Ich habe endlich das Soundsystem meiner Träume gebaut – und es hat mich gerade einmal 300 Euro gekostet

Ein zufälliger Kellerfund hat mir das Soundsystem meiner Träume beschert – etwas Geld und Einfallsreichtum waren aber nötig.

(Bild: Andrea M. GameStar Tech) (Bild: Andrea M. / GameStar Tech)

Beim Aufräumen des Kellers habe ich meine alten Lautsprecher wieder hervorgeholt. Es handelt sich um passive Pilots aus den 70ern, die ich von meinem Vater gebraucht übernommen habe. Aber einen Verstärker hatte ich nicht mehr.

Die Lösung für diese kleine Hürde kam aus Fernost. Das Ergebnis: ein für mich hervorragendes Soundsystem.

Vollverstärker, die Lösung für einsame Passiv-Lautsprecher

Da ich nicht hunderte von Euros ausgeben wollte, habe ich mich online in China nach einem Vollverstärker umgesehen. Ich hatte Glück, ein Sabaj A10a als B-Ware war für 75 Euro im Angebot.

Der Sabaj A10a ist ein moderner, kleiner Vollverstärker mit großem Sound. Perfekt für meine passiven Pilot-Boxen. (Bild: Andrea M. GameStar Tech) Der Sabaj A10a ist ein moderner, kleiner Vollverstärker mit großem Sound. Perfekt für meine passiven Pilot-Boxen. (Bild: Andrea M. / GameStar Tech)

Er ist etwa so groß wie ein modernes Smartphone – ok, etwas breiter und mit 6 Zentimeter wesentlich dicker. Ausgänge für zwei passive Lautsprecher, Cinch-Ausgang für einen Subwoofer, Stereo-Cinch-Eingang. Das ist alles, was er an Audio-Anschlüssen hat.

Perfekt, mehr brauche ich nicht!

Der Klang nach dem ersten Ausprobieren, grandios. Vor Freude war ich gleich am Abrocken. Ordentliche Lautstärke, dynamischer Klang, satte Bässe.

Damit klangen meine Pilots wieder so wie ich sie am ITT Schaub-Lorenz gewohnt war oder sogar noch um einiges besser.

Die Pilots klingen toll am Sabaj, aber für elektronische Musik fehlt was

Einer meiner beiden Pilot-Lautsprecher. Sie sind zwar mehr als 50 Jahre alt und sehen absolut »billig« aus, klingen aber einfach immer noch richtig gut. (Bild: Andrea M. GameStar Tech) Einer meiner beiden Pilot-Lautsprecher. Sie sind zwar mehr als 50 Jahre alt und sehen absolut »billig« aus, klingen aber einfach immer noch richtig gut. (Bild: Andrea M. / GameStar Tech)

Ideal für meine kleine Plattensammlung. Nicht umsonst werden Vollverstärker wie der Sabaj A10a durch ihren warmen Klang für solche analogen Settings empfohlen.

Allerdings habe ich auch eine leicht elektronische Seite, etwa Deichkind oder Robyn. Dafür sind die Pilots aufgrund ihres begrenzten Bass für moderne elektronische Musik nicht ideal geeignet.

Es klingt immer noch gut, aber ich wollte wissen, ob es noch besser geht. Meine Recherche hat mich zu Studiomonitoren geführt. Das sind aktive Lautsprecher, die in Studios zur Musikproduktion genutzt werden. Ihr Sound ist klar und detailreich.

Aktive Boxen – extrem laut, extrem klar

Aktive Studiomonitore wie die Presonus Eris 5 werden eigentlich in kleinen Studios eingesetzt. Bei mir ergänzen sie mein HiFi-Setup perfekt. (Bild: Andrea M. GameStar Tech) Aktive Studiomonitore wie die Presonus Eris 5 werden eigentlich in kleinen Studios eingesetzt. Bei mir ergänzen sie mein HiFi-Setup perfekt. (Bild: Andrea M. / GameStar Tech)

Presonus Eris 5 waren gerade für knapp unter 200 Euro im Angebot. Da beide ihren eigenen Verstärker eingebaut haben (aktive Boxen), benötigen sie keinen externen Verstärker. Nachteil: Sie müssen über einen Kaltgerätestecker mit Strom versorgt werden. Bei passiven Boxen entfällt das.

