HMD Skyline im Test: Die Rückkehr der Nokia-Legende ist nicht nur ein Eye-Catcher

Mit Specs wie 144 Hz, Qi2-Unterstützung und einer 108-Megapixel-Hauptkamera, können auch die inneren Werte des HMD Skyline überzeugen – aber es gibt einen Haken.

Das neue HMD Skyline bedient sich an der Designsprache der Nokia Lumia-Handys. Das neue HMD Skyline bedient sich an der Designsprache der Nokia Lumia-Handys.

Die Nokia- und Microsoft-Lumia-Handys feiern ein Comeback bei HMD Global, zumindest im Geiste. Das neue HMD Skyline ist einer der ersten Handys des finnischen Herstellers ohne das Nokia-Branding, aber mit offensichtlicher Design-Inspiration. 

Das Skyline erinnert von vorne optisch an das Lumia 1020, allerdings mit einem modernen Design und ohne das dicke Kameramodul auf der Rückseite. Und das wichtigste: Das Handy läuft jetzt mit Android und nicht wie seine Vorgänger mit Windows Phone.

Ich habe das Handy für euch einen Monat lang auf die Probe gestellt. 

Transparenzhinweis: HMD Global hat uns das HMD Skyline für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikel und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht oder einer anderen Form der Berichterstattung.

HMD Skyline
HMD Skyline
Das HMD Skyline sehr hochwertig verarbeitet und kann dank einer Kooperation mit iFixit sehr leicht und kostengünstig repariert werden. Dass das Handy dennoch eine IP54-Zertifizierung besitzt, die nach dem Öffnen und Schließen weitergegeben ist, ist beeindruckend.

Die Hauptkamera und die Frontkamera liefern eine ordentliche Ergebnisse ab. Der optische Zweifach-Zoom und die Ultraweitwinkelkamera fühlen sich eher bei Tageslicht am wohlsten.

Das Gesamtergebnis und vor allem die gute Reparierbarkeit wird jedoch durch eine recht kurze Update-Unterstützung getrübt.
  • Exzellente Verarbeitung
  • Hohe Reparierbarkeit
  • Ordentliche Hauptkamera
  • Gute Frontkamera mit breitem Sichtfeld
  • Sehr schöner Bildschirm mit 144 Hz
  • IP54-Zertifizierung trotz austauschbaren Teilen
  • Sehr empfindlicher Fingerabdrucksensor
  • Nur zwei OS-Upgrades und drei Jahre Sicherheitsupdates
  • Sehr rutschig ohne Hülle
  • Schwacher Zoom
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Verarbeitung und Design

Die Handy kann mit einer äußerst guten Verarbeitung punkten. Die Handy kann mit einer äußerst guten Verarbeitung punkten.

Das HMD Skyline ist exzellent verarbeitet. Der Aluminiumrahmen ist an den Seiten abgerundet und oben und unten flach mit ausgeprägen Kanten. Mit etwas Feingefühl lässt sich das Handy deswegen sogar aufrecht aufstellen.

Die Rückseite besteht aus einem matten Glas, das eine recht gute Resistenz gegenüber Fingerabdrücken hat. An der Unterseite gibt es eine Torx-Schraube mit der ihr die Rückseite vom Handy leicht entfernen könnt. 

Es ist beeindruckend, dass HMD Global trotz der guten Reparierbarkeit des Handys eine IP54-Zertifizierung erreichen konnte, die sogar nach dem Öffnen und Schließen erhalten bleibt. Trotzdem muss ich sagen, dass ohne die Reparierbarkeit eventuell ein höheres Rating möglich gewesen wäre. So wie es jetzt steht ist das Handy nur (aber immerhin) spritzwassergeschützt und nicht wasserdicht.

Das Design und die Verabeitung können mich dennoch auf ganzer Linie überzeugen. Meiner Meinung nach ist das HMD Skyline eines der schönsten Handys dieser Generation. Leider gibt es dennoch einen kleinen Wermutstropfen.

Sämtliche Oberflächen sind sehr glatt. Wenn ihr es ohne Hülle verwenden wollt, solltet ihr aufpassen, dass es euch nicht versehentlich aus der Hand gleitet.

Display

Mit 1.000 Nits ist der Bildschirm hell genug, um ihn bei Tageslicht ablesen zu können. Mit 1.000 Nits ist der Bildschirm hell genug, um ihn bei Tageslicht ablesen zu können.

Auch der Bildschirm weiß zu überzeugen. Mit einer besonders hohen Bildschirmwiederholrate von 144 Hz werden Animationen äußerst flüssig dargestellt. Der Bildschirm hat eine Diagonale von 6,55 Zoll und eine FHD-Plus-Auflösung. Die Pixeldichte von etwa 402 ppi stellt sicher, dass Inhalte schön scharf dargestellt werden. 

