Durch die Corona-Pandemie wurden Homeoffice und Remote-Arbeit in vielen Unternehmen eingeführt und etabliert. Zuletzt stagniert die Quote allerdings, Büroarbeit wird wieder häufiger. Laut einer Studie könnte sich das schon bald wieder ändern.
Junge Unternehmen sind offener für Remote-Arbeit
Diese Annahme stützen die Autoren der Studie des National Bureau of Economic Research (NBER) auf ihren Erkenntnissen und dem Fakt, dass eine sehr große Generation in den kommenden Jahren den Arbeitsmarkt verlassen wird.
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Die Analysen beruhen auf den Daten der »Survey of Working Arrangements and Attitudes«, einer Online-Umfrage, bei der monatlich 2.500 bis 10.000 US-Amerikaner im Alter von 20 bis 64 Jahren zu ihrem Arbeitsplatz befragt werden.
Dabei wurden drei wichtige Erkenntnisse gefunden:
- In jungen Unternehmen arbeiten die Angestellten deutlich öfter von zu Hause aus. In Unternehmen, die nach 2015 gegründet wurden, ist die Quote knapp doppelt so hoch wie in Unternehmen, die vor 1990 gegründet wurden.
- Das Alter der Firmenchefs spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Die durchschnittliche Homeoffice-Quote liegt bei 1,4 Tagen pro Woche, wenn der Chef unter 30 ist. Ist er 60 oder älter, sinkt diese Quote auf 1,1 Tage pro Woche.
- Selbstständige arbeiten mehr als doppelt so oft von zu Hause aus wie Angestellte.
Die Daten wurden zwar in den USA erhoben, dürften aber auch auf den deutschen oder europäischen Arbeitsmarkt übertragbar sein. Klar scheint zu sein, dass jüngere Menschen eher Remote-Arbeit zulassen und fördern als ältere.
Kombiniert man das mit dem Fakt, dass die Generation der Baby-Boomer aktuell oder in den kommenden Jahren das Renteneintrittsalter erreicht, lässt sich prognostizieren, dass sich der Arbeitsmarkt in den nächsten zehn Jahren stark verändern könnte.
In Deutschland ist etwa der Jahrgang 1964 der geburtenstärkste aller Zeiten. Menschen, die 1964 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze für das Renteneintrittsalter mit 67 Jahren. Rund um das Jahr 2031 werden also sehr viele Menschen in Rente gehen.
Wie sich Homeoffice und Büroarbeit auf die Produktivität auswirken, wird noch untersucht. Zuletzt gab es Hinweise darauf, dass die Arbeit vor Ort nur dann wirklich gewinnbringend ist, wenn das ganze Team am gleichen Tag zusammenkommt.
Die freigewordenen Führungsstellen werden in Zukunft also zwangsläufig von jüngeren Angestellten eingenommen. Und da die tendenziell Homeoffice und Remote-Arbeit stärker fördern, könnte diese Arbeitsform schon bald einen zweiten Boom erleben.
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