Intel gelingt etwas, woran man Jahre scheiterte: Neuer Mobil-Chip überzeugt die ersten Tester

Der Intel Core Ultra X9 388H markiert einen möglichen Wendepunkt für Intel: Erstmals seit Jahren kann der Hersteller einen Chip auf den Markt bringen, der Tester ausnahmslos überzeugt.

Intel Panther Lake macht auch in den ersten »echten« Tests eine rundum gelungene Figur. (Bildquelle: Intel) Intel Panther Lake macht auch in den ersten »echten« Tests eine rundum gelungene Figur. (Bildquelle: Intel)

Nach Jahren frustrierender Rückschläge hat Intel mit dem Core Ultra X9 388H einen Mobilprozessor vorgelegt, der es mit der Konkurrenz von AMD und Qualcomm in nahezu allen Bereichen aufnehmen kann. Das zeigen erste umfassende Tests zum Flaggschiff der neuen »Panther Lake«-Generation.

Grundsätzlich basiert der Core Ultra X9 388H auf Intels neuem 18A-Fertigungsprozess und kombiniert vier Performance-Kerne (»Cougar Cove«), acht Effizienz-Kerne sowie vier zusätzliche Low-Power-Effizienz-Kerne (»Darkmont«) für insgesamt 16 Kerne. Die Taktrate liegt bei bis zu 5,1 GHz; die integrierte Arc B390 kommt mit zwölf Xe3-Kernen.

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CPU-Leistung: Intel überholt AMD knapp

Bei der Single-Core-Leistung gelingt der Sprung in kleinem Maße, wie Notebookcheck feststellt – viel höher musste der Core Ultra X9 388H aber auch nicht unbedingt gehen, um die Konkurrenz hinter sich zu lassen.

  • In synthetischen Benchmarks wie Cinebench 2024 erreicht die Panther-Lake-CPU im Single-Core-Test 127,6 Punkte und liegt damit vor dem AMD Ryzen AI 9 465 mit 115 Punkten – ein Vorsprung von etwa acht Prozent. Der Chip sei damit »aktuell auch der schnellste Mobilprozessor in diesem TDP-Bereich«, wenn man Apples M-Serie ausklammere.
  • Bei der Multi-Core-Leistung erzielt der Testchip 1.136 Punkte bei 45 Watt – ein Wert, der laut Hardwareluxx »praktisch doppelt so schnell« wie Lunar Lake ausfalle und auf Augenhöhe mit dem Core Ultra 9 285H agiert. Das ist wohlgemerkt das aktuelle Flaggschiff unter den Desktop-CPUs.

Effizienz als Prunkstück

Entscheidender als die reine Leistung ist jedoch die Effizienz. Intel verspricht laut eigenen Angaben 50 Prozent mehr Multi-Threaded-Leistung als Lunar Lake bei gleichem Stromverbrauch sowie 30 Prozent weniger Leistungsaufnahme gegenüber Arrow Lake-H bei vergleichbarer Performance. Die Testmessungen bestätigen diese Versprechen weitgehend.

  • »Der X9 388H arbeitet in Single-Core-Szenarien effizienter als seine Arrow-Lake-Vorgänger sowie die Zen-5-Chips von AMD«, erklärt Notebookcheck. Bei geringen Power Limits von 20 Watt erreiche der Chip sogar fast die Effizienz des Apple M4.
  • Computerbase stellt fest: »Beim Stromverbrauch und daraus resultierend der Akkulaufzeit gibt sich Intels Panther Lake keine Blöße«. Im Test des Asus Zenbook Duo wurden über 17 Stunden Akkulaufzeit gemessen, bei Büroarbeit immerhin noch knapp 14 Stunden.

Die Eckdaten von Panther Lake im Überblick. Die Eckdaten von Panther Lake im Überblick.

Der spektakulärste Durchbruch gelingt Intel jedoch bei der integrierten Grafik. Die Arc B390 mit zwölf Xe3-Kernen erreicht im 3DMark Time Spy über 6.300 Punkte – rund 60 bis 70 Prozent mehr als Lunar Lake mit Arc 140V.

  • In Gaming-Tests erreicht Shadow of the Tomb Raider bei 1080p und höchsten Einstellungen spielbare 60 FPS ohne Frame-Generierung. Mit aktivierter XeSS-Frame-Generierung steigen die Bildraten auf über 140 FPS.
  • Computerbase urteilt unverblümt: »AMD Strix Point alias Ryzen AI 300 hat nicht den Hauch einer Chance – nicht bei 65 Watt und auch nicht bei 25 Watt TDP«.

So gesehen dürfte sich die Hoffnung unseres Tech-Redakteurs Sven bewahrheiten: Panther Lake scheint tatsächlich das Potenzial zu haben, neuen Schwung in den Markt der Notebooks und Handhelds zu bringen.

AMD und Qualcomm warten auf ihren Konter

AMD wird voraussichtlich mit dem Ryzen AI 400 »Gorgon Point« kontern, einem Mini-Refresh ohne relevante Unterschiede. Einen großen Konter hat AMD eigener Ansicht nach auch nicht nötig, denn der Ryzen AI Max 300 alias »Strix Halo« soll weiterhin überlegen sein – allerdings in einer anderen Preisklasse.

Qualcomm will mit dem Snapdragon X2 Elite Extreme antworten, der über 18 Kerne verfügt und in frühen Multi-Core-Benchmarks vor Panther Lake liegt. Ob dies am Ende des Tages tatsächlich ausreicht, bleibt indes abzuwarten – zumal Windows on Arm weiterhin Kompatibilitätsprobleme hat.

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