jan de Bont, wie er und seine Crew den Film gedreht haben und bezeichnet die damaligen Effekte als »gottverdammt echt« – und zwar so sehr, dass das Studio allein auf Basis der rasanten Testaufnahmen grünes Licht für den Film erteilte.

Echte Effekte, echte Reaktionen

Darum geht es in Twister: Dr. Jo Harding und ihr Ex-Mann Bill sind sogenannte Sturmjäger. Sie wollen Tornados nicht nur erforschen, sondern versuchen, ein Gerät namens Dorothy im Auge eines Sturms zu platzieren, um bessere Warnsysteme zu entwickeln.

Regen und Sturm: Die Schauspieler mussten so einiges aushalten. (Bild: Universal) Regen und Sturm: Die Schauspieler mussten so einiges aushalten. (Bild: Universal)

Mal eben einen Tornado nachstellen, ist gar nicht so einfach. Natürlich jagte die Filmcrew auch keine echten Wirbelstürme, das wäre viel zu gefährlich und unberechenbar.

So wurden die Wirbelstürme dargestellt: Sind die Tornados in weiter Ferne, kam CGI zum Einsatz. Laut de Bont wurden extra Hard- und Software für den Film entwickelt, um das zu erreichen.

Aus dem Computer stammt übrigens auch die ikonische Szene mit den fliegenden Kühen. Kein echtes Rind kam dabei zu Schaden. Tatsächlich stand die so gar nicht im Original-Skript, schreibt Screenrant.

Sind die Tornados nah, wurden praktische Effekte für die dadurch erzeugten Sturmwinde genutzt.

Wir hatten zwei gigantische Düsentriebwerke, die auf großen Lastwagen montiert waren. Sie liefen auf Hochtouren, während wir Trümmer vor sie geworfen haben, die in Richtung der Schauspieler wehten.

Jan de Bont, Regisseur

Natürlich waren die verwendeten Trümmer nicht gefährlich für die Schauspieler. Für de Bont war der Effekt der Düsentriebwerke aber sowieso der größte Gewinn, denn die Darsteller mussten wortwörtlich gegen den Sturm kämpfen.

Du schauspielerst also nicht mehr. Es gibt nichts, was du tun musst. Du reagierst tatsächlich. Du reagierst auf die Kraft des Windes, und das macht das Ganze sehr real.

Jan de Bont, Regisseur

Es regnet Mähdrescher

Nicht selten fliegen Dr. Harding und Bill in Twister wortwörtlich Dinge um die Ohren. In einer Szene kommen Trucks und sogar ein Mähdrescher vom Himmel. Auch das war nicht aus dem Computer.

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So haben sie es gemacht: An Helikoptern wurden die Vehikel festgebunden und aus der Luft auf die Straße fallen gelassen – und auf dieser Straße fuhren die Schauspieler in einem Auto. Um den Regisseur einmal mehr dazu zu zitieren:

Das ist die beste Reaktion, die man von den Schauspielern bekommen kann, denn alles ist gottverdammt echt.

Jan de Bont, Regisseur

Einige Bilder, die hinter den Kulissen entstanden sind, seht ihr übrigens in einem Reddit-Thread.

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Gefährlich war das für alle Beteiligten aber wohl nie, sagt de Bont im Interview. Auch wenn die Fahrzeuge links und rechts aufschlugen und der Fahrer des Autos drumherum kurven muss, wirkt es im Film drastischer, als es tatsächlich war.

Während des Drehs haben die Macher längere Objektive verwendet, sodass die Entfernungen zu den Trümmern kürzer erscheinen. Der Mähdrescher schlug beispielsweise 10 Meter vom Auto entfernt auf.

Ohne Verletzungen ging der Dreh allerdings nicht vonstatten. Helen Hunt und Bill Paxton haben fast ihr Augenlicht eingebüßt und brauchten nachträgliche Hepatitis-Impfungen. Das erzählte Hunt einst selbst in einem Interview.

Ein längeres Making-of von Twister findet ihr auf dem YouTube-Kanal des Produktionsstudios Amblin Entertainment.

Nachstehend seht ihr den Trailer zur Fortsetzung Twisters, die gerade in den deutschen Kinos angelaufen ist.

Video starten 2:23 Twisters: Im neuen Trailer werden wieder fleißig Wirbelstürme gejagt

Auch der Dreh von James Camerons Film Titanic war nicht ohne Risiko, denn da sollte ebenfalls alles so echt wie möglich aussehen.

Der Erfolg von Twister lag sehr wahrscheinlich nicht bloß an den praktischen Effekten und der CGI, die bis heute relativ gut gealtert ist. Die starken Actionszenen bleiben genau so im Kopf wie die lustigen Momente, die die Spannung immer wieder gelockert haben – unter anderem die fliegenden Kühe.

Habt ihr Twister gesehen? Geht ihr für die Fortsetzung ins Kino? Schreibt es gern in die Kommentare.

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