Ich habe über 100 Headsets getestet und viel zu wenige bieten ein besonderes Feature, das eigentlich Standard sein sollte

Ein spezielles Headset-Feature gibt es noch viel zu selten, obwohl es die Immersion enorm verbessern kann.

Haptisches Feedback bietet mehr als bloße Vibrationen. Es kann das Spielerlebnis signifikant verbessern, findet Nele. Haptisches Feedback bietet mehr als bloße Vibrationen. Es kann das Spielerlebnis signifikant verbessern, findet Nele.

Ich hatte schon so viele Gaming-Headsets über den Ohren, dass ich mich kaum noch an alle erinnern kann.

Eines jedoch ist mir so lebhaft in Erinnerung geblieben, dass ich sogar meine, es noch immer zu spüren. Es war eines der Ersten mit haptischem Feedback – ein Feature, das ihr unbedingt mal ausprobieren solltet!

Was ist haptisches Feedback?

Haptisches Feedback, auch Kraftrückkopplung oder Force Feedback genannt, umfasst eine Reihe von Techniken, die vorwiegend bei Eingabegeräten ein Signal sensorisch fühlbar machen sollen, zum Beispiel durch Vibrationen.

Was beispielsweise bei Controllern und Gamepads sowie PC-Lenkrädern als selbstverständlicher Standard gilt, ist in Gaming-Headsets noch immer eine Ausnahme.

Dabei profitieren insbesondere Soundkulissen enorm von Force Feedback. Es kann die Immersion je nach Spiel deutlich intensivieren, wenn ein Gaming-Headset mit gut umgesetztem haptischem Feedback benutzt wird.

Wie funktioniert das bei Gaming-Headsets?

Haptische Treiber registrieren im Gegensatz zu herkömmlichen Treibern nicht einfach nur Töne, die sie dann weitergeben, sondern wandeln diese in unterschiedlich stark ausfallende Vibrationen um. Der Fokus liegt dabei auf Bass- und Low-End-Frequenzen.

Diese Vibrationen werden über das Headset an unseren Kopf, das Außenohr und darüber weiter an die Schädelknochen geleitet.

Im Innenohr wird dieser Reiz als tiefer Ton wahrgenommen, weswegen insbesondere basslastige Sequenzen in Spielen wie Schuss- und Knallgeräusche, aber auch Bassmusik eindringlicher klingen.

Einsatzzwecke

Wenn wir in Alan Wake 2 beispielsweise einfach nur durch die Gegend laufen, verhält sich das Force Feedback sanft pulsierend und gleichmäßig.

Werden wir aber von einem Gegner zu Boden gerissen oder von einem Geschoss getroffen, lässt uns die Kraftrückkopplung das deutlicher spüren.

Ein ideal abgestimmtes Force Feedback liefert uns außerdem mehr Informationen über unsere Ingame-Welt, als es bloß der vibrierende Controller in unseren Händen könnte. Denn in Kombination mit qualitativer Ortung lässt es uns auch Sinneseindrücke aus unserer direkten Umgebung und in der Ferne besser wahrnehmen.

Dazu kann ein aufgescheuchter Vogelschwarm im anstehenden Assassin's Creed: Shadows gehören, aber auch ein heranrollender Panzer in Steel Division 2.

Mit dem ersten DLC zum Höllen-Shooter Metal: Hellsinger könnt ihr noch mehr Headbangen Video starten 1:05 Mit dem ersten DLC zum Höllen-Shooter Metal: Hellsinger könnt ihr noch mehr Headbangen

Das ist cool, besonders überzeugt hat mich aber die Ausgabe von Musik in Spielen. Geradezu prädestiniert hierfür sind Rhythm Games wie Metal: Hellsinger oder Ego-Shooter mit entsprechend passender Musik wie Doom.

Allerdings eignet sich dieses Feature bei weitem nicht für jeden Spieler und jeden Titel. Vor allem in kompetitiven Multiplayer-Spielen ist das haptische Feedback oft eher hinderlich als hilfreich, weil es passieren kann, dass dieses die Schritttöne unserer Gegner überlagert.

Aber in Spielen wie Doom, Metal: Hellsinger, oder wie Kollege Chris von GamePro hinzufügte, Bloodborne, ist dieses Gimmick für mich einfach nur unschlagbar.

Chris hat übrigens das Razer Kaira Pro getestet, das ebenfalls mit haptischem Feedback ausgestattet ist:

Der Haken: Es gibt aktuell kaum Hersteller, die Gaming-Headsets mit integrierter Kraftrückkopplung anbieten und noch viel weniger, die dieses Feature auch wirklich gut umsetzen.

Eine völlig neue Erfahrung

Ich habe schon immer gerne Doom gespielt und auch Metal: Hellsinger lässt mein im Triple Bass schlagendes Metal-Herz freudig hüpfen.

Aber nachdem ich das Razer Kraken V3 Hypersense zum Testen da hatte und im Anschluss auch noch die kabelfreie Variante V3 Pro, gab es ab da erst einmal kein Zurück mehr.

Die beiden genannten Headsets von Razer findet ihr auch in unserer großen Gaming-Headset-Kaufberatung:

Mit einfachen Headsets ohne Force Feedback wirke der Klang plötzlich nur noch wie ein fades Abziehbild dessen, was er sein könnte.

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Sicher, ich habe sowohl Doom als auch Metal: Hellsinger auch weiterhin gerne gespielt, es war aber nicht mehr dasselbe.

Wenn ihr ähnlich actionreiche Spiele und derbe, bzw. basslastige (Metal)Musik mögt, kann ich euch entsprechende Geräte deshalb nur wärmstens empfehlen.

Solltet ihr allerdings eher Games wie Counter-Strike 2 spielen, würde ich persönlich eher von haptischem Feedback abraten – oder es in derartigen Spielen einfach abstellen. Das ist bei den von mir bisher getesteten Modellen stets möglich.

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