Guter Klang am Handy ist mir wichtig, denn ich höre gerne und oft Musik. Wenn ich nicht gerade meinen DAP nutze, dann kommt das Smartphone zum Einsatz.
Normalerweise bin ich iPhone-Nutzer, teste für euch aber auch diverse Android-Smartphones – mein DAP läuft ebenfalls mit Android. Das Betriebssystem hat gegenüber iOS einige Vorteile. Es unterstützt etwa die hochwertigen Bluetooth-Codecs, denen sich Apple bislang verwehrt.
Ich möchte euch nachfolgend einige Tipps geben, mit denen ihr den Sound am Handy verbessern könnt. Ich konzentriere mich dabei auf Android, einige Empfehlungen könnt ihr aber genauso am iPhone umsetzen, da sie nicht aufs Betriebssystem beschränkt sind.
1. Kabelkopfhörer verwenden
Klassische Kabelkopfhörer haben gegenüber ihrem Bluetooth-Pendant noch immer Vorteile. Einerseits geht die Übertragung per Bluetooth noch immer mit der Komprimierung von Audiodaten einher. Sie werden also nicht in der höchsten Qualität übertragen.
Andererseits können Bluetooth-Kopfhörer auch ein leichtes Grundrauschen aufweisen oder zu Abbrüchen neigen, wenn sich euch herum viele andere Bluetooth-Geräte tummeln – beispielsweise auf dem Bahnsteig.
Wer den bestmöglichen Klang aus dem Handy herausbekommen möchte, sollte also beim guten alten Kabel bleiben.
Euer Handy hat aber keine Klinkenbuchse? Dann könnt ihr zu einem Adapter greifen, mit dem ihr die Kopfhörer über die USB-C-Buchse am Handy anschließen könnt. 3,5-mm-Klinke-auf-USB-C-Adapter gibt es bereits für wenige Euro im Handel.
Wer die bestmögliche Qualität will, greift zu einem sogenannten Dongle-DAC – die kleinen Anhänger im USB-Stick-Format sind eine Mischung aus Kopfhörerverstärker und hochwertigem DAC (Digital-zu-Analog-Wandler).
Noch ein Tipp: Viele Bluetooth-Kopfhörer lassen sich auch per Kabel nutzen. Vergleicht also mal den Klang mit und ohne Kabel. Mein Bowers & Wilkens PX8 klingt im Kabelbetrieb beispielsweise etwas besser als im Drahtlosmodus.
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2. Bluetooth-Kopfhörer – mit diesen Codecs klingt es am besten
Handys und Kopfhörer unterstützen unterschiedliche Bluetooth-Codecs, die maßgeblich die Qualität der Audioinhalte beeinflussen. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Codecs im Hinblick auf die Datenrate sehr voneinander unterscheiden.
Wir können das etwas vereinfachen: Eine klassische Audio-CD hat eine Datenrate von 1.411 Kilobit pro Sekunde. Wenn ein Bluetooth-Codec diese Rate erreicht, dann würdet ihr aus den Kopfhörern ein unkomprimiertes (Lossless) Audiosignal hören.
Allerdings erreichen die wenigsten Codecs auch nur annähernd diese Datenrate. Hier ein Überblick der gängigsten Audio-Codecs.
| CD / Codecs | Bit-Rate | Sampling Rate | Bittiefe |
|---|---|---|---|
| Audio CD | 1.411 KBit/s | 44,1 kHz | 16-Bit |
| SBC | 320 KBit/s | 44,1 kHz | 16-Bit |
| AAC | 264 KBit/s | 44,1 kHz | 24-Bit |
| LDAC | 990 KBit/s | 48 kHz | 24-Bit |
| LHDC 5.0 | 1 Mbit/s | 192 KHz | 24-Bit |
| aptX | 352 KBit/s | 48 kHz | 24-Bit |
| aptX HD | 576 KBit/s | 96 kHz | 24-Bit |
| aptX Lossless | 1.200 KBit/s | 96 kHz | 24-Bit |
Wichtig dabei: Sowohl Handy als auch Kopfhörer müssen den jeweiligen Standard unterstützen. Ansonsten gibt es immer einen Fallback, im Zweifel auf den SBC-Codec, den in der Regel alle Bluetooth-Geräte unterstützen.
Hinzukommt, dass einige Codecs mit einer variablen Bitrate arbeiten. LDAC bietet beispielsweise drei Qualitätsstufen, die sich zugunsten der Verbindungsqualität ändern.
Für besten Bluetooth-Klang greift am besten zu Kopfhörern mit LDAC, aptX Lossless oder LHDC – sofern euer Handy diese Codecs unterstützt.
3. Absolute Lautstärkeregelung für Bluetooth deaktivieren
Wichtig: Dieser Tipp sollte nicht achtlos umgesetzt werden.
Manche Bluetooth-Kopfhörer werden am Handy nicht laut genug, vor allem wenn man in lauteren Umgebungen unterwegs ist.
Ein gutes Beispiel sind etwa Knochenschall- oder Open-Ear-Kopfhörer, die Umgebungsgeräusche ungefiltert durchlassen. Einige Modelle erreichen nur eine mittelmäßige Lautstärke, die mitunter nicht ausreicht, wenn es etwas lauter zugeht.
