Illegales Filesharing - Rechteinhaber feiern Löschung nicht-existenter Links

Der Kampf gegen illegales Filesharing ist nach wie vor wie ein Kampf gegen Windmühlen und bringt teilweise auch seltsame Erfolgsmeldungen mit sich.

von Georg Wieselsberger,
21.09.2018 09:25 Uhr

Illegales Filesharing sorgt für viele Löschanträge, manche davon sind allerdings fragwürdig. (Foto: escapechen/pixelio.de)Illegales Filesharing sorgt für viele Löschanträge, manche davon sind allerdings fragwürdig. (Foto: escapechen/pixelio.de)

Die Association of Independent Music (AIM) ist eine britische Organisation, die mehr als 800 unabhängige Musik-Unternehmen vertritt. AIM arbeitet mit der Organisation MUSO zusammen, die einen automatischen Service für Löschanträge bietet, damit illegale Angebote beispielsweise aus der Websuche von Google ohne großen Aufwand entfernt werden können. Auch viele Unternehmen gehen ähnlich vor.

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AIM und MUSO haben jedoch vor einigen Tagen eine Erfolgs-Pressemitteilung herausgegeben, laut der seit Mai 2018 mehr als fünf Millionen Löschungen erfolgt seien. Wie Torrentfreak schreibt, betreffen die meisten davon die Websuche von Google. Das bedeutet, dass dort lediglich Links beziehungsweise Suchergebnisse gelöscht wurden, aber nicht das eigentliche, illegale Angebot.

Der Transparenzbericht von Google bestätigt auch, dass AIM tatsächlich rund fünf Millionen Webadressen zur Löschung aus den Suchergebnissen eingereicht hat. Doch die meisten davon wurden von Google gar nicht entfernt, weil sie im Suchindex von Google gar nicht existierten und es damit auch nichts zu löschen gab. Die Behauptung der Pressemitteilung, es wären fünf Millionen Löschungen erfolgt, ist laut Torrentfreak also nicht korrekt.

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Außerdem zeigt eine genauere Analyse der Löschanträge, dass dort auch Websites genannt werden, bei denen die genannten Unteradressen überhaupt nicht existieren. Die beantragten Löschungen beziehen sich also zu sehr großen Teilen auf Adressen, die Google gar nicht im Index hat oder auf solche, die grundsätzlich gar nicht existieren.

Laut Torrentfreak sieht es so aus, als ob viele der Webadressen aus verschiedenen Textbausteinen zusammengesetzt werden und dann automatisch Löschanträge verschickt würden. So sei es natürlich einfach, fünf Millionen Löschungen in vier Monaten zu erreichen - aber auch zwecklos.

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