Kabelkopfhörer galten lange als Auslaufmodell, nachdem sich Bluetooth-Modelle immer mehr durchgesetzt haben. Allerdings erleben sie gerade ein kleines Comeback.
Laut Circana legten die Umsätze mit kabelgebundenen Kopfhörern in den ersten sechs Wochen dieses Jahres um rund 20 Prozent zu, nachdem die Kategorie jahrelang geschrumpft war.
Das hat verschiedene Gründe: Stars wie Charli XCX oder Harry Styles haben Kabelkopfhörer als Modeaccessoire wiederentdeckt und sorgen damit für Aufmerksamkeit. Dazu kommen ganz praktische Motive wie fehlende Akkuprobleme und ein mitunter besserer Klang gegenüber Bluetooth.
Klingt gut, nur: Die meisten aktuellen Smartphones haben gar keine Klinkenbuchse mehr. Wie kommt das Kabel dann also ans Handy?
Dafür gibt es drei einfache Optionen, die wir uns im Folgenden näher ansehen.
1: Kopfhörer mit USB-C-Stecker
Die einfachste Lösung sind Kopfhörer, die direkt mit einem USB-C-Stecker ausgestattet sind. Das Konzept findet man sowohl bei In-Ear-Kopfhörern als auch bei Over-Ear-Modellen.
Ein Vorteil: Ihr braucht keinen Adapter, der am Handy baumelt.
Zwei Nachteile: Die Auswahl ist nicht besonders groß und vor allem stößt man auf Kopfhörer mit USB-C-Stecker im günstigen Einstiegsbereich. Wer höherwertige Modelle kaufen möchte, blickt zumeist auf den klassischen Klinkenanschluss.
Ihr beschränkt euch zudem, wenn ihr den Kopfhörer doch einmal an einem anderen Gerät verwenden wollt, welches nicht über USB-C verfügt – beispielsweise an der klassischen Stereoanlage.
2: Einfache USB-C-zu-Klinke-Adapter
Wer Kopfhörer mit 3,5-Millimeter-Klinkenstecker nutzen möchte, greift klassischerweise zu einem kleinen USB-C-auf-Klinke-Adapter, wie ihn etwa Apple für 10 Euro anbietet. Solche Adapter gibt es auch von anderen Herstellern, und sie lassen sich natürlich auch mit Android-Handys verwenden.
Die Adapter funktionieren bestens, und gerade der Apple-Adapter genießt bei Musikfans aufgrund seiner Qualität einen guten Ruf.
Allerdings gibt es teilweise kleinere Abstriche, die man kennen sollte.
Apples Adapter (in der ursprünglichen Lightning-Variante) überträgt Musik auf dem iPhone laut Hersteller mit maximal 24 Bit/48 kHz. Mittlerweile bieten viele Streaming-Dienste Musik allerdings mit bis zu 24 Bit/192 kHz an – die beste Qualität gibt es so also nicht.
Hinweis: Der neuere USB-C-auf-Klinke-Adapter wird im Support-Dokument im Übrigen nicht erwähnt. Ich gehe davon aus, dass er die gleichen Limitierungen wie die Lightning-Variante hat. Bei den Voraussetzungen für Hi-Res-Audio am iPhone nennt Apple nämlich weiterhin:
»Ein externer Digital-Analog-Wandler zum Anhören von Songs mit Abtastraten von mehr als 48 kHz.«
Ein weiterer Nachteil der einfachen Dongles kann ihre geringe Ausgangsleistung sein. Mit gängigen In-Ear-Kopfhörern oder einfach zu betreibenden Over-Ears solltet ihr keine Probleme haben.
Wer aber zu leistungshungrigen Modellen – etwa Studiokopfhörern – greift, wird mitunter eine zu niedrige Maximallautstärke erhalten.
3: Dongle-DACs – etwas klobiger, aber leistungsstärker
Beste Qualität und mehr Leistung gibt es mit der dritten Anschlussoption. Das sind sogenannte Dongle-DACs von HiFi-Herstellern wie FiiO, Shanling, Hiby und Co.
Die kleinen, etwa USB-Stick-großen Geräte funktionieren am Handy wie eine externe USB-Soundkarte: Das digitale Audiosignal wird an den DAC geschickt, dort verarbeitet und verstärkt an die Kopfhörer ausgegeben.
Der Vorteil: Die Dongles unterstützen meist maximale Soundqualität, nicht nur für FLAC-Dateien, sondern auch hochwertige DSD-Formate. Zudem verfügen sie über eine mitunter deutlich höhere Ausgangsleistung, sodass sich auch leistungshungrigere Kopfhörer antreiben lassen.
Wer im hochpreisigen Kopfhörerbereich schaut, wird außerdem einige Modelle mit sogenanntem Pentaconn-Stecker finden. Das ist ein symmetrischer Stecker im 4,4-Millimeter-Format. Viele Dongles besitzen neben dem klassischen 3,5-Millimeter-Eingang auch einen solchen.
Einige Dongle-DACs bieten außerdem physische Bedientasten zur Musiksteuerung sowie eine eigene App mit weiteren Klangeinstellungen.
Einen Nachteil gibt es aber auch: Die Geräte besitzen in der Regel keinen eigenen Akku, sondern ziehen ihren Strom aus dem Smartphone. Bei moderater Lautstärke merkt man davon im Alltag zwar wenig, ganz ohne Einfluss auf die Akkulaufzeit des Handys bleibt es aber nicht.
Ich selbst nutze seit mehreren Jahren einen solchen Mini-DAC mit kabelgebundenen In-Ear- und Over-Ear-Kopfhörern und würde ihn nicht mehr missen wollen. Inzwischen gibt es auch Varianten, die kaum größer sind als ein klassischer Hersteller-Adapter – die Unterschiede liegen dann meist in der geringeren Ausgangsleistung.
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Fazit
Der wichtigste Kauftipp: Wählt die Anschlussart passend zu eurem Nutzungsszenario.
Kabelkopfhörer sind an vielen Smartphones durch den Wegfall der Klinkenbuchse etwas umständlicher zu betreiben, als es früher der Fall war. Mit dem richtigen Zubehör ist das aber kein Problem.
Wer günstige Kabelkopfhörer fürs Handy sucht, kann direkt zu einer Variante mit USB-C greifen – das ist am einfachsten. Ansonsten sind kleine Adapter wie der von Apple eine gute und preiswerte Möglichkeit, Klinken-Modelle anzustöpseln. Hier habt ihr außerdem den Vorteil, dass die Kopfhörerauswahl um ein Vielfaches größer ist.
Wer aber regelmäßig anspruchsvolle Kopfhörer nutzt oder ohnehin schon in Hi-Res-Streaming investiert und den besten Klang sucht, sollte über einen Dongle-DAC nachdenken.
Modelle wie der FiiO KA13 bieten für rund 80 Euro einen guten Einstieg und funktionieren neben dem Smartphone übrigens genauso gut am PC, Tablet oder der Konsole. Es gibt aber bereits preiswertere Modelle ab rund 20 Euro.



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