Nachdem auch Zuckerberg jetzt im Musk-Modus
sei: Die Initiative Free our Feeds
hat genug von dem Einfluss weniger Tech-Milliardäre auf soziale Medien und will ihr eigenes gründen. Das Ziel ist ein offenes und gesundes
soziales Netzwerk. Dafür bekommt sie auch prominente Unterstützung.
Ein soziales Medium jenseits von profitorientierten Milliardären
Hintergrund: Social Media hat Einfluss, etwa auf Werte und Überzeugungen von Menschen, wie die Deutsche Welle berichtet. Elon Musk hat 2022 Twitter gekauft. Ein offizielles Ziel war dabei die Bewahrung der Redefreiheit. Tatsächlich zeigt eine Studie, dass unmittelbar nach der Übernahme Musks Hassrede (hate speech
) auf der Plattform zugenommen hat. Anfang des Monats verkündete auch Meta-Chef Mark Zuckerberg mit dem Argument der freien Rede auf seinen Plattformen Facebook, Instagram und Threads künftig keine Faktenchecks mehr zu verwenden.
Diesen Einfluss von einigen wenigen sehr reichen Menschen will die selbst ernannte Bewegung Free our Feeds
aktiv bekämpfen. Dazu hat die Initiative, darunter zwei Mitglieder der Mozilla Foundation, einen offenen Brief geteilt, der nichts weniger verspricht, als die Befreiung von Social Media
zu forcieren. In einem dazugehörigen Spendenaufruf heißt es:
Soziale Medien versprachen einst, ein globaler öffentlicher Raum zu sein, der Gemeinschaften verbindet und Kreativität entfacht. Doch inzwischen wird es von einigen wenigen Milliardären kontrolliert, die es nutzen, um ihre eigenen politischen und geschäftlichen Ziele voranzutreiben.
Einer der neun Überwacher (custodians
) des Projekts, Ron Berjon, vergleicht in einem Interview mit TechCrunch soziale Medien mit Straßen. Die digitale Infrastruktur sei von Natur aus ein öffentliches Gut
und müsse im öffentlichen Interesse verwaltet werden.
Die Vision ist ein dezentrales, nicht profitorientiertes, unabhängiges soziales Netzwerk.
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Ein soziales Medium in unabhängiger Hand
Die Dezentralität des Projekts soll durch das von Bluesky entwickelte AT-Protokoll
(kurz für: Authenticated Transfer Protocol
) ermöglicht werden. Schon Bluesky wurde auch in Reaktion auf die Übernahme Twitters durch Elon Musk ins Leben gerufen.
Das AT-Protokoll ermöglicht unter anderem, dass das neue soziale Medium nicht nur auf einem einzigen Server, sondern dezentral auf mehreren Servern gehostet werden kann. Außerdem erlaubt es den eigenen Entwicklern Algorithmen zu implementieren, aber auch den Nutzern ihre Inhalte selbst zu filtern.
Die Gründer des neuen Netzwerks arbeiten eng mit Mastodon zusammen. Das ist auch ein dezentrales soziales Netzwerk, das allerdings das ActivityPub-Protokoll verwendet. Die neue Plattform soll beide Protokolle miteinander verbinden, sodass eine umfassende Kompatibilität beider Netzwerke möglich wird.
Die Bewegung Free our Feeds
plant die Gründung einer Stiftung, die sich auf Gemeinnützigkeit fokussiert und das Netzwerk künftig verwalten soll.
Das Ganze soll zuerst spendenfinanziert laufen, damit die technische Infrastruktur und Entwickler bezahlt werden. Bis 2028 sollen 30 Millionen Dollar zusammenkommen.
Das Projekt bekommt prominente Unterstützung
Neben der Unterstützung durch Mozilla und Mastodon ist der Gründer von Wikipedia, Jimmy Wales, als allererster Unterzeichner gelistet. Allerdings finden sich unter dem offenen Brief auch prominente Künstler wie der Schauspieler Mark Ruffalo und der Musiker Brian Eno.
Auch Politiker wie Audrey Tang, ehemalige Digitalministerin von Taiwan, und die deutsche Europa-Abgeordnete Alexandra Geese haben unterschrieben.
Bis Ende 2025 soll die Stiftung aufgebaut und notwendige Mittel für den Betrieb des neuen Netzwerks gesammelt sein.
Was sagt ihr zu dem Projekt? Ist das tatsächlich eine unterstützenswerte Initiative, die euch Hoffnung macht? Oder sind soziale Medien nicht von Profitinteressen Einzelner zu befreien? Schreibt uns eure Gedanken in die Kommentare!

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