SSD-Gehäuse mit Lüfter im Test: Endlich eine kühle SSD oder doch nur Marketing?

Im Test: Das Icy Box Diamond Case 1980 mit Thunderbolt 5. Wie schlägt es sich bei Leistung und Kühlung?

Für ein Thunderbolt-5-Gehäuse ist das Icy Box Diamond Case 1980 fast schon günstig. Für ein Thunderbolt-5-Gehäuse ist das Icy Box Diamond Case 1980 fast schon günstig.

Der Bedarf an schnellen externen Speicherlösungen ist ungebrochen. Das Schnellste, was ihr aktuell für euer Geld bekommen könnt, sind externe SSDs mit Thunderbolt-5-Anschluss. Eine maximale Übertragungsrate von 80 Gbps ist hier möglich, das würde 10.000 MB/s entsprechen. Diesen Wert erreicht aktuell aber noch kein Thunderbolt-5-Gehäuse, realistisch sind um die 6.000 MB/s möglich.

Heute sehen wir uns mal das neue Icy Box Diamond Case 1980 von RaidSonic näher an. Wie ihr der Produktbezeichnung entnehmen könnt, handelt es sich dabei lediglich um ein Gehäuse, eine passende M.2-SSD müsst ihr selbst einbauen.

Der Vorteil an einer solchen Lösung ist, dass ihr einfach eine bereits vorhandene SSD einbauen und somit viel Geld im Vergleich zu einem bereits bestückten Thunderbolt-5-Modell sparen könnt. Mit aktuell mindestens 181 Euro ist das Gehäuse für ein Modell mit Thunderbolt 5 schon fast als günstig zu bezeichnen.

Raidsonic hat mir das Diamond Case 1980 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt dieses Artikels und bekam keine Einsicht vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

Raidsonic Icy Box Diamond Case 1980
Raidsonic Icy Box Diamond Case 1980
Beim Icy Box Diamond Case 1980 handelt es sich um ein solides SSD-Gehäuse mit Thunderbolt-5-Anschluss. Sowohl die Qualität als auch die hohe Geschwindigkeit beim Lesen von Daten konnte im Test gefallen. Weniger gut sind dagegen die maue Geschwindigkeit beim Schreiben und der lauter Lüfter, auf den der Hersteller eigentlich auch hätte verzichten können.
  • Schnell beim Lesen
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Lüfter ist deutlich hörbar
  • Verhältnismäßig langsam beim Schreiben
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Das Gehäuse im Detail

Das Diamond Case 1980 besteht vollständig aus massivem Aluminium und überzeugt mit einer makellosen Verarbeitung. Die Abmessungen betragen 55 × 115 × 18 Millimeter bei einem Gewicht von 169 Gramm ohne SSD. 

Das Diamond Case 1980 besteht komplett aus Aluminium. Das Diamond Case 1980 besteht komplett aus Aluminium.

Der Einbau eines M.2-Laufwerks gestaltet sich erfreulich einfach, Werkzeug ist dazu nicht erforderlich. Der Deckel lässt sich einfach aufhebeln, sitzt aber dennoch fest genug, dass er plötzlich abfallen könnte. Die SSD selbst wird mit einem kleinen Stopfen aus Gummi fixiert.

Der Halt ist durchaus ausreichend, auch wenn ich persönlich lieber eine altmodische Schraube gesehen hätte. Diese Gummistopfen haben die Angewohnheit, dass sie nach mehrmaliger Verwendung auseinanderfallen, glücklicherweise hat der Hersteller gleich Ersatz mit in die Packung gelegt. 

Zurück zur SSD: Auf diese wird nach dem Einbau das mitgelieferte Wärmeleitpad gelegt, so kann das Aluminium des Gehäuses als passiver Kühlkörper genutzt werden. Eine Besonderheit ist der eingebaute Lüfter, der für besonders niedrige Temperaturen sorgen soll. 

Dem aufmerksamen Leser dürfte sicher nicht entgangen sein, dass ich gerade geschrieben habe, dass die SSD über das Wärmeleitpad direkten Kontakt zum Gehäuse hat. Was also kühlt der Lüfter? Das ist im ersten Moment nicht so einfach feststellbar, denn der Lüfter befindet sich unter der SSD. 

