Weltraumrakete made in Germany: Einem Münchner Start-Up ist gerade ein Riesenschritt gelungen

Alle Tests sind abgeschlossen. Wenn es nach Isar Aerospace geht, kann ihre komplett eigens entwickelte Rakete namens Spectrum bald abheben. Es wäre eine mehrfache Premiere.

Eine künstlerische Darstellung einer ähnlich großen Rakete wie Spectrum in Norwegen. (Bildquelle: Adobe Firefly, generative KI) Eine künstlerische Darstellung einer ähnlich großen Rakete wie Spectrum in Norwegen. (Bildquelle: Adobe Firefly, generative KI)

In Skandinavien wurde kürzlich von einem deutschen Unternehmen Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal ist eine deutsche Orbitalrakete startbereit.

Das Münchener Unternehmen Isar Aerospace hat am Andøya Spaceport in Norwegen den finalen Test seiner Spectrum-Rakete abgeschlossen. Das 30-sekündige Probefeuern, während dem die Rakete am Boden festgezurrt blieb, verlief problemlos.

Wir erklären euch, was die Eigenentwicklung leisten soll und welche unverzichtbare Kleinigkeit jetzt noch für den ersten Flug fehlt.

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Bald schon mit der Spectrum gen Orbit

Wie Isar Aerospace mitteilt, verfügt die zweistufige Spectrum-Rakete nun über die Startreife. Die zweite Stufe hatte den vorgeschriebenen Testlauf bereits im Herbst vergangenen Jahres absolviert.

Wir sind fast bereit für den Testflug. Indem wir vom europäischen Festland aus Zugang zum Weltraum ermöglichen, stellen wir ein wichtiges Mittel bereit, um Souveränität und Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten.

Daniel Metzler, Isar Aerospace Chef und Co-Gründer

Alles, was jetzt noch fehle, sei die Starterlaubnis aller beteiligten Behörden. Das folgende YouTube-Video zeigt euch den finalen Test der Spectrum-Rakete in Norwegen.

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Spectrum: Darum wäre ihr Erstart besonders

Nicht nur wäre die Spectrum bei erfolgreichem Erreichen eines Orbits die erste deutsche Rakete, der das gelingt. Obendrein stünde ihr dann der Titel eines Pioniers der Orbitalstarts von Festland-Europa zu. Die europäische Mittellast-Raketenfamilie Ariane hebt nämlich traditionell von Kourou in Französisch-Guayana, Südamerika, ab. Und Russland startet seine Raketen von jäh her vom asiatischen Teil seines Landes aus. So würde hier Neuland betreten werden.

Eckdaten der Spectrum:

  • Zweistufige Leichtlast-Orbitalrakete
  • Maße: 28 Meter hoch und 2 Meter im Durchmesser
  • Triebwerke: 10, auf zwei Stufen verteilt
  • Nutzlast: Eine Tonne in den niedrigen (LEO) und 700 Kilo in den sonnensynchronen Erdorbit (SSO)

Zum Vergleich, Ariane 6 (mit Feststoffboostern): 63 Meter Höhe, 5,4 Meter Durchmesser und bis zu 20 Tonnen in den LEO

Angetrieben wird die Spectrum-Rakete von neun Aquila-Triebwerken in der Erst- und einem Vacuum-optimierten Aquila in der Zweitstufe. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Antrieb vom Typ offener Gas-Generator. Sie verfeuert flüssigen Sauerstoff sowie Propan und ist ebenso wie die Spectrum als Ganzes vollständig in Süddeutschland entwickelt worden.

Einen Schnell-Kurs zu Grundlagen heutiger Raketentriebwerke findet ihr übrigens auch bei uns: Wenn ihr die Übersicht durchgelesen habt, versteht ihr, wie die physikalischen Grundprinzipien aussehen und was das Raptor von SpaceX aktuell von allen anderen jemals gebauten Raketendüsen abhebt.

Die Spectrum-Raketen für die Flüge zwei und drei seien laut Daniel Metzler bereits in Produktion. Abseits von seinem Unternehmen wetteifern aber noch mindestens zwei weitere deutsche Firmen darum, in Zukunft eine Rolle im »New-Space«-Sektor zu spielen: HyImpulse sowie die Rocket Factory Augsburg.

Isar Aerospace wurde 2018 aus der Technischen Universität München heraus gegründet. Derzeit beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben Menschen aus mehr als 50 verschiedenen Nationen.

Reizt euch dieses Themenfeld? Würdet ihr gerne mehr zu den obigen Firmen und weiteren kleineren Unternehmen der Space-Branche abseits SpaceX und Blue Origin erfahren? Schreibt uns eure Meinung dazu doch gerne in die Kommentare!

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