Nach dem Auspacken war ich skeptisch: »Diese Teile, die etwas wie zu groß geratene PC-Boxen aussehen, sollen jetzt einen ordentlichen Sound haben?« Und ich habe mit 5,25 Zoll schon die etwas Größeren genommen.

Der erste Test hat mich sofort aus meinen Pantoffeln gehauen, fast wortwörtlich. Sie gehen wahnsinnig laut. Viel wichtiger aber: Der Klang absolut klar, ich höre Details in Musik, die mir zuvor entgangen sind.

Zu laut solltet ihr Studiomonitore wie die Eris ohnehin nicht aufdrehen – euren Ohren und dem Klang zuliebe. Die Lautstärkeregler auf 9-12 Uhr reichen meistens. Lauter oder leiser regelt ihr dann am angeschlossenen Gerät.

Auf der Rückseite der Presonus regelt ihr die Lautstärke und passt das Klangbild an. Sie bieten neben Cinch (RCA) mit 6,3-mm-Klinke (TRS) und XLR auch Anschlüsse für den professionellen Einsatz. Bei Kabellängen von wenigen Metern reicht Cinch jedoch meistens problemlos – es gibt damit keine hörbaren Störungen. Ich verwende hier zwar XLR, das geht am anderen Ende aber auch nur auf Cinch. (Bild: Andrea M. GameStar Tech) Auf der Rückseite der Presonus regelt ihr die Lautstärke und passt das Klangbild an. Sie bieten neben Cinch (RCA) mit 6,3-mm-Klinke (TRS) und XLR auch Anschlüsse für den professionellen Einsatz. Bei Kabellängen von wenigen Metern reicht Cinch jedoch meistens problemlos – es gibt damit keine hörbaren Störungen. Ich verwende hier zwar XLR, das geht am anderen Ende aber auch nur auf Cinch. (Bild: Andrea M. / GameStar Tech)

Pilots und Eris zusammen, im Surround oder einzeln

Was passiert eigentlich, wenn man Pilots und Eris kombiniert? Ich war überrascht: Zusammen ergeben Pilots und Eris ein sattes, noch dynamischeres Klangbild. Ich habe den warmen Klang der Pilots. Die Eris hellen den Sound durch ihre Klarheit auf und bieten den richtigen Support für elektronische Bässe.

Um es weder kompliziert noch teuer zu machen, habe ich Pilots (über den Sabaj) und Presonus einfach über ein Paar Cinch-Splitter für wenige Euro verbunden. Daneben verwende ich einen günstigen Cinch-Verteiler, mit dem ich zwischen PC, Plattenspieler und Smartphone umschalte. (Bild: Andrea M. GameStar Tech) Um es weder kompliziert noch teuer zu machen, habe ich Pilots (über den Sabaj) und Presonus einfach über ein Paar Cinch-Splitter für wenige Euro verbunden. Daneben verwende ich einen günstigen Cinch-Verteiler, mit dem ich zwischen PC, Plattenspieler und Smartphone umschalte. (Bild: Andrea M. / GameStar Tech)

Manchmal nutze ich sie auch für 4.0-Surround auf dem PC bei DVDs und beim Zocken. Meistens verwende ich aber alle vier Boxen mit Stereo-Sound. Das ist bei dem ganzen Systemanforderungs-Chaos beim Streaming häufig unkomplizierter.

Will ich dagegen gerade lieber warmen oder klaren Klang, kann ich nur die Pilots oder Eris nutzen. Dazu habe ich Eris und Sabaj an eine Mehrfachsteckdose hinter einen eigenen Schalter gehängt.


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Klingt für das Geld verboten gut

Inklusive Kleinkram wie Kabeln und Steckern habe ich für ziemlich genau 300 Euro ein Setup gebaut, das für mich klanglich an so manche Komplettsysteme für 1.000 Euro rankommt.

Einen Subwoofer zu Pilots und Eris brauche ich momentan übrigens nicht. Zu stumpfes Gedumpfe in meinen Ohren.

Was ist das Soundsystem eurer Träume? Würdet ihr aktive und passive Lautsprecher kombinieren? Schreibt es uns in die Kommentare.


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