Die IT-Branche steckt in der Klemme. Steigende Preise für Arbeitsspeicher (DRAM) und eine angespannte Lieferkette treiben die Herstellungskosten für Gaming-Hardware in die Höhe. Über eine mögliche Lösung aus Sicht von HP hatten wir bereits gestern berichtet: Es geht um das OMEN Gaming Subscription-Modell.
Frei nach dem Motto: besitze nichts und sei glücklich
Das Konzept klingt im ersten Moment verlockend: Anstatt zwei- oder dreitausend Euro auf einmal für ein High-End-Gerät auszugeben, zahlen Nutzer eine monatliche Gebühr.
Dafür erhalten sie ein aktuelles OMEN- oder Victus-Notebook, technischen Support rund um die Uhr und – das soll wohl das Hauptverkaufsargument sein – die Möglichkeit, das Gerät alle 12 Monate gegen ein neues Modell auszutauschen.
Klingt doch ganz gut, oder? Wenn ihr allerdings mal einen genaueren Blick hinter die Marketing-Fassade werft, vergeht euch sicher ganz schnell der Spaß. Wie Rechnungen von PC Gamer und Wccftech zeigen, erreicht die Summe der monatlichen Raten oft schon nach 15 bis 20 Monaten den eigentlichen Kaufpreis des Geräts.
Aber es wird noch besser
! Denn es gibt da einen entscheidenden Unterschied zum klassischen Ratenkauf: Nach Ablauf eures Abos gehört euch das Gerät in diesem Fall nämlich nicht. Wer aufhört zu zahlen, muss den Laptop zurückgeben.
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Vorzeitige Kündigung wird richtig teuer
HP selbst bewirbt das Modell jovial als Heilmittel gegen die Upgrade-Angst
und gegen das Gefühl, heute viel Geld für Technik auszugeben, die morgen schon veraltet ist. Diese Flexibilität lässt sich der Hersteller aber auch verdammt teuer bezahlen.
Wer sich nach der 30-tägigen Testphase entscheidet, das Abo vorzeitig zu kündigen, wird mit massiven Gebühren konfrontiert. Das Kleingedruckte ist da wirklich erschreckend aufschlussreich.
Wollt ihr zum Beispiel das Abo vom Top-Modell OMEN Max 16 bereits im zweiten Monat loswerden, knöpft euch HP satte 1.430 US-Dollar ab! Erst nach dem 13. Monat ist eine Kündigung ohne zusätzliche Strafzahlung möglich. Sollte das Unternehmen dieses Modell irgendwann in dieser Form auch hierzulande anbieten, dürfte sich der Verbraucherschutz vermutlich die Hände reiben.
Ein Symptom der Hardware-Krise
Dass HP diesen Weg geht, ist natürlich kein Zufall. Die DRAM-Krise hat die Margen der Hersteller unter Druck gesetzt. Ein Abo-Modell bietet HP zwei entscheidende Vorteile:
- Planbare Umsätze: Anstatt auf den nächsten Einmalkauf zu warten, bindet man den Kunden einfach langfristig mit einer monatlichen Gebühr.
- Kontrolle über den Gebrauchtmarkt: Da die meisten Geräte vermutlich nach einem Jahr zurückgegeben werden, kann HP diese aufbereiten und erneut in den Kreislauf bringen.
Für wen lohnt sich das?
Nun ja, am meisten dürfte von dem beschriebenen Abo-Modell natürlich HP selbst profitieren. Für den Durchschnitts-Gamer ist das beschriebene Konstrukt wirtschaftlich dagegen in keinster Weise sinnvoll. Wer einen Laptop über drei oder vier Jahre nutzt, zahlt beim Abo ein Vielfaches des Ladenpreises, ohne jemals einen Wiederverkaufswert zu generieren.
Die Hardware-as-a-Service
-Strategie von HP ist ein Experiment. Die Firma testet aus, wie weit Spieler bereit sind zu gehen, um dem Preisdruck der Hardware-Komponenten zu entkommen. Für Enthusiasten, die zwingend alle 12 Monate die neueste GPU haben wollen und sich nicht um den Verkauf von Altgeräten kümmern möchten, mag es eine bequeme Nische sein.
Stellt sich nur die Frage, wie viele es davon tatsächlich gibt. Für alle anderen bleibt es quasi ein teurer Mietwagen, der niemals in der eigenen Garage ankommt. Bleibt zu hoffen, dass HP diesen kundenunfreundlichen Unsinn nicht nach Europa exportiert.
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