KI als Hardware-Fresser: Laut IBM-Chef muss die Hardware in Rechenzentren schon nach fünf Jahren entsorgt werden

In einem Interview erklärt IMB-Chef Arvind Krishna warum sich hohe Investitionen in Rechenzentren nicht rentieren.

Der IBM-Chef sieht momentane Investitionen in KI auch skeptisch. (Bildquelle: The Verge) Der IBM-Chef sieht momentane Investitionen in KI auch skeptisch. (Bildquelle: The Verge)

Der KI-Boom erfordert auch den Bau immer neuer und größerer Rechenzentren. In manchen Teilen der Welt sehen Anwohner die Errichtung von KI-Rechenzentren mittlerweile mit Sorge. Laut einer Umfrage sehen auch in Deutschland mehr als 60 Prozent der Befragten Rechenzentren als Gefahr für die Nachbarschaft.

Die Rechnung soll nicht aufgehen

Das ist passiert: In einem Interview mit The Verge rechnet IBM-Chef Arvind Krishna vor, warum sich die meisten Investitionen in KI-Rechenzentren für die beteiligten Firmen nicht auszahlen werden.

Ein Rechenzentrum mit einer Leistung eines Gigawatts würde momentan etwa 80 Milliarden US-Dollar kosten, so Khrishna. Für ein großes KI-Rechenzentrum mit 20 bis 30 Gigawatt würden also Investitionsausgaben von mindestens 1,5 Billionen US-Dollar anfallen.

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Das Problem hierbei sei, dass die verbaute Hardware bereits nach fünf Jahren ausgetauscht werden müsste.

Lassen Sie uns also von den heutigen Kosten ausgehen, denn alles, was in der Zukunft liegt, ist spekulativ. Es kostet etwa 80 Milliarden Dollar, ein Rechenzentrum mit einer Leistung von einem Gigawatt zu füllen. Das ist die heutige Zahl. Wenn ein Unternehmen 20 bis 30 Gigawatt bereitstellen will, sind das 1,5 Billionen Dollar an Investitionsausgaben. Wie wir gerade gesagt haben, muss man das alles innerhalb von fünf Jahren verbrauchen, denn dann muss man es wegwerfen und neu auffüllen.

Etwa acht Billionen US-Dollar seien erforderlich, um mit 100 Gigawatt-Leistungen eine allgemeine künstliche Intelligenz zu erhalten. Um die Summe aufzubringen, müssten Firmen allerdings allein für die anfallenden Zinsen rund »800 Milliarden US-Dollar Gewinn« einplanen.

Zum Vergleich: Apple wird im Jahr 2025 einen geschätzten Jahresumsatz von 400 Milliarden US-Dollar erreichen. Microsofts Umsatz wird bei rund 300 Milliarden US-Dollar, und Nvidias Umsatz bei 220 Milliarden US-Dollar liegen.

Gut zu wissen: Als allgemeine künstliche Intelligenz wird eine KI bezeichnet, die komplexe Entscheidungen treffen kann und die intellektuellen Fähigkeiten von Menschen nachahmen soll.

Der IBM-Chef sei zudem nicht überzeugt, dass es ohne einen weiteren technologischen Durchbruch überhaupt zu einer allgemeinen künstlichen Intelligenz kommen könnte. Die Wahrscheinlichkeit schätzt er auf bis zu einem Prozent, eher gering ein.

Nun ist eure Meinung gefragt. Nutzt ihr KI-Tools bereits regelmäßig oder ab-und-zu, oder macht ihr um sie eher einen Bogen? Schreibt uns dazu gerne einen Kommentar.

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