Kindle Paperwhite vs. Colorsoft: Über meinen persönlichen Gewinner bin ich selbst überrascht

Der größte Unterschied fällt einem erst auf, wenn man beide direkt vor sich liegen hat.

Kindle Paperwhite oder Colorsoft? Bei einem Preissunterschied von aktuell gerade einmal 15 Euro wirkt der Griff zum Modell mit Farbdisplay logisch – zumindest dachte ich das. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Kindle Paperwhite oder Colorsoft? Bei einem Preissunterschied von aktuell gerade einmal 15 Euro wirkt der Griff zum Modell mit Farbdisplay logisch – zumindest dachte ich das. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Wenn ihr euch 2026 einen großen Kindle zum Lesen kaufen möchtet, steht ihr vor der Entscheidung zwischen dem Colorsoft und dem Paperwhite.

Zuerst fiel mir eine Empfehlung ganz leicht: Der Colorsoft kostet nur wenige Euro mehr (zum aktuellen Zeitpunkt 15 Euro) und bietet euch, wie der Name sagt, einen farbigen Bildschirm.

Selbst wenn ihr keine Comics, Graphic Novels und Magazine lest, könnt ihr euch diese Option mit dem Colorsoft offen halten und die Buchcover erscheinen in Farbe. Mein Rat war einfach: kauft einfach den Colorsoft und gut is’.

Nachdem ich auf beiden Geräten ausgiebig gelesen habe, stelle ich fest: Ich lag falsch. Ich persönlich würde eher zum Paperwhite greifen.

Farbe ist nicht der einzige Unterschied

Kommen wir gleich zum Punkt: Der Kindle Colorsoft stellt zwar Farbinhalte dar, aber nicht ohne Kompromiss. 

Indoors mit Hintergrundbeleuchtung auf Maximum, ist der Unterschied der beiden am besten erkennbar; links der Paperwhite und rechts der Colorsoft. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Indoors mit Hintergrundbeleuchtung auf Maximum, ist der Unterschied der beiden am besten erkennbar; links der Paperwhite und rechts der Colorsoft. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Das Monochrom-Display vom Kindle Paperwhite ist beim Lesen von klassischen Büchern schärfer und kontrastreicher. Diesen Unterschied merkt man, wenn man beide Geräte vor sich liegen hat. 

Der Text auf dem Kindle Paperwhite wirkt wie aufgedruckt und ist klarer als bei seinem Geschwister-Modell mit Farbe. Das Gerät macht außerdem seinem Namen Ehre: Die Seiten sehen wirklich weiß aus. Beim Kindle Colorsoft sieht der Hintergrund nie wirklich komplett weiß aus. Es wirkt eher gräulich und manchmal auch etwas blau (bei Verzicht auf den Augenschon-Modus).

Hier nochmal der Vergleich in direkter Sonneneinstrahlung und ohne Hintergrundbeleuchtung. Der Paperwhite (l.) sieht schärfer und etwas kontrastreicher aus. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Hier nochmal der Vergleich in direkter Sonneneinstrahlung und ohne Hintergrundbeleuchtung. Der Paperwhite (l.) sieht schärfer und etwas kontrastreicher aus. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Ist der Unterschied praxisrelevant?

Nein. Kaum. 

Hätte ich nicht den direkten Vergleich, gäbe es für mich keinen Grund, mich über die Bildschirmqualität des Kindle Colorsoft zu beschweren. 

Es ist ein schöner Bildschirm, auf dem man hervorragend jedes Buch lesen kann, ob mit oder ohne Farbe. 

Der Unterschied ist nur beim direkten Vergleich wirklich signifikant. Hier seht ihr beide Kindles bei Tageslicht. Na, erkennt ihr, auf welchem Bild welcher abgebildet ist? (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Ist der Unterschied entscheidungsrelevant? 

Ja. Viel eher!

Solltet ihr wie ich kaum Comics oder Magazine auf dem E-Reader lesen, dann spart euch die 15 Euro und greift zum Kindle Paperwhite, der einen besseren Bildschirm für reinen Text besitzt.

Der Kindle Colorsoft besitzt zwar einige Features, auf die ihr bei Paperwhite verzichten müsst, wie etwa das kabellose Laden, Helligkeitssensor und farbige Textmarkierungen, aber sie sind meiner Einschätzung nach für die wenigsten wirklich ausschlaggebend. 

