Seit 5 Jahren spiele ich mit meinem Lieblingscontroller und stelle nun eine eklatante Schwäche fest

Nach Jahren treuer Nutzung zeigt der Xbox Wireless Controller Schwächen im entscheidenden Moment. Eine Reflexion über Vorzüge und bitterer Erkenntnis.

Manchmal kann die große Controller-Liebe lange Zeit halten. Bis besondere Umstände eintreten. Manchmal kann die große Controller-Liebe lange Zeit halten. Bis besondere Umstände eintreten.

Der Xbox Wireless Controller ist ohne Frage ein solides Gamepad für Casual-Gamer. Er hat mir jahrelang treue Dienste geleistet.

Doch ausgerechnet beim It Takes Two Spielen machte sich nun ein Defizit bei den Aktionstasten bemerkbar.

In den letzten Jahren sind zig Controller zum Testen bei mir auf dem Schreibtisch gelandet. Obwohl ich viele davon mochte und euch auch nur wärmstens empfehlen kann, konnte für mich kein Gerät den klassischen Xbox Wireless Controller ersetzen.

Wenn ich nicht gerade andere Testgeräte zum Spielen benutze(n muss), greife ich schon seit Jahren zu einem meiner drei Xbox-Gamepads. Nun gut, es ist eigentlich immer der schwarze, weil die anderen beiden mir eher als Ersatz dienen.

Jedenfalls war ich in meinem privaten Gebrauch bisher immer superzufrieden mit dem Controller. Mir gefällt die Einfachheit, wie toll er in meinen Händen liegt, aber was ich am meisten zu schätzen weiß, ist der Betrieb über zwei AA-Batterien.

Meine drei Xbox Wireless Controller und Dragon-Age-Stuff. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Meine drei Xbox Wireless Controller und Dragon-Age-Stuff. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Ich habe dafür wiederaufladbare Akkus gekauft. Ist das eine Paar nach unzähligen Stunden leer gespielt, liegt das nächste bereits geladen bereit. Es ist ein simples und effizientes System, das mich einfach nur zufriedenstellt.

Sicher, mir war schon immer bewusst, dass viele, viele User früher oder später Probleme mit dem Xbox Wireless Controller bekommen haben. Sei es Stickdrift oder tote Bumper … Ich habe derartige Schilderungen immer wieder zu hören bekommen, wenn auch nicht so häufig wie beim deutlich teureren Elite Controller.

Mir selbst sind derartige Defizite aber glücklicherweise nie untergekommen. Es gab in meinem Fall schlichtweg nie etwas zu meckern.

Überall habe ich ihn euch empfohlen. In der großen GameStar-Tech-Kaufberatung zum Thema Controller und auch in kürzeren Sammelartikeln:

Doch es kam, wie es kommen musste. Der Controller ließ mich phänomenal im Stich. Das Unheil nahm seinen Lauf, während ich mit Linh den Koop-Hit It Takes Two spielte.

Ja, ich weiß, das war vielleicht schon der erste Fehler, denn wer auch nur ein wenig mitverfolgt, was Linh den ganzen Tag so treibt, weiß, dass er ein Fighting-Games-Enthusiast ist.

Außerdem spielt er gelegentlich ganz gerne Kalimba (auch Finger-Piano genannt). Was ich damit sagen will: Der Mann hat Fingerfertigkeit – höchstwahrscheinlich mehr als Casual-Spielerinnen und -Spieler wie ich es bin.

Wie gut bist du im Button-Mashing?

Sicher ist It Takes Two ein Koop-Spiel, das kooperativer kaum sein könnte. Also ist egal, wer darin besser performt, oder? Falsch gedacht. Wer den Titel selbst schon gespielt hat, weiß, dass es darin optionale Mini-Spiele gibt.

Darunter klangvolle Herausforderungen wie Hau den Cody (ich war übrigens Cody ...) oder auch Panzerbrüder (darin habe ich sogar gewonnen!).

Als es ans Tauziehen ging, fragte mich Linh noch: Wie gut bist du im Button-Mashing?. Ohne darüber nachzudenken, antwortete ich voller Selbstvertrauen: Ziemlich gut!.

