Ein neuer Steam Controller ist da! Und er sieht irgendwie … gewöhnlich aus. Während der alte Steam Controller auf zwei große Trackpads setzte, kommt beim neuen Horipad Pro das altbewährte Dual-Stick-Layout zum Einsatz.
Trotzdem bietet dieser Controller einige Features, für die er sich das »For Steam«-Label verdient hat. Ich habe das Horipad Pro für euch getestet und verrate euch, ob sich der Preis von 60 Euro lohnt.
Transparenzhinweis: Decky.net hat mir das Horipad Pro für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller und Decky.net hatten keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekamen keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Verarbeitung und Komfort
Beim Auspacken ist mir zunächst das geringe Gewicht des Controllers aufgefallen. Gleichzeitig wirkt die Verarbeitungsqualität nicht besonders hoch, vor allem in Relation zur UVP von 60 Euro. Es gibt etwa einen kleinen Spalt zwischen Front- und Rückabdeckung und der verwendete Kunststoff ist dünn.
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Unboxing und erster Eindruck: Ein neuer Steam-Controller, aber nicht von Valve
Ich war anfangs also nicht besonders beeindruckt von diesem neuen Steam Controller. Doch jetzt sind einige Tage vergangen und ich greife äußerst gerne zu ihm. Und das liegt vor allem an dem geringen Gewicht und dem besonders guten Komfort. Das liegt unter anderem auch an der fein texturierten Rückseite und dem ergonomischen Design.
Wie spielt es sich damit?
Äußerst gut, muss ich sagen. Fangen wir mit den physischen Bedienelementen an. Die Tasten und Analog-Sticks lassen nur wenige Wünsche offen:
ABXY: Die Tasten verwenden zwar keine mechanischen Schalter wie teurere Modelle, aber fühlen sich dennoch präzise an.
Analog-Sticks: Was mir besonders gut gefällt, ist der hohe Widerstand der Analog-Sticks. Damit fällt es mir persönlich leichter, präzise zu zielen.
- Hinzu kommen Glättungsringe, was die Bedienung butterweich macht. Und noch ein kleines Extra: Die Analog-Sticks sind wie beim Steam Deck kapazitiv.
- Das heißt, ihr könnt bestimmte Funktionen aktivieren, wenn ihr euren Daumen auf sie auflegt – wie etwa das Gyroskop.
D-Pad: Ich habe das Gefühl, dass Hori hier das D-Pad von seinem Fighting-Game-Controller »Fighting Commander« eingebaut hat. Es gefällt mir ausgezeichnet und ich wünschte mehr Controller würden ein präzises kreuzförmiges D-Pad verbauen, wie es hier der Fall ist. Wenn ihr gerne Fighting Games oder 2D-Spiele spielt, dann kann ich euch das neue Horipad empfehlen.
Makro-Tasten: Insgesamt gibt es vier Stück, aber nur zwei auf der Rückseite. Die anderen beiden befinden sich seltsamerweise vorn unter dem D-Pad und dem rechten Analog-Stick.
- Ich halte zusätzliche Tasten für sinnvoll, weil ich dann bestimmte Tasten drücken kann, ohne meine Daumen von den Sticks nehmen zu müssen.
- Die vorderen Tasten erfüllen diesen Zweck nicht, weshalb ich sie weniger nützlich finde.
Schultertasten und Trigger: Die Schultertasten sind nichts Besonderes, aber das ist auch nicht schlimm. Sie tun, was sie sollen und lassen sich an jeder Position gleich gut betätigen, was nicht immer selbstverständlich ist. Wirklich besonders sind die Trigger:
- Ihr könnt mit einem Schalter auf der Rückseite zwischen analoger und digitaler Eingabe wechseln. Analog eignet sich etwa sehr gut für Racing-Games und digital für Shooter und Fighting-Games.
- Der physische Aktivierungsweg bleibt allerdings gleich und ist immer sehr kurz.