Comic-Darstellung im Vergleich: Wenn euch Bildqualität wichtiger ist als alles andere, dann lohnt sich der Griff zu einem Tablet dennoch mehr. Links seht ihr das Honor Magicpad 4 mit AMOLED-Display, in der Mitte der Kindle Colorsoft und rechts der Paperwhite. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Comic-Darstellung im Vergleich: Wenn euch Bildqualität wichtiger ist als alles andere, dann lohnt sich der Griff zu einem Tablet dennoch mehr. Links seht ihr das Honor Magicpad 4 mit AMOLED-Display, in der Mitte der Kindle Colorsoft und rechts der Paperwhite. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Noch eine Randnotiz zum Thema Sideloading: Solltet ihr eure E-Books aus anderen Quellen als Amazon beziehen und sie per Drittanbieter-Software wie etwa Calibre, auf den Kindle ziehen wollen, dann müsst ihr beim Colorsoft einige Umwege gehen. Amazon hat die Art und Weise, wie Calibre Buchcover auf den Kindle übertrug, beim neuen Colorsoft blockiert. 

Das ist ein Thema, das die Community schon lange begleitet. Nutzt man hingegen Amazons eigenen Dienst »Send-to-Kindle«, funktioniert es perfekt. Beim Kindle Paperwhite hatte ich keine Probleme bei der Nutzung mit Calibre und Sideloading.

Weitere Unterschiede
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Design und Gehäuse: Beide E-Reader sehen auf den ersten Blick identisch aus, aber ironischerweise gibt es den Paperwhite in mehr Farben: Schwarz, Rosa und Jadegrün. Der Colorsoft kommt nur in schwarz.

Beide sind dank IPX8-Zerzifizierung zuverlässig gegen das Wasser geschützt und können für kurze Zeit sogar eintauchen. Beim Gehäuse gefällt mir eine Sache beim Paperwhite gar nicht. Es besteht aus einem Soft-Touch-Kunststoff auf dem jeder Fingerabdruck sichtbar ist. Der Colorsoft setzt auf einen etwas glatteren matten Kunststoff und ist in dieser Hinsicht resistenter.

Akkulaufzeit: Beide Geräte haben eine phänomenale Akkulaufzeit, von der klassische Tablets und Smartphones nur träumen können. Trotzdem gibt es hier einen wichtigen Unterschied, der sogar wieder für den Kindle Paperwhite spricht. Dieser hält nämlich laut Amazon 12 Wochen durch; vier wochen länger als der Colorsoft. 

Wenn euch die Akkulaufzeit also besonders wichtig ist, dann ist auch in dieser Hinsicht der Paperwhite die bessere Wahl. Der Colorsoft ist aber keineswegs schlecht – acht Wochen sind ebenfalls beeindruckend. 

Auto-Helligkeit: Der Kindle Colorsoft kann die Hintergrundbeleuchtung automatisch anhand der Lichtverhältnisse anpassen, wie beim Smartphone. Das ist ganz praktisch, da Helligkeit eine der am meisten veränderten Einstellungen im Alltag ist. Beim Paperwhite müsst ihr dafür das Schnellmenü herunterziehen. 


Kindle-Alternative: Mein bester Hardwarekauf seit Monaten ist ein E-Reader aus Deutschland


Kindle 11. Generation
Von Amazon
Kindle 11. Generation
110 €
Tolino Shine
Aus Deutschland
Tolino Shine
115 €
Pocketbook Verse
Aus Deutschland
Pocketbook Verse
123 €

Paperwhite oder Colorsoft? Meine Empfehlung hat sich geändert, ist aber dennoch einfach

Lest ihr gerne Comics, Webtoons und Magazine (und bezieht sie größtenteils über Amazon), kauft euch den Kindle Colorsoft. Ich weiß, es klingt logisch, aber bei dem kleinen Preisunterschied werden nicht wenige einfach den Colorsoft kaufen, weil er technologisch fortschrittlicher wirkt, obwohl man selbst gar keine Farbinhalte konsumieren möchte.

Lest ihr ausschließlich reine Text-Bücher – oder auch Mangas, die überwiegend auf Farben verzichten – und habt kein Interesse an Comics etc., dann greift eher zum Paperwhite und verzichtet auf das Farbdisplay. Ihr zahlt nicht nur weniger, sondern erhält einen Bildschirm, der besser zu euren Inhalten passt.

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