Die maximale Helligkeit von 1.000 Nits hat mir für helle Sommertage vollkommen ausgereicht. Es gibt nur eine Sache, die ich mir beim Display gewünscht hätte: rechteckige Displayecken, wie bei den alten Lumia-Handys – aber das ist Geschmackssache. 

Kamera

Die drei Kameras auf der Rückseite. Ab Zoomstufen über 2x wird digital in das Bild der Hauptkamera hineingezoomt. Die drei Kameras auf der Rückseite. Ab Zoomstufen über 2x wird digital in das Bild der Hauptkamera hineingezoomt.

Das HMD Skyline besitzt drei Kameras auf der Rückseite: Eine Hauptkamera mit 108 Megapixel, eine 50-Megapixel-Tele mit Zweifach-Zoom und ein Ultraweitwinkel mit 13 Megapixel. Die Frontkamera hat eine Auflösung von 50 Megapixel und verfügt über Autofokus. 

Die Kamera-App von HMD ist sehr übersichtlich und einfach aufgebaut. Die Schrift ist schön groß und die verwendeten Symbole sind leicht zu verstehen. 

Die Bildqualität der Bilder, ist bei guten Lichtbedingungen überzeugend. Die Schärfe, Detailtreue und Farbgebung des 108-Megapixel-Sensor ist auf einem hohen Niveau und auch bei Dämmerung ist das Ergebnis noch zufriedenstellend. 

Die 50 Megapixel-Tele-Linse ist hingegen schon etwas schwächer und selbst bei guten Lichtbedingungen nicht so detailgetreu wie die Hauptkamera. Die zweifache Vergrößerung liefert die beste Qualität. Die digitalen Vergrößerungsstufen sind erwartungsgemäß eher schlecht und unscharf. 

Der 13-Megapixel-Sensor der Ultraweiwinkel-Kamera macht auch bei Tageslicht einen sehr guten Eindruck, lässt aber sehr schnell nach, sobald die Lichtverhältnisse schlechter werden. Dann rauschen die Fotos und Details gehen verloren. 

Die Ultraweitwinkel-Kamera des HMD Skyline. Die Ultraweitwinkel-Kamera des HMD Skyline.

Die Frontkamera mit 50 Megapixel schießt ansehnliche Selfies mit einem breiten Sichtfeld und schönen Farben, die allerdings etwas stärker in eine warme Richtung tendieren. Ihr könnt mit Gesten den Auslöser betätigen, sollte das Handy weiter entfernt auf einem Stativ stehen.

Akku

Der Akku hat eine Kapazität von 4.600 mAh und hält etwa einen Tag normaler Nutzung durch. Die Akkulaufzeit des HMD Skyline ist in dieser Hinsicht weder beeindruckend noch enttäuschend. Ein Pluspunkt ist der einfache Wechsel, sollte der Akku nach Jahren der Nutzung an Gesamtkapazität verloren haben. 

Ist er einmal leer könnt ihr ihn mit einem 33-Watt-Netzteil wieder aufladen. Für eine ganze Ladung braucht das Handy etwa zwei Stunden.

Übrigens ist das HMD Skyline das erste Handy mit Qi2-Kompatiblität. Das heißt ihr könnt magnetische Aufladestationen verwenden, wie man sie von Apple MagSafe kennt. Ich konnte das leider nicht testen, weil ich solche Accessoires nicht besitze. 

Alltagsbedienung

Der Snapdragon 7s Gen 2 ist nicht der schnellste Prozessor, aber schnell genug, um für eine reibungslose Performance im Alltag zu sorgen. Die 144 Hz des Bildschirms werden nur sehr selten von kleinen Rucklern gestört. 

Apps öffnen sich in schnell und ohne Verzögerungen und auch Multitasking macht keine Probleme. 

Synthetische Benchmarks: 

  • 3D Mark Wild Life: 3.072 (Besser als 34 Prozent aller anderen Geräte)
  • Geekbench 6 SC: 1.031
  • Geekbench 6 MC: 2.923

Auf der linken Seite des Handys gibt es eine zusätzliche Taste, die ihr frei belegen könnt. Ihr könnt sie entweder gedrückt halten oder doppelt drücken um eine Aktion auszuführen oder eine App zu öffnen. In Zukunft soll hiermit der Digital-Detox-Modus aufgerufen werden können – quasi ein erweiterter »Bitte nicht stören«-Modus, bei dem ganze Apps für vordefinierte Zeiträume deaktiviert werden. 

Auf der rechten Seite befindet sich die Power-Taste mit dem integrierten Fingerabdruckscanner – und diese ging mir regelmäßig auf die Nerven. Die Taste ist nämlich eben in das Gehäuse eingebaut und nicht versenkt, weshalb versehntlicher Kontakt vorprogrammiert ist. Dazu kommt, dass der Fingerabdruckscanner überaus empfindlich ist und schon bei der leichtesten Berührung reagiert. 

Der Bildschirm bleibt dann zwar aus, aber das Handy vibriert kurz. Das ist kein weltbewegender Nachteil, aber es passierte häufig genug, um es hier zu erwähnen. 