Ändern könnt ihr dies je nach Kopfhörer mit dem Deaktivieren der Option »Absolute Lautstärkeregelung deaktivieren« in den Entwickleroptionen unter Android.
Hierdurch wird der Lautstärkeregler des Kopfhörers von den Betriebssystemsteuerungen getrennt – mitunter lässt sich dadurch die maximale Lautstärke erhöhen.
Die Entwickleroptionen lassen sich so aktivieren:
- Wechselt in die Einstellungen zur Kategorie »Über das Telefon« und tippt so lange auf die »Build-Nummer«, bis ihr den Hinweis erhaltet »Du bist jetzt Entwickler«.
- Im Anschluss wechselt ihr in den Einstellungen zu »System« und »Entwickleroptionen«. Sucht ihr nach dem Punkt »Absolute Lautstärkeregelung deaktivieren« und aktiviert die Funktion.
Bedenkt: Eine zu hohe Lautstärke kann eurem Gehör schaden, zudem kann der Klang der Kopfhörer mitunter verzerren, wenn sie zu laut aufgedreht werden.
4. Audioquellen mit bestmöglichem Klang nutzen
Wer Musik streamt, wird das häufig über Spotify oder auch YouTube machen. Beide Plattformen bieten jedoch nur eine komprimierte Audioqualität – ihr kennt das von einer MP3.
Bei Spotify liegt die maximale Datenrate der Audioinhalte bei 320 Kilobit pro Sekunde, bei YouTube Music sind es 256 Kilobit pro Sekunde.
Wer hingegen unkomprimierte oder gar hochaufgelöste Musik (Hi-Res) hören möchte, muss zu einem anderen Dienst greifen.
Mittlerweile bieten viele Musikdienste Lossless und Hi-Res-Audio an:
- Apple Music
- Tidal
- Qobuz
- Amazon Music
- Deezer
Ob ihr den Unterschied hört, hängt natürlich von eurem Gehör und von der Qualität eures Kopfhörers ab. Auch Kabelbetrieb und Bluetooth können einen Unterschied machen.
5. Equalizer verwenden
Solltet ihr dem Klang eurer Kopfhörer nicht zufrieden sein, solltet ihr einen Abstecher zu einem Equalizer machen. Mit ihm lässt sich der Klang einfach an die eigenen Vorlieben anpassen – mehr Bass, mehr Höhen, weniger Mitten? Alles machbar!
Bluetooth-Kopfhörer kommen häufig mit einer Hersteller-App, die teilweise auch eine Equalizer-Funktion bietet.
Daneben verfügen auch manche Musik-Streaming-Apps über einen integrierten Equalizer.
Auf einigen Android-Handys findet ihr ab Werk in den Einstellungen einen Equalizer. Prüft unter »Sound und Vibration«, ob ihr einen entsprechenden Eintrag findet.
Alles nicht der Fall? Dann könnt ihr auch aus dem Google Play Store eine entsprechende Equalizer-App installieren. Diese gibt es dort zuhauf.
Ich habe gute Erfahrungen mit »Poweramp Equalizer« gemacht. Dieser ist sehr komplex und bietet zahllose Einstellmöglichkeiten. Die App kann 30 Tage kostenlos getestet werden und kostet im Anschluss einmalig fünf Euro für die Vollversion.
6. Persönliche Soundprofile passen Inhalte dem eigenen Gehör an
Kopfhörer lassen sich teilweise auch dem eigenen Gehör anpassen. Das ist nützlich, wenn ihr beispielsweise bestimmte Frequenzen nicht mehr gut hören könnt.
Dazu wird ein kurzer Hörtest gemacht und im Anschluss erhaltet ihr ein personalisiertes Soundprofil. Hier werden bestimmte Frequenzen dann beispielsweise verstärkt, sodass das Gesamtklangbild wieder stimmig ist.
Das auf digitale Hörtests spezialisierte Unternehmen »Mimi« bietet dazu beispielsweise eine App an. Sie funktioniert allerdings nur mit kompatiblen Kopfhörern von Skullcandy, Nothing oder Beyerdamic.
Apple unterstützt diese Funktion für AirPods und Beats-Kopfhörer. Zu finden ist die Option in den Einstellungen unter »Bedienungshilfen« > »Audio & Visuelles« > »Kopfhöreranpassungen« > »Eigene Audiokonfiguration«.
In der Vergangenheit bot etwa der Musikdienst »Napster« mit »Earprint« eine vergleichbare Funktion an. Das Feature ließ sich mit sämtlichen Kopfhörern verwenden, wurde irgendwann aber wieder aus der App entfernt.
Prinzipiell lohnt es sich, die App eures Bluetooth-Kopfhörer-Herstellers oder eures Musik-Streaming-Dienstes einmal auf eine solche Funktion zu prüfen.
Habt ihr weitere Tipps, wie sich der Klang am Handy verbessern lässt? Dann teilt mir gerne eure Meinung und Erfahrungen in den Kommentaren mit.



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