Beim Aufräumen des Kellers habe ich meine alten Lautsprecher wieder hervorgeholt. Es handelt sich um passive Pilots aus den 70ern, die ich von meinem Vater gebraucht übernommen habe. Aber einen Verstärker hatte ich nicht mehr.
Die Lösung für diese kleine Hürde kam aus Fernost. Das Ergebnis: ein für mich hervorragendes Soundsystem.
Vollverstärker, die Lösung für einsame Passiv-Lautsprecher
Da ich nicht hunderte von Euros ausgeben wollte, habe ich mich online in China nach einem Vollverstärker umgesehen. Ich hatte Glück, ein Sabaj A10a als B-Ware war für 75 Euro im Angebot.
Er ist etwa so groß wie ein modernes Smartphone – ok, etwas breiter und mit 6 Zentimeter wesentlich dicker. Ausgänge für zwei passive Lautsprecher, Cinch-Ausgang für einen Subwoofer, Stereo-Cinch-Eingang. Das ist alles, was er an Audio-Anschlüssen hat.
Perfekt, mehr brauche ich nicht!
Der Klang nach dem ersten Ausprobieren, grandios. Vor Freude war ich gleich am Abrocken. Ordentliche Lautstärke, dynamischer Klang, satte Bässe.
Damit klangen meine Pilots wieder so wie ich sie am ITT Schaub-Lorenz gewohnt war oder sogar noch um einiges besser.
Die Pilots klingen toll am Sabaj, aber für elektronische Musik fehlt was
Ideal für meine kleine Plattensammlung. Nicht umsonst werden Vollverstärker wie der Sabaj A10a durch ihren warmen Klang für solche analogen Settings empfohlen.
Allerdings habe ich auch eine leicht elektronische Seite, etwa Deichkind oder Robyn. Dafür sind die Pilots aufgrund ihres begrenzten Bass für moderne elektronische Musik nicht ideal geeignet.
Es klingt immer noch gut, aber ich wollte wissen, ob es noch besser geht. Meine Recherche hat mich zu Studiomonitoren geführt. Das sind aktive Lautsprecher, die in Studios zur Musikproduktion genutzt werden. Ihr Sound ist klar und detailreich.
Aktive Boxen – extrem laut, extrem klar
Presonus Eris 5 waren gerade für knapp unter 200 Euro im Angebot. Da beide ihren eigenen Verstärker eingebaut haben (aktive Boxen), benötigen sie keinen externen Verstärker. Nachteil: Sie müssen über einen Kaltgerätestecker mit Strom versorgt werden. Bei passiven Boxen entfällt das.
Nach dem Auspacken war ich skeptisch: »Diese Teile, die etwas wie zu groß geratene PC-Boxen aussehen, sollen jetzt einen ordentlichen Sound haben?« Und ich habe mit 5,25 Zoll schon die etwas Größeren genommen.
Der erste Test hat mich sofort aus meinen Pantoffeln gehauen, fast wortwörtlich. Sie gehen wahnsinnig laut. Viel wichtiger aber: Der Klang absolut klar, ich höre Details in Musik, die mir zuvor entgangen sind.
Zu laut solltet ihr Studiomonitore wie die Eris ohnehin nicht aufdrehen – euren Ohren und dem Klang zuliebe. Die Lautstärkeregler auf 9-12 Uhr reichen meistens. Lauter oder leiser regelt ihr dann am angeschlossenen Gerät.
Pilots und Eris zusammen, im Surround oder einzeln
Was passiert eigentlich, wenn man Pilots und Eris kombiniert? Ich war überrascht: Zusammen ergeben Pilots und Eris ein sattes, noch dynamischeres Klangbild. Ich habe den warmen Klang der Pilots. Die Eris hellen den Sound durch ihre Klarheit auf und bieten den richtigen Support für elektronische Bässe.
Manchmal nutze ich sie auch für 4.0-Surround auf dem PC bei DVDs und beim Zocken. Meistens verwende ich aber alle vier Boxen mit Stereo-Sound. Das ist bei dem ganzen Systemanforderungs-Chaos beim Streaming häufig unkomplizierter.
Will ich dagegen gerade lieber warmen oder klaren Klang, kann ich nur die Pilots oder Eris nutzen. Dazu habe ich Eris und Sabaj an eine Mehrfachsteckdose hinter einen eigenen Schalter gehängt.
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Klingt für das Geld verboten gut
Inklusive Kleinkram wie Kabeln und Steckern habe ich für ziemlich genau 300 Euro ein Setup gebaut, das für mich klanglich an so manche Komplettsysteme für 1.000 Euro rankommt.
Einen Subwoofer zu Pilots und Eris brauche ich momentan übrigens nicht. Zu stumpfes Gedumpfe in meinen Ohren.
Was ist das Soundsystem eurer Träume? Würdet ihr aktive und passive Lautsprecher kombinieren? Schreibt es uns in die Kommentare.

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