Weil Gasheizungen immer teurer werden, testet Großbritannien eine ungewöhnliche Idee: 500 Raspberry-Pi-Module sollen eine Wohnung heizen

Die Hitze von Rechenzentren soll so verteilt und nutzbar gemacht werden.

Mithilfe von Raspberry Pis sollen in UK Haushalte geheizt werden. (Bildquelle: Raspberry Pi) Mithilfe von Raspberry Pi's sollen in UK Haushalte geheizt werden. (Bildquelle: Raspberry Pi)

Nicht nur in Deutschland sind die Heizkosten in den letzten Jahren stark gestiegen. Das Problem existiert auch in Großbritannien. Ein spannendes Projekt könnte dort die durch Clouds entstandene Hitze nutzbar machen und so viele Menschen finanziell entlasten.

Heizen mit Raspberry-Pi-Servern

Unter steigenden Heizkosten leiden vor allem Haushalte mit geringem Einkommen. Dazu kommt, dass viele alte Heizmittel wie Gaskessel nicht mehr zeitgemäß sind.

Video starten 0:47 Raspberry Pi 500+: Der Tastatur-Computer bekommt ein Upgrade

UK Power Networks, Großbritanniens größter Verteilnetzbetreiber, testet deshalb den Ersatz herkömmlicher Gaskessel durch kleine Rechenzentren, die ungefähr die Größe einer Wärmepumpe haben und aus 500 Raspberry Pi CM4- oder CM5-Minicomputern bestehen (via xataka).

Diese Geräte werden »HeatHubs« genannt und von der Firma Thermify hergestellt. Die Idee ist dabei simpel, aber auch ziemlich clever:

  • Computer erzeugen Hitze als Beiprodukt.
  • Große Datenzentren erzeugen so viel Hitze, dass noch mehr Strom verwendet werden muss, um sie zu kühlen.
  • Verteilt man solche Datenzentren auf viele Orte, kann die entstandene Hitze dort genutzt werden.

Die Rechenzentren sind also Teil der Cloud-Dienste von Thermify und verarbeiten Lasten für Kunden. Die dabei erzeugte Hitze kann in Privathaushalten direkt zum Heizen genutzt werden, wodurch die Kosten deutlich gesenkt werden.

Zudem wird dadurch auch die Effizienz gesteigert, da die entstandene Hitze nicht einfach verworfen wird.

Umgerechnet zahlen die Kunden circa 6,60 Euro im Monat, um diese digitalen Boiler zu beherbergen. Im Umkehrschluss soll die Heizkostenrechnung aber um bis zu 40 Prozent reduziert werden, was letztlich einen ordentlichen Gewinn ausmachen und eine große Entlastung für viele Haushalte darstellen würde.

Bisher wurde das System nur vereinzelt getestet, wobei die Ergebnisse aber vielversprechend ausfielen. Eine Pilotphase mit knapp 300 Haushalten soll in den nächsten vier Jahren weitere Erkenntnisse liefern.

Sollte diese Test-Phase erfolgreich verlaufen, sollen 100.000 dieser Systeme ab dem Jahr 2030 in britischen Haushalten installiert werden. Neben der Bekämpfung von Energiearmut könnten so auch Klimaziele unterstützt werden, indem fossile Heizsysteme ergänzt oder komplett ersetzt werden.

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