Eines der Highlights auf der diesjährigen CES waren für mich die neuen Panther Lake Prozessoren von Intel. Die von vielen Laptop-Herstellern gerne verbauten Mobile-CPUs 185H und 285H waren grundsätzlich nicht schlecht, allerdings ließ die Effizienz doch stark zu wünschen übrig.
Sowohl die Chips der Meteor Lake- (185H) als auch der Arrow Lake-Serie (285H) hatten eine Baseline-TDP von 45 Watt, die im Turbo-Modus auf bis zu 115 Watt ansteigen konnte. Zum Vergleich: AMDs Ryzen AI 9 HX 375 kam mit 28 Watt (Base) beziehungsweise 54 Watt (Turbo) aus.
Bei Panther Lake kann Intel die TDP nun auf 25 und maximal 80 Watt reduzieren. In der Spitze ist das zwar immer noch mehr als beim AMD HX 375, allerdings besitzt dieser auch nur 12 Kerne, während der neue Intel Chip 16 Cores hat.
Kleine Fertigungsprozesse für mehr Effizienz
Intels Problem mit der geringen Effizienz hing immer auch damit zusammen, dass man bei der Fertigung lange Zeit immer 2 bis 3 Schritte hinter der Konkurrenz lag. Während AMDs HX 375 bereits in 4 nm gefertigt wird, waren es bei Intels 185H noch 7 nm und beim 285H dann schon 3 nm.
Intels neues mobiles Spitzenmodell X9 388H wird dagegen im aktuell fortschrittlichsten Fertigungsverfahren 18A (entspricht 1,8 nm) hergestellt. AMD bleibt mit seinem AI9 HX 475 dagegen bei 4 nm stehen.
Link zum YouTube-Inhalt
Doch was bedeutet das für den Anwender? Je kleiner die Strukturbreite, desto geringer kann der Stromverbrauch ausfallen, da die kleineren Strukturen weniger elektrische Spannung benötigen. Gerade im Notebook-Bereich kann das ein signifikanter Vorteil sein, der euch zu einer längeren Akkulaufzeit verhelfen kann.
Was bedeutet das nun für die Leistung?
Auf X hat der bekannte Leaker X86 is dead&back
einen ersten Eintrag beim häufig genutzten PassMark-Benchmark aufgespürt. Er hat einen Screenshot gepostet, auf dem Intel 185H und 285H mit dem neuen 388H verglichen werden. Ich habe auf dem Bild unten noch den AMD HX 375 zum Vergleich hinzugefügt.
Link zum Twitter-Inhalt
Während der 388H im Single Core etwa auf dem gleichen Niveau wie sein Vorgänger verbleibt, ist im Multi Core eine deutliche Steigerung zu verzeichnen. Und das alles bei einer deutlich geringeren TDP! AMD hat mit seinem HX 375 keine Chance, leider gibt es noch keine Einträge vom ebenfalls auf der CES vorgestellten HX 475. Da es sich hier aber wohl nur um einen Refresh handelt, dürfte die Leistung vermutlich nur wenig über der des Vorgängers liegen.
Auch die integrierte Grafik legt deutlich zu
Die Kollegen von ComputerBase hatten auf der CES die Gelegenheit auch die neue Arc B390 iGPU einem kurzen ersten Test zu unterziehen. Demnach zeigt sich das neue Modell überaus performant und lässt AMDs ebenfalls nicht langsame 890M einfach links liegen. Mehr Infos dazu findet ihr im Artikel von meinem Kollegen Jusuf.
Zusammenfassend kann man festhalten, dass Intel es mit der neuen iGPU-Generation geschafft hat, zwischen 40 bis 50 Prozent mehr FPS auf den Bildschirm zu bringen als die Vorgängergeneration, die Leistung ist mit einer dedizierten Nvidia RTX 4050 für Laptops vergleichbar. Ihren Endgegner findet die B390 letztlich erst in der Radeon 8060S die im sündhaft teuren AMD Ryzen AI Max+ 395 zum Einsatz kommt.
Die Nachteile
Panther Lake könnte für Intel ein Befreiungsschlag werden. Die neuen CPUs arbeiten effizient und bieten eine hohe Leistung. Allerdings gibt es auch einen Nachteil: Notebooks mit den neuen Chips werden vermutlich teuer. Den besonders schnellen X9 388H wird es ausschließlich mit verlötetem LPDDR5X-RAM geben, der dafür sorgt, dass die schnelle iGPU auch ihre volle Leistung ausspielen kann.
Ihr könnt davon ausgehen, dass die Laptop-Hersteller kein so leistungsstarkes Notebook mit lediglich 16-GB-Arbeitsspeicher anbieten werden, der dazu nicht einmal erweitert werden kann. Daher darf man mindestens mit 32 GB rechnen und das wird aufgrund der andauernden RAM-Krise ein teurer Spaß.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.