3,3 Kilometer ohne einen einzigen Pfeiler: Italien hat sich für ein Megaprojekt entschieden, von dem schon die alten Römer träumten

Die längste Hängebrücke der Welt soll ab 2032 Sizilien mit dem italienischen Festland verbinden.

So soll die geplante Hängebrücke aussehen. (Bild: WeBuild) So soll die geplante Hängebrücke aussehen. (Bild: WeBuild)

In Italien soll bis 2032 die längste Hängebrücke der Welt entstehen. Das Projekt wird schon seit Jahrzehnten diskutiert und soll sogar schon die alten Römer beschäftigt haben. Die Brücke soll Sizilien mit dem italienischen Festland verbinden.

Italien baut Megabrücke nach Sizilien

Nachdem eine solche Brücke über die Straße von Messina in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder geplant und dann wieder verworfen wurde, ist es jetzt offenbar so weit. Italiens Verkehrsminister Matteo Salvini bestätigte, dass der zuständige Ausschuss das Projekt genehmigt hat. Der Bau soll schon im Herbst begonnen werden (via tagesschau).

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Die Fakten: Sollte die Brücke wirklich gebaut werden, wird es sich um eine wirklich beeindruckende Konstruktion handeln. Die Mittelspannweite, also der Abschnitt zwischen den beiden Pfeilern, soll 3.300 Meter betragen. Die aktuell längste Hängebrücke der Welt ist die Çanakkale-Brücke in der Türkei mit einer Spannweite von 2023 Metern.

Die wichtigsten Details zur geplanten Brücke:

  • Gesamtlänge: 3,7 Kilometer
  • Breite: 60,4 Meter
  • Höhe: 65 Meter
  • Spuren: Vier Fahrbahnen und zwei Bahngleise
  • Baukosten: Geschätzt 13,5 Milliarden Euro

Durch die Höhe von knapp 65 Metern soll die viel befahrene Straße von Messina auch in Zukunft von Container- und Kreuzfahrtschiffen genutzt werden können.

Die Region rund um Sizilien gilt als Erdbebengebiet mit hoher seismischer Aktivität. Tatsächlich sind Hängebrücken in solchen Regionen oft die sicherere Lösung. Die geplante Brücke soll Erdbeben der Stärke von 7,5 auf der Richterskala und Winden bis 270 km/h standhalten können.

Idee aus der Antike: Verkehrsminister Salvini erinnert immer wieder gerne daran, dass die Idee, Sizilien auf diese Weise mit dem Festland zu verbinden, schon bei den alten Römern existierte. Nach dem Sieg gegen Karthago im Jahr 252 v. Chr. soll eine Brücke aus schwimmenden Fässern gebaut worden sein, um Elefanten nach Italien zu bringen (via n-tv).

Reichlich Gegenwind: Das geplante Megaprojekt steht auch in der Kritik. Gegner des Brückenbaus argumentieren etwa, dass eine solche Baustelle in einem Erdbebengebiet extrem gefährlich sein könnte. Zudem sei der Vorteil der Brücke nicht ausreichend belegt. Auch Umweltschützer äußern ihre Bedenken.

So soll das finanziert werden: Um die Brücke zu bezahlen, hat sich die italienische Regierung einen Trick ausgedacht. Die Brücke soll nämlich als verteidigungsrelevant eingestuft werden. Das Bauwerk habe einen strategischen Wert für die Nato. Dadurch könnte die Brücke zumindest teilweise von Militärausgaben bezahlt werden.

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