Video starten 2:52 It Takes Two - Neuer Trailer zeigt euch die Koop-Action - Neuer Trailer zeigt euch die Koop-Action

Nicht ohne Grund. Schließlich habe ich It Takes Two zuvor schon mit drei anderen Leuten gespielt und in dem betreffenden Mini-Spiel immer gewonnen. Selbst beim Armdrücken in A Way Out konnte ich jedes Mal obsiegen (gleiche Mechanik).

Aber auch in nicht kompetitiven Spielen wie den The-Dark-Pictures-Titeln, wo man sich per Button-Mashen aus dem Griff von Feinden befreien oder schwere Türen öffnen muss, habe ich mich stets gut geschlagen.

Was ich damit bekräftigen will: Ich bin wirklich nicht schlecht darin!

Mhm, sicher. Es lag am Controller ...

Was ich bei meiner rückblickend zu optimistischen Antwort nicht mehr vor Augen hatte: Ich habe all diese Spiele damals auf der PS4 mit dem fantastischen DualShock gespielt. Und der hat echt smoothe Aktionstasten, wie auch der DualSense der PS5. Ich bin auch heute noch ein Fan der Sony-Gamepads.

So sehr ich den Xbox Wireless Controller für seine Haptik, das Preis-Leistungs-Verhältnis und den Batteriebetrieb auch zu schätzen weiß … die Aktionstasten sind nicht die besten und haben einen recht hohen Widerstand.

Bei den meisten Casual-Spielen fällt das nicht weiter auf und auch bei It Takes Two fiel mir zunächst nichts auf. Aber in diesem Moment dann. Beim Tauziehen! Und nachdem ich vorher auch noch so überzeugt von meinem Können war. Da schlug mir die bittere Wahrheit mit voller Wucht ins Gesicht:

Wenn es wirklich auf Schnelligkeit und flüssige Eingaben ankommt, ist dieses Gamepad keine gute Wahl. Die einigermaßen stark gewölbten Aktionstasten mit ihrem hohen Widerstand lassen rasantes Button-Mashing nicht zu. Nicht einmal, wenn man eigentlich solide darin ist.

Hinzu kommt, dass der gute Linh, den ich ja nun wirklich liebe, nicht einfach nur mit irgendeinem Controller gespielt hat, sondern mit dem Razer Wolverine V3 Pro (Test), einem der besten Gamepads, die ich bisher getestet und zu dem ich ebenfalls eine Kolumne geschrieben habe:

Jedenfalls konnte Linh mich als May im Tauziehen mühelos besiegen. Vollkommen perplex verfolgte ich, was auf dem Bildschirm passierte und konnte es kaum glauben. Es schien in dem Moment so absurd, dass ich lachen musste. Ich fühlte mich eiskalt blamiert. Von meinem Lieblings-Casual-Gamepad.

Der Controller ... die Tasten waren gerade voll schwergängig!, platzte aus mir heraus und ich wusste sofort, wie das klingt. Dementsprechend ließ Linhs Antwort nicht lange auf sich warten: Mhm, sicher. Es lag am Controller .... Die Demütigung war perfekt.

Codys Gesichtsausdruck muss man nur noch 50 Prozent mehr Erstauntsein hinzufügen, dann passt es. Codys Gesichtsausdruck muss man nur noch 50 Prozent mehr Erstauntsein hinzufügen, dann passt es.

Meistens reicht der Controller dennoch aus

Das klingt jetzt dramatischer als es ist. Gegen jemanden wie Linh in einem kuscheligen Couch-Koop zu
verlieren ist nun wirklich keine Schande. Wir konnten beide darüber lachen.

Gut, er vielleicht ein klein wenig mehr als ich … Dennoch sehe ich den Xbox Wireless Controller nun etwas anders und er hat sich definitv negativ auf das Spielergebnis ausgewirkt.

Trotzdem: Für die meisten Spielerinnen und Spieler, die Gaming eher locker angehen, ist dieses Gamepad eine gute Wahl. Wer aber auch nur im Ansatz kompetitiv spielt, sollte lieber zu einem anderen Controller greifen.

Andererseits kann man sich dann aber auch nicht mehr einreden, der Controller sei schuld an den eigenen Niederlagen.

zu den Kommentaren (11)

Kommentare(11)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.