Ein E-Bike muss heute mehr können, als nur von A nach B zu fahren. Es soll komfortabel sein, eine riesige Reichweite haben, am besten noch wartungsarm sein und dabei gut aussehen. Im Idealfall soll es dabei fast nichts wiegen.
Das brandneue City 7 von Hepha erfüllt zumindest auf dem Papier fast all diese Punkte: Tiefer Einstieg, kräftiger 80-Nm-Mittelmotor, 708-Wh-Akku und eine Frontfedergabel, um euch auch abseits befestigter Wege nicht im Stich zu lassen. Das Ganze zu einer UVP von 3.300 Euro.
Wie gut das klappt, habe ich in meinem Test herausgefunden und dabei das City 7 in der Long Range
-Variante mehrere Wochen lang über Asphalt, Schotter und durch den urbanen Dschungel gescheucht.
Transparenzhinweis: Hepha hat mir das City 7 Long Range für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatten keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Lieferumfang & erster Eindruck: Ein eleganter Kraftprotz
Schon als der Speditionstransporter seine Ladeluke öffnete, um den Karton mit dem Test-Bike herauszufischen, war klar: Das Hepha City 7 Long Range ist kein zierliches Blümchen-Bike. Denn der Karton war nicht nur schwer, sondern auch riesig.
Kein Wunder: Mit seinen 28 Kilogramm ist das City 7 ein ordentlicher Brocken, der aber einen extrem wertigen und stabilen Eindruck vermittelt. Der Rahmen in Mid Grey
wirkt modern und unaufdringlich, die Schweißnähte sind sauber verarbeitet und der riesige (entnehmbare) 708-Wh-Akku ist elegant ins Unterrohr integriert. Lediglich die Kabel von Bremse und Schaltung könnten eleganter versteckt werden.
Das Bike im Detail: Man merkt sofort, dass hier auf Langlebigkeit gesetzt wird. Der Gates Carbon-Riemenantrieb statt einer öligen Kette, die dicken 2,2-Zoll-Reifen von Kenda und der massive Gepäckträger schreien förmlich: Belade mich mit allem, was du hast und fahr mit mir durch Schlaglöcher – ich kann das ab!
Entsprechend hält der Gepäckträger bis zu 27 Kilo aus; das zulässige Gesamtgewicht liegt bei ordentlichen 145 Kilo. Das reicht für allerhand Gepäck.
Darüber hinaus gibt's lackierte Alu-Schutzbleche, einen sehr stabilen Ständer, ergonomische Lenkergriffe, hydraulische Shimano-Scheibenbremsen sowie eine StVZO-konforme Beleuchtung.
Beide Lichter werden vom Akku gespeist und das Vorderlicht schaltet sich bei Dunkelheit dank eines Sensors sogar automatisch ein. Auf eine Bremslichtfunktion müsst ihr aber leider verzichten.
Der Aufbau ist ebenfalls erfreulich einfach. Das Rad kommt fast fertig montiert. Ihr müsst lediglich den Lenker gerade stellen und die Pedale anschrauben.
Erwähnenswert ist hier der verstellbare Vorbau. Damit könnt ihr die Lenkerposition von einer sportlicheren, vorgebeugten Haltung bis hin zu einer super entspannten, aufrechten Sitzposition anpassen. Das ist im Alltag Gold wert.
Ebenfalls praktisch: Vorderrad und Sattel lassen sich dank Schnellspanner super leicht ohne Werkzeug verstellen.
