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Die Dreharbeiten zu Harry Potter haben ein komplettes Dorf von der Außenwelt abgeschottet: »Wir wurden im Stich gelassen«

Straßensperrung und gewöhnungsbedürftige Parkmöglichkeiten. Die Gemeinde von Latimer hatte durch HBOs Harry Potter in den letzten Tagen ganz schön viel Stress.

Alastair Stout (links) und Dominic McLaughlin (rechts) spielen Ron Weasley und Harry Potter in der neuen Serie. Bildquelle: HBOWarner Bros. Alastair Stout (links) und Dominic McLaughlin (rechts) spielen Ron Weasley und Harry Potter in der neuen Serie. Bildquelle: HBO/Warner Bros.

Während einige von uns nach wie vor sehnsüchtig auf ihren Hogwarts-Brief warten, können andere das magische Universum von Harry Potter wohl nicht schnell genug loswerden. 

In der Grafschaft Buckinghamshire in Südengland gibt es ein kleines Dorf namens »Latimer«, das aktuell für die Dreharbeiten der neuen HBO-Serie herhalten muss. Doch die etwa 993 Einwohner (Stand: 2021 – via Latimer Parish) haben durch das Set in ihrer Heimat vor allem eines: viele Probleme.

»Es war ihnen völlig egal«

Aktuell dreht HBO bereits die zweite Staffel der Serie, weshalb auch immer wieder neue Cast-Mitglieder bekannt gegeben werden. Anfang September informierte man die Gemeinde von Latimer darüber, dass dort bald das Kamerateam von Plum Jam Productions – einer Tochtergesellschaft von Warner Bros. Discovery – auftauchen würde (via BBC).

Konkret bedeutete das für die Einwohner: Große Einschränkungen vom 28. bis 30. September 2026. Am Dienstag wurden etwa alle Zufahrtsstraßen ins Dorfzentrum gesperrt, montags und mittwochs gab es nur zu bestimmten Zeiten die Genehmigung, durchs eigene Dorf zu fahren.

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Das erschwerte natürlich den täglichen Arbeitsweg der Anwohner und auch Leuten von außerhalb, die durch Latimer durchfahren müssen, erheblich. So gab die ortsansässige Lehrerin Candice Adams preis: 

Es war ihnen [der Produktion - Anm. d. Red.] völlig egal, wie wir hinein- und wieder hinauskommen würden. Sie machten sich nur Gedanken über ihre Produktion während dieser drei Tage. Wir sind steuerzahlende Einwohner, und unser Zugang wurde gesperrt … Ich habe wirklich das Gefühl, dass wir alle im Stich gelassen wurden.

Die Produktionsfirma schickte zwar vorab auch einen Brief an die Gemeinde, in der es hieß, man sei sich bewusst, dass die Dreharbeiten zusätzlichen Verkehr und Staus verursachen würden und dass man es den Anwohner so erträglich wie möglich machen würde, doch damit ward niemanden so wirklich geholfen.

Die alternativen Wege, die man den Einwohner vorschlug, waren schmale Landstraßen. Weshalb Adams zum Beispiel gewartet hat, bis das Dorf wieder vorübergehend geöffnet wurde, um nach Hause zu fahren. Im Video seht ihr einen kurzen Ausschnitt vom Set und den etlichen Sperrungen:

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Harry Potter und der Geheimtitel

Zu Beginn wusste natürlich niemand, dass es um Harry Potter geht. Denn die Produktion sprach lediglich von einem geheimen Projekt namens »Apollo.« Das Dorf soll dabei helfen, die historische Atmosphäre richtig einzufangen, und es wurden zeitlich passende Autos in die Einfahrten gestellt. 

Da das aber schlecht geht, wenn die Zufahrten gerade blockiert werden, sollten die Anwohner auch ihre Autos woanders parken. Für das Umparken auf einem Feld in der Nähe bekamen sie immerhin eine Entschädigung.

Der Stellvertreter des Buckinghamshire Council Thomas Broom sieht die Sache positiv: Die Grafschaft »kann auf eine lange Erfolgsgeschichte bei der Ansiedlung von Film- und Fernsehproduktionen zurückblicken, die den lokalen Gemeinden wirtschaftliche Vorteile bringen.«