Erinnert ihr euch noch an 2004, als die halbe Welt auf die Barrikaden ging? Half-Life 2, das man sich für teures Geld im Laden gekauft hatte, sollte zusätzlich im Internet auf diesem Steam-Dings freigeschaltet werden!? »Unverschämt, machen wir nicht! Das geht zu weit!« Käme heute Half-Life 3 raus, würden nur die Hardcore-Sammler nach einer Collector's Edition fragen – in der exakt null Datenträger liegen würden.
Steam wurde übrigens nicht nur zum Erfolg, weil man es für Half-Life 2 brauchte, sondern weil es wahnsinnig bequem ist. Klickklickklick – und kurze Zeit später spiele ich den Titel, den ich spielen möchte. Kein Elektrofachhandel, kein Postbote. Bequemlichkeit schlägt Prinzipien, und zwar fast immer.
Die finstere Gegenwart
2026 feiert eine laute Menge im Internet, dass jemand mit Hilfe von KI die wichtigsten Adobe-Tools nachgebaut hat. Klar, die laufen nicht ganz so rund wie Photoshop und Lightroom, aber der Tenor ist: Da hat es jemand den gierigen Adobe-Menschen mal so richtig gezeigt! Robin-Hood-Move, nur halt schnell mit ein paar Prompts hingeklöppelt.
Wir erinnern uns: Adobe ist 2013 von den Disc-Versionen abgerückt und bot den ganzen Creative-Suite-Kram ab da nur noch im Online-Abo an. Wer jubelt nun über die nachgebauten Tools? Ganz sicher nicht, wer mit Adobe sein Geld verdient. Für den ist die Software ein Werkzeug wie Kamera und Rechner: steuerlich absetzbar, auch in den USA, und in der Rechnung an die Kundschaft einkalkuliert.