Technische Spezifikationen
E-Bike System
- Rahmen: 6061 Alloy Premium
- Motor: HEPHA P101C (100 Nm / 250 W / 25 km/h)
- Batterie: HEPHA BT-700B (708Wh)
- Display: HEPHA SC-201 1.96'' Display
Federgabel
- Gabel: Suntour SF19 NEX-25-C NLO DS, TRAVEL:63mm
Schaltung
- Schalthebel: Shimano / SL-C7000-5 / Nexus
- Kettenblatt: Gates / CDX / BCD104, 42T, CL=45.5MM
- Zahnkranz: Gates / Sprocket Nexus / 28T
Bremsen
- Bremse (v / h): Shimano BR-MT200
- Bremsscheibe (v / h): 180/160 mm
- Bremshebel: Shimano BL-MT200
Laufräder
- Reifen: Kenda / K1052 / 27.5" x 2.2"
- Felgen: Alex Rims / R25-1R / 27.5" / 584x25
- Naben vorne (v / h): KT-TZ0F / KT-TZYR
Lenken & Sitzen
- Lenker: Legierung 6061 / Breite 660mm / Barbore: 31.8mm
- Griffe: DDK D2400-1 92mm / 130mm
- Vorbau: Satori UP2+ / Einstellbarer Vorbau / 90mm
- Sattelstütze: Sattelstütze, 31.6x300mm
- Sattel: Selle Royal Vivo 7823 BLACK COREL
Komponenten
- Vorderlicht: Litemove RX-E50 / 50 Lux
- Rücklicht: AXA Blue Line LED
- Gepäckträger: Standwell / Alloy / MIK HD ready
Gewicht & Klasse
- Zulässiges Gesamtgewicht: 145 kg
- Gewicht: 28,0 kg
Preis & Verfügbarkeit
Das City 7 Long Range ist ab sofort bei Hepha im Onlineshop für 3.299 Euro erhältlich. Es gibt drei Rahmengrößen.
So fährt sich das Hepha City 7: Ein eindrucksvolles Kraftpaket
Um euch samt Gepäck vorwärts zu schieben, verbaut Hepha einen hauseigenen Mittelmotor, der mit bärenstarken 80 Nm Drehmoment in der Oberliga mitspielt.
Damit muss sich das City 7 auch vor teureren Konkurrenten mit 100 Nm keineswegs verstecken und hat jederzeit mehr als genug Power, um euch mühelos die steilsten Berge hinaufzuschieben.
Es gibt drei Unterstützungsstufen:
- Eco: Eine sanfte Hilfe, die man kaum bemerkt. Perfekt für die Ebene, um Akku zu sparen.
- Touring: Der Alltags-Modus. Die Unterstützung ist deutlich spürbar und hilft souverän bei den meisten Steigungen.
- Performance: Der Hulk-Modus. Hier entfesselt der Motor seine volle Kraft. Super zum Anfahren an Ampeln und für Steigungen. Der steilste Berg in meiner Gegend war selbst aus dem Stand heraus keine Hürde.
Alle drei Stufen lassen sich in der App konfigurieren, dazu später mehr.
Dank des Drehmomentsensors fühlt sich die Beschleunigung dabei niemals ruckartig, sondern immer sehr natürlich und geschmeidig an – fast so, als würde das Rad eure Beinkraft auf magische Weise vervielfachen. Der Motor spricht beinahe sofort an und schiebt auch nicht nach. So soll es sein!
Die große Stärke ist gleichzeitig aber auch sein größter Schwachpunkt: Die Unterstützung riegelt bei ziemlich exakt 25 km/h, manchmal gefühlt schon bei 24 km/h, konsequent ab. Hier hätte ich mir etwas mehr Toleranz gewünscht, gerade auf der Performance-Stufe.
Ohne Motorunterstützung ist das Rad trotz seines hohen Gewichts dank der 5-Gang-Schaltung aber noch erstaunlich gut zu bewegen. Auch bei Geschwindigkeiten jenseits der 30 km/h ist die Schaltung ein echter Segen, damit ihr nicht wie ein wildgewordener Berserker in die Pedalen strampelt müsst.
Komfort & Alltagstauglichkeit: Gleiten statt hetzen
Beim Stichwort Komfort
spielt das Hepha City 7 seine wahren Stärken aus. Die Kombination aus der gefederten Suntour-Gabel, den dicken Reifen und der sehr angenehmen, aufrechten Sitzposition macht jede Fahrt zum Genuss – selbst wenn ich mal einen Bordstein mitnehme oder über Feldwege brettere.