Wenn man das Gehäuse nun auseinanderbaut, stellt man fest, dass der kleine Lüfter natürlich keinen aktiven Beitrag zur Kühlung der SSD leisten kann, da er sich ja unter der Platine befindet. Jetzt könnte man auf den Gedanken kommen, dass der Ventilator sicher den Controller auf der Platine kühlen soll. Das bringt mich dann zur spannenden Frage:

Was bringt der Lüfter?

Um das herauszufinden, kopiere ich eine 200 GB große Testdatei auf die SSD, jeweils einmal ohne und mit aktiviertem Lüfter. Die Raumtemperatur liegt bei exakt 20,1 °C. Nach abgeschlossenem Kopiervorgang bekommt die SSD Zeit für eine Abkühlung, damit möglichst identische Voraussetzungen beim Test herrschen. 

Wenn ich mir den Aufbau des Gehäuses so ansehe, hätte ich jetzt offen gesagt nicht mit einer besonders großen Auswirkung der aktiven Kühlung gerechnet. Ich habe die Tests insgesamt dreimal wiederholt, dabei  bleibt die SSD mit aktivem Lüfter zwischen 2 und 3 °C kühler, viel ist das natürlich nicht, aber immerhin. Die geringere Temperatur bezahlt ihr dafür aber mit einer Lautstärke von deutlich hörbaren 44,5 Dezibel.

Temperaturen & Lautstärke
Icy Box Diamond Case 1980

  • °C
RaidSonic Icy Box Diamond Case 1980 - SSD Temperatur ohne Lüfter
54,0
RaidSonic Icy Box Diamond Case 1980 - SSD Temperatur mit Lüfter
51,0
RaidSonic Icy Box Diamond Case 1980 - Lautstärke ohne Lüfter
1,0
RaidSonic Icy Box Diamond Case 1980 - Lautstärke mit Lüfter
44,5
  • 0,0
  • 12,0
  • 24,0
  • 36,0
  • 48,0
  • 60,0

Die Leistung

Um die Leistung zu messen, habe ich auf die bewährte Corsair MP600 Pro SSD zurückgegriffen. Die Tests wurden mit einem Schenker Key 18 Pro Notebook durchgeführt. 

Die Leistung beim sequenziellen Lesen fällt gut aus, hier werden im CrystalDiskMark fast 6.000 MB/s erreicht. Viel schneller sind auch andere Thunderbolt 5 SSDs / Gehäuse nicht. Beim Schreiben sieht es dagegen etwas mau aus, tatsächlich erreicht die verwendete Corsair SSD lediglich 1.915 MB/s. 

Zum Vergleich: Das Icy Box IB-1919M-C42 USB4-Gehäuse schafft mit der gleichen SSD bereits 1.673 MB/s. Die Corsair EX400U SSD mit USB4-Schnittstelle kommt im gleichen Test sogar auf 3.176 MB/s. Hier bin ich dann doch etwas vom Diamond Case 1980 enttäuscht.

Meine Meinung

Sven Scharpe

Das Icy Box Diamond Case 1980 von RaidSonic ist ein solides Thunderbolt 5 Gehäuse. Es kann mit einer guten Verarbeitung und einer hohen Geschwindigkeit beim Lesen überzeugen. Der Preis hält sich dabei mit rund 180 Euro für Thunderbolt-5-Hardware noch im Rahmen. Weniger überzeugend ist dagegen die relativ schwache Leistung beim Schreiben, hier hätte ich etwas mehr erwartet. 

Dann müssen wir noch über den Lüfter sprechen: Ja, er bringt eine Verbesserung der Temperatur um 2 bis 3 °C, allerdings wird das eigentlich lautlose SSD-Gehäuse dann auch über 40 Dezibel laut. Für eine so geringe Reduktion der Betriebstemperatur, ist das meiner Meinung nach ein schlechter Tausch. Die gute Nachricht ist, der Lüfter läuft nicht automatisch an, ihr müsst ihn also nicht verwenden.

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