Update 21.01.25 15:57: Andy Stone, Pressesprecher von Meta, hat inzwischen bekanntgegeben, dass es aktuell bei einigen Hashtags zu Anzeigefehlern kommt. Dieser Fehler betrifft nicht nur politische Hashtags und es wird an einer Lösung gearbeitet.
Ursprüngliche Meldung: Aktuell führen bestimmte politische Hashtags auf Instagram zu keinen Suchtreffern. So laufen etwa Suchen nach den Hashtags #democrats, #democrat und #republicans bei einigen Nutzern ins Leere. Die vermuten nun, dass dies steht mit Mark Zuckerbergs kürzlichem Kurswechsel und der Amtseinführung von Donal Trump zu tun hat.
Stattdessen der üblichen Ergebnisse wird bei der Suche nach den obigen Hashtags eine Seite angezeigt, die folgendes aussagt:
»Wir haben diese Resultate verborgen. Ergebnisse für den Begriff, den du gesucht hast, könnten sensible Inhalte beherbergen«.
Tippt man anschließend auf »Mehr erfahren« wird man auf die Hilfeseite von Instagram weitergeleitet, auf der das Unternehmen erläutert, welche Inhalte als »sensibel« eingestuft werden:
- Inhalte, die möglicherweise Gewalt darstellen, z. B. miteinander kämpfende Personen (Darstellungen drastischer Gewalt werden entfernt)
- Inhalte, die möglicherweise sexuell explizit oder anzüglich sind, wie beispielsweise Personen in durchsichtiger Kleidung (Jegliche Inhalte, die Nacktdarstellungen oder sexuelle Handlungen von bzw. zwischen Erwachsenen zeigen, werden entfernt)+
- Inhalte, die den Konsum bestimmter regulierter Produkte hervorheben, z. B. Tabak oder Vaping-Produkte, Produkte und Dienstleistungen für Erwachsene oder Arzneimittel. (Inhalte im Zusammenhang mit dem Handel von reglementierten Gütern werden entfernt)
- Inhalte, die kosmetische Eingriffe bewerben oder darstellen.
- Inhalte, die mithilfe medizinischer Behauptungen auf den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen abzielen, z. B. Werbung für Nahrungsergänzungsmittel zur Gewichtsabnahme.
Anhand dieser Richtlinien ist nicht klar, warum die betroffenen Hashtags als sensibel eingestuft werden.
Darum ist das wichtig: Meta will mit seinem Kurswechsel für mehr »Meinungsfreiheit« sorgen, schafft deswegen in den USA Faktenchecks ab und fährt Maßnahmen für mehr Diversität zurück. Das mögliche Unterdrücken von Hashtags erscheint einigen Nutzern wie der nächste logische Schritt einer Annäherung an US-Präsident Trump.
Reichweite erhält das Thema aktuell etwa durch einen Beitrag des deutschen Comiczeichners Ralph Ruthe auf Facebook. Er befürchtet dadurch Zensur auf der Plattform und bittet Accounts mit Reichweite, sich zu dem Thema zu platzieren.
Welche Hashtags liefern keine Ergebnisse?
Wir haben es selbst ausprobiert: Dafür haben wir mehrere redaktionsinterne Instagram-Konten verwendet und in den Einstellungen das Anzeigen von mehr politischen und sensiblen Inhalten aktiviert. Unsere Ergebnisse unterscheiden sich dabei von Konto zu Konto, teils gesperrt waren die folgenden Hashtags:
- #democrat und #democrats
- #republican und #republicans
Aufrufbar waren in unseren Fällen die Begriffe #democracy und #republic sowie die deutschen Begriffe #demokratie, #demokraten und #republikaner.
Wir haben Meta um ein Statement gebeten und aktualisieren diesen Beitrag, wenn wir eine Antwort erhalten.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.