Äste, Steinchen, Kopfsteinpflaster: Das Bike lässt sich durch Nichts beeindrucken. Das Rad bügelt Unebenheiten souverän weg und vermittelt ein extrem sicheres Fahrgefühl.
Ein weiteres Detail, das mir positiv auffiel, sind die ergonomischen Griffe am Lenker. Durch ihre weiche, geschwungene Form liegen sie super in der Hand und beugen Ermüdung auf längeren Strecken vor.
Der Gates Carbon-Riemen ist ein Segen für jeden, der keine Lust auf Kettenöl an der Hose und ständiges Nachjustieren hat. Er ist flüsterleise, sauber und quasi wartungsfrei. Gepaart mit der Shimano Nexus 5-Gang-Nabenschaltung ergibt das einen Sorglos-Antrieb für die Stadt.
Die fünf Gänge reichen für den urbanen Raum und moderate Touren absolut aus. Man kann bequem im Stand schalten, was an der Ampel super praktisch ist. Wer allerdings regelmäßig ins Hochgebirge will, könnte sich hier den einen oder anderen Gang mehr wünschen.
Die hydraulischen Scheibenbremsen von Shimano packen extrem kraftvoll und zuverlässig zu – ein Muss bei diesem Gewicht.
Auch der Gepäckträger ist mit seiner MIK-HD-Schnittstelle für Kindersitze geeignet, aber Achtung: Die Streben sind recht dick. Meine alten Fahrradtaschen mit Standard-Haken passten leider nicht dran. Hier solltet ihr auf kompatible Systeme setzen oder vorher prüfen, ob eure Taschen passen.
App & Bedienung: Smart, aber ohne Navigation
Das kleine 1,96-Zoll-Display links am Lenker ist scharf, gut ablesbar und zeigt alle wichtigen Infos, darunter die gefahrenen Kilometer, verbrannten Kalorien und sogar, wie viel Leistung von Fahrrad und meinen Schenkeln stammt. Die Bedienung über die Tasten ist intuitiv und alle Bedienelemente sind gut zu erreichen.
Smart mit der App: Die zugehörige Hepha-App bietet neben den üblichen Fahrtstatistiken und Support-Möglichkeiten überraschend viele Möglichkeiten, die Motorsteuerung an eure Bedürfnisse anzupassen.
So könnt ihr für jede Assistenzstufe etwa die Startunterstützung, die Unterstützungsstufe sowie das maximale Drehmoment einstellen. Das habe ich nicht erwartet.
Auf diese Weise könnt ihr den standardmäßig recht trägen Eco-Modus etwas tunen oder den Touring-Modus etwas limitieren. Selbst die Geschwindigkeit der Schiebehilfe lässt sich anpassen.
Umso unverständlicher, dass Hepha selbst auf eine rudimentäre Navigation in der App verzichtet. Ihr seht zwar eine Karte mit eurem Standort und umliegenden Lokalitäten – eine Routenführung ist jedoch nicht möglich.
Reichweite & Mobilität
Hepha nennt sein Bike nicht umsonst Long Range
und der riesige 708-Wh-Akku ist eine klare Ansage. Eine offizielle Kilometer-Angabe macht der Hersteller zwar nicht, aber das wäre ohnehin Augenwischerei.
Denn natürlich hängt die tatsächliche Reichweite wie immer von eurem Gewicht, der gewählten Unterstützungsstufe, dem Gelände und Gegenwind ab. In meinem Praxistest bei gemischter Nutzung – meist in der komfortablen Touring
-Stufe mit gelegentlichen Performance
-Einsätzen an Anstiegen – waren realistische 90 bis 110 Kilometer locker drin.
Damit könnt ihr problemlos eine ganze Arbeitswoche pendeln oder ausgedehnte Touren am Wochenende fahren, ohne ständig an die Steckdose denken zu müssen.