Software

Auf dem Handy ist eine geringe Menge an Bloatware vorinstalliert. Unter anderem Apps für Mydealz, Booking und LinkedIn. Darüber hinaus handelt es sich um eine sehr pure Android-Erfahrung mit vorinstallierten Google-Apps und der My Device-App von HMD. 

Obwohl das Handy eine gute Reparierbarkeit aufweist und somit eine jahrelange Verwendung suggeriert, wird es leider nur drei Jahre mit Sicherheitsupdates versorgt und wird nur zwei neue Android-Versionen erhalten, was geradezu widersprüchlich wirkt. Wer es also länger als drei Jahre verwenden möchte, geht ein gewisses Sicherheitsrisiko ein.

Ich habe mit HMD gesprochen und laut dem Hersteller war das eine Kompromissentscheidung, um den Kaufpreis des Handys nicht erhöhen oder auf bestimmte Features verzichten zu müssen. Außerdem sollen die meisten Handybesitzer in dieser Preisspanne Ihr Gerät alle zwei bis drei Jahre wechseln, weshalb sie sich speziell für diesen Zeitraum entschieden haben.

Ich kann das zwar nachvollziehen, aber es ist trotzdem eine Enttäuschung für ein Handy, das so leicht repariert werden kann. Vielleicht hätte man statt dem 144 Hz-Bildschirm stattdessen auf einen mit 90 Hz setzen können, damit das Handy ein Jahr länger mit Updates versorgt werden kann? Wie sich das rechnet, kann ich allerdings nicht sagen.

Wissenswertes zum Test
So habe ich getestet

Ich habe das HMD Skyline einen Monat lang als Haupthandy und Immer-Dabei-Kamera benutzt. 

Spezifikationen
  • Maße: 159.8 x 76 x 8.9 mm
  • Gewicht: 209,5 Gramm
  • Materialien: Gorilla Glass 3, Aluminium-Rahmen, Glas-Rückseite
  • Reparierbarkeit: Display, Rückseiten-Abdeckung, Akku austauschbar, USB-C-Anschluss
  • Schutz: IP54, Staub- und Spritzwasserschutz
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 7s Gen2
  • Speicherkonfigurationen: 128/8 GB, 256/12 GB
  • Erweiterbarer Speicher: microSDXC
  • Bildschirm: 6,55 Zoll, 1080 x 2400 Pixel, 402 ppi, P-OLED, 144 Hz, 1.000 Nits, 20:9
  • Hauptkamera: 108 Megapixel, PDAF, OIS
  • Tele: 50 Megapixel, PDAF, 2-fach optisch
  • Ultraweitwinkel: 13 Megapixel
  • Frontkamera: 50 Megapixel mit Autofokus
  • Akku: 4.600 mAh, 33 Watt-Schnellladen, 15 Watt kabellos, Qi2-Unterstützung
  • Betriebsystem: Android 14, bis zu zei OS-Upgrades, drei Jahre Sicherheitsupdates
  • Biometrie: seitlicher Fingerabdrucksensor
Preis und Verfügbarkeit

Das HMD Skyline ist für einen Preis von 500 Euro verfügbar. Es gibt zwei Farben zur Auswahl: »Neon Pink«, das ich getestet habe und »Twisted Black«.

Solltet ihr euch das HMD Skyline kaufen?

Solltet ihr euch das HMD Skyline kaufen? 

Das HMD Skyline lohnt sich für euch, wenn … 

  • … euch das Design der alten Lumia-Handys gefallen hat.
  • … euch eine gute Reparierbarkeit wichtig ist und drei Jahre Sicherheitsupdates euch ausreichen.
  • … ihr eine gute Hauptkamera benötigt und Zoom weniger wichtig ist. 

Mögliche Alternativen

Nothing Phone (2): Das Nothing Phone 2 wird genau wie das HMD Skyline bis 2027 mit Sicherheitsupdates unterstützt werden, besitzt ebenso eine gute Hauptkamera und ein auffälliges Design. Das Nothing Phone 2 ist inzwischen auch für etwa 500 Euro erhältlich und besitzt einen schnelleren Snapdragon 8+ Gen1-Chip. 

Google Pixel 8a: Das Google Pixel 8a ist sogar günstiger als das HMD Skyline und besitzt dafür eine deutlich bessere Ultraweitwinkelkamera mit den cleveren KI-Funktionen, für die Google bekannt ist. Auf einen Zoom müsst ihr dann allerdings komplett verzichten. Dafür wird das Handy sieben Jahre lang mit Updates versorgt. 

Preis-Leistung: In Anbetracht des sehr belebten Mittelfelds bei Smartphones ist das HMD Skyline für das gebotene Feature-Set etwas zu teuer. Ihr müsst für euch entscheiden, ob es euch die 500 Euro für das Design und die gute Reparierbarkeit wert sind. Dafür erhaltet ihr ein Handy, das noch eine gewisse Einzigartigkeit auf dem Markt hat. 

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