Der Gang ins Büro sollte Mitarbeiter auf bessere Ideen bringen. Das Problem ist, dass sie dafür alle am gleichen Tag gehen müssen.

Wie beeinflussen Homeoffice und Hybrid-Modelle die Innovation im Job? Eine Studie zeigt, wo das klassische Büro noch immer vorne liegt.

Die Arbeit im Homeoffice ist seit ein paar Jahren weit verbreitet. (Bild: agcreativelab auf Adobe Stock) Die Arbeit im Homeoffice ist seit ein paar Jahren weit verbreitet. (Bild: agcreativelab auf Adobe Stock)

Durch die Corona-Pandemie hat sich der Arbeitsmarkt teilweise stark verändert. Die Arbeit im Homeoffice wird in vielen Branchen ermöglicht, auch Hybrid-Modelle sind angesagt. Eine Studie hat untersucht, wie sich solche Modelle auf Innovationen auswirken können.

Das Büro hat seine Vorteile, aber nur unter Umständen

Was ist das für eine Studie? Die Studie stammt aus dem Juni 2024 und wurde von Gibbs, Mengel und Siemroth unter dem Titel »Employee innovation during office work, work from home and hybrid work« in Scientific Reports veröffentlicht.

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Untersucht wurden über 48.000 Mitarbeitende eines indischen IT-Dienstleisters während und nach der Corona-Pandemie. Es wurde vor allem darauf geachtet, wie viele Ideen die Mitarbeiter einreichen (Quantität) und wie viele davon auch angenommen und etwa an Kunden weitergegeben wurden (Qualität).

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:

  • Homeoffice vs. Büro: Keine signifikante Veränderung in der Anzahl der eingereichten Ideen
  • Hybrid vs. Büro: Rückgang von etwa 22  Prozent bei den monatlich eingereichten Ideen pro Mitarbeitendem
  • Qualität: Sowohl im Homeoffice als auch bei Hybrid sinkt die Zahl der angenommenen Ideen

Innovation vs. Work-Life-Balance: Es spricht also eigentlich einiges für die Arbeit im Büro. Die Wiedereinführung trifft aber auf Gegenwind. Viele Mitarbeiter haben sich demnach an die Vorteile des Homeoffices, wie kürzere Arbeitswege, gewöhnt.

Das Hybrid-Modell, bei dem Mitarbeiter einen Teil der Arbeitszeit von Zuhause aus und den Rest im Büro verbringen, sollte in der Theorie einen praktikablen Kompromiss darstellen. Die Daten geben aber etwas anderes her.

Sowohl die Qualität als auch die Quantität der eingereichten Ideen gehen bei einem Hybrid-Modell im Vergleich zum klassischen Büro vor Ort zurück. Laut den Verfassern ist dies allerdings stark vom jeweiligen Team und der Koordination abhängig.

Vorteile der Büroarbeit: Laut der Studie entstehen neue Ideen und Innovationen oft »zufällig«, etwa beim berüchtigten »Kaffeemaschinen-Austausch«. Solche produktiven Zufälle gibt es im Homeoffice so gut wie gar nicht. Bei Hybrid-Modellen sind sie wiederum möglich.

Die Voraussetzung dafür ist natürlich, dass möglichst viele Teammitglieder gleichzeitig vor Ort sind. Wer alleine an der Büro-Kaffeemaschine steht, ist also nicht innovativer als in der eigenen Küche. Laut der Studie können hier feste Teamtage schon eine große Auswirkung haben.

Wie steht ihr dazu? Arbeitet ihr gerne im Homeoffice oder lieber im Büro?

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