Und falls euch doch mal der Saft ausgeht, könnt ihr den Akku direkt am Rad laden oder zum Aufladen entnehmen. Dafür muss man allerdings eine kleine Schutzabdeckung am Rahmen entfernen.
Das geht zwar einfach, ist aber ein zusätzlicher kleiner Handgriff, der im Testalltag etwas nervte. Möglich, dass man sich daran gewöhnt – dafür reichte der Testzeitraum aber nicht aus.
Ebenfalls stark: Dank des mitgelieferten 6-Ampere-Schnellladegeräts ist der riesige Akku zudem erfreulich flott wieder voll. Im Test war der komplett leere Akku dank des Schnellladegeräts in knapp unter 4 Stunden wieder bei 100 Prozent. Herkömmliche Geräte würden hier deutlich länger benötigen.
Solltet ihr euch das Hephy City 7 Long Range kaufen?
Nach wochenlangem Test kann ich eine klare Empfehlung aussprechen – allerdings nicht für jeden.
Für wen ist das Hephy City 7 Long Range geeignet?
- Pendler und Alltagsfahrer: Die Wert auf maximalen Komfort und minimalen Wartungsaufwand legen.
- Genuss-Tourer: Die lange Ausflüge ohne Reichweitenangst unternehmen und dabei entspannt sitzen wollen.
- Schwerere Fahrer oder Lasten-Transportierer: Dank des zulässigen Gesamtgewichts von 145 kg ist das Rad extrem robust.
- Personen, die in hügeligen Gegenden wohnen: Der Motor macht jeden Anstieg zum Kinderspiel.
Für wen ist es eher nicht geeignet?
- Leute, die ihr Fahrrad oft tragen müssen: Mit 28 kg ist das Tragen in den Keller oder die Wohnung nicht alltagstauglich.
- Preisbewusste Käufer: Mit 3.300 Euro ist es kein Schnäppchen, auch wenn der Preis für die gebotene Ausstattung fair ist.
- Tourenfahrer: Die für extreme Steigungen eine größere Übersetzungsbandbreite (mehr Gänge) benötigen.
Mögliche Alternativen zum Hepha City 7 Long Range
- Hepha City 7 Ultra: Wenn ihr das nötige Kleingeld habt (ca. 1.000 € mehr), bekommt ihr beim großen Bruder nicht nur den noch stärkeren 100-Nm-Motor, sondern auch eine vollautomatische Nabenschaltung für ultimativen Komfort.
- Cube Nuride Hybrid Pro 750 Allroad: Eine preislich sehr ähnliche Alternative, die mit starkem Bosch CX Motor (85 Nm), größerem 750-Wh-Akku und 10-Gang-Kettenschaltung lockt. Dafür verzichtet ihr aber auf den wartungsarmen Riemenantrieb.
- Prophete Luxus City Geniesser 5.3: Preis-Leistungs-Kracher von Aldi mit ähnlich hoher Reichweite, aber abgespeckteren Komponenten.
Fazit: Ein bärenstarker Gleiter mit Charakter
Das Hepha City 7 Long Range ist kein E-Bike für jedermann. Es ist kein leichtfüßiger Sprinter, sondern ein souveräner Schwergewichts-Champion. Seine Stärken liegen ganz klar im überragenden Komfort, dem bärenstarken und leisen Antrieb sowie der hohen Reichweite.
Der wartungsarme Riemenantrieb und die hochwertige Verarbeitung machen es zu einem treuen Begleiter, auf den man sich jeden Tag verlassen kann.
Die einzige wirkliche Wermutstropfen ist das hohe Gewicht, das Handling und Agilität einschränkt. Wenn ihr euch daran aber nicht stört und ein E-Bike sucht, das euch mühelos, sicher und extrem bequem durch den Alltag und auf langen Touren trägt, dann ist das Hepha City 7 Long Range eine absolute Empfehlung.


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