KI ist das Hype-Thema an der Börse: Nvidia etwa stieg zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt auf, OpenAI wird schon jetzt als höchstbewertetes Privatunternehmen gehandelt, noch bevor es überhaupt an der Börse ist.
Doch es gibt Zweifel. Nun meldet sich die Deutsche Bank zu Wort und warnt: Das massive Investment in Künstliche Intelligenz ist das Einzige, das die US-Wirtschaft noch vor der Rezession bewahrt. Sollten die Investitionen ins Stocken geraten, droht eine harte Landung.
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GameStar Tech Talk: Geht KI zu weit?
Massive Investitionen schüren Erwartungen
Die Meldungen von Rekord-Investitionen überschlagen sich:
- Microsoft hat seit 2019 über 13 Milliarden US-Dollar in das damals unbekannte OpenAI investiert. Aus dem Underdog wurde ein namhaftes Unternehmen, das zusehends um Unabhängigkeit vom Tech-Riesen strebt.
- Mark Zuckerbergs Meta machte im Sommer Schlagzeilen: Das Unternehmen warb aggressiv KI-Talente von anderen Firmen ab – mit Gehältern, die wir sonst eher aus dem Spitzensport kennen.
- Und Microsoft verhalf mit einer der größten Investitionen seiner Geschichte dem bislang der breiten Masse eher unbekannten Anbieter von Rechenzentren Nebius zu einem deutlichen Kurssprung.
Solche massiven Investitionen durch Big Tech kurbeln derzeit die US-Wirtschaft an. George Saravelos, Leiter der globalen Devisenforschung bei der Deutschen Bank, geht laut Fortune in einer Research-Note an die Kunden sogar so weit zu sagen:
Die 'KI-Maschinen' retten buchstäblich die US-Wirtschaft, aber diese Art von Wachstum kann nicht aufrechterhalten werden, es sei denn, die Ausgaben bleiben auf einem ständig steigenden Kurs
und weiter:
Ohne die tech-bezogenen Investionen wären die USA nahe einer oder in einer Rezession.
Doch solche Investitionen könnten nicht unbegrenzt weiterlaufen. Saravelos geht davon aus, dass in letzter Zeit vor allem Nvidia als Hauptlieferant von leistungsstarken GPUs einen Großteil des Restwachstums der US-Wirtschaft getragen hat.
Schon im Oktober 2024 bezeichnete laut The Register der CEO des chinesischen Technologie-Unternehmens Baidu – häufig als Google Chinas bezeichnet – den KI-Sektor als »unvermeidliche Blase«, ähnlich der Dotcom-Blase in den Neunzigern.
Was ist eine Finanzblase?
Eine Blase ist ein wirtschaftliches Phänomen, bei dem sich der Preis eines Vermögenswerts – wie etwa Aktien oder Immobilien – rasant von seinem tatsächlichen Wert entfernt.
Diese Entwicklung lässt sich an mehreren Faktoren erkennen, wie die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt:
- Überbewertung und Spekulation: Der Preis eines Gutes steigt schnell an, angetrieben von spekulativer Nachfrage und der Erwartung, dass der Preis immer weiter zulegen wird.
- Fehlende fundamentale Grundlage: Das Wachstum basiert nicht auf tatsächlichen Einnahmen, Gewinnen oder nachweisbaren Produktivitätssteigerungen, sondern auf purem Hype und überzogenem Optimismus. Die Deutsche Bank warnt laut TechSpot, dass das aktuelle Wachstum in der KI-Branche nicht von der Technologie selbst herrührt, sondern vom Bau neuer Rechenzentren durch menschliche Arbeitskräfte.
- Irrationales Anlegerverhalten: Die sogenannte »Fear of Missing Out« (FOMO) treibt Anleger dazu, zu immer höheren Preisen zu kaufen. Dieses irrationale Verhalten schürt die Preisspirale zusätzlich. Sogar Sam Altman, der CEO von OpenAI, räumte laut TechSpot ein, dass sich KI-Investoren irrational verhalten und einige von ihnen unweigerlich erhebliche Geldsummen verlieren werden.
- Das Platzen der Blase: Sobald das Vertrauen der Anleger schwindet oder es einen negativen Auslöser gibt, verkaufen viele gleichzeitig. Dieser Massenverkauf führt zu einem schnellen und drastischen Preisverfall. Wie die Bundeszentrale für politische Bildung es formuliert:
Irgendjemand zahlt immer die Zeche
.
Die Prognosen der Deutschen Bank können als deutliches Warnsignal gewertet werden. Denn obwohl massive Investitionen in den Ausbau von KI-Infrastruktur die Erwartung an die Technologie ins Unermessliche steigern, bleibt die Frage, ob der tatsächliche wirtschaftliche Nutzen bald eintreten wird – oder ob die Investitionen eine Blase ohne fundamentale Grundlage aufpumpen.


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