Motion Controls: Eines der besten Features vom Horipad-Controller ist das eingebaute Gyroskop. Ihr könnt es wie beim Steam Deck mit den kapazitiven Analog-Sticks aktivieren. Alternativ ist das auch mit dem linken Trigger oder anderen Tasten möglich.
- Die Steuerung ist dabei sehr präzise und erinnerte mich an das Gyro-Aiming mit dem Nintendo Switch Pro-Controller.
- Das geringe Gewicht sorgt dafür, dass die Handgelenke und Arme weniger ermüden.
- Ich spiele selbst sehr gerne mit Gyro-Controls, weil ich damit präziser bin als mit den Analog-Sticks, weshalb mir die Implementierung bei diesem Controller so gut gefällt.
Software: Alle Tasten lassen sich über Steam neu belegen. Es gibt außerdem die Möglichkeit, bei jedem Spiel eigene Profile zu erstellen oder ein vorgefertigtes anzuwenden. Wie beim Steam Deck findet ihr auch hier eine dedizierte Steam-Taste und eine, um Schnelleinstellungen aufzurufen.
Die Schwächen auf einen Blick
Billige Verarbeitung: So sehr ich die leichte Bauweise schätze – der Controller fühlt sich einfach nicht hochwertig an.
Kein Rumble: Einer der Gründe, warum dieser Controller so leicht ist, ist das Fehlen von Vibrationsmotoren. Darauf müsst ihr verzichten.
Kabellos nur über Bluetooth: Eine kabellose Verbindung ist leider bloß über Bluetooth möglich. Ich habe keine nennenswerte Latenz spüren können, aber für wirklich geringe Eingabeverzögerung müsst ihr auf ein USB-C-Kabel setzen.
- Im Lieferumfang ist ein kleiner Dongle enthalten. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen 2,4-GHz-Empfänger, sondern um einen Bluetooth-Dongle, sollte euer PC keine Bluetooth-Funktion haben.
- Xinput ist obendrein nur kabelgebunden verfügbar.
Keine Hall-Effekt-Sticks: Die Analog-Sticks fühlen sich zwar einwandfrei an, aber es handelt sich nicht um Hall-Effekt-Sticks. Solche wären erfreulich gewesen, weil sie resistenter gegenüber Stick-Drift sind.
Kein Headset-Anschluss: Hori hat das Controller-Gehäuse schon für das Horipad für Xbox verwendet und dieser Controller hatte einen Headset-Anschluss. Obwohl bei dieser Version dieselbe Aussparung für die 3,5mm-Klinke vorhanden ist, wurde er hier eingespart.
Solltet ihr euch den Horipad-Steam-Controller kaufen?
Das Horipad für Steam ist für euch geeignet, wenn …
- … ihr gerne mit Motion-Controls spielt.
- … ihr einen Controller für euer Steam Deck sucht.
- … euch ein gutes D-Pad wichtig ist.
Mögliche Alternativen:
Xbox Wireless Controller: Der Klassiker unter den Controllern ist mit den meisten Spielen auf Steam kompatibel und fühlt sich etwas hochwertiger an. Zudem wird er noch mit AA-Batterien betrieben, was ein Vorteil sein kann, wenn ihr mehrere AA-Akkus besitzt.
Gulikit KK3 Max: Dieser Controller kostet euch zwar 20 Euro mehr, bietet aber auch ein eingebautes Gyroskop und vier Paddles auf der Rückseite. Außerdem kommt er mit einem 2,4 GHz-Dongle für latenzarmes Spielen.
Preis-Leistung: Der Preis von 60 Euro ist für die gebotenen Features zwar angemessen, aber beim Anfassen fühlt sich dieser Controller nicht an wie einer mit so einem Preisschild. Wenn ihr die Funktionen nützlich findet, macht ihr mit dem Kauf des Hori-Steam-Controllers aber nichts falsch.


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