Die Laifen Wave Titanium ist meine erste elektrische Zahnbürste und sie zahlt sich aus – doch mein Zahnarzt warnt

Die Zahnbürste besteht aus demselben Material wie das iPhone 16 Pro Max und das hat seinen Preis.

160 Euro und aus Titan: Laifens elektrische Zahnbürste namens Wave. 160 Euro und aus Titan: Laifens elektrische Zahnbürste namens Wave.

Update vom 11. Dezember 2024: Wir haben beim Hersteller bezüglich der Schalltechnik nachgefragt und den Artikel entsprechend angepasst.

Wie attraktiv kann eine Zahnbürste schon sein? Eine Frage, die ich mir nicht mehr stelle, seit ich die Laifen Wave Titanium auf der IFA in der Hand hatte. Mir war klar: Die muss ich in die Finger bekommen, trotz des 160-Euro-Preisschildes.

Seit Anfang November putze ich mir die Zähne also elektrisch und das nur, weil mich der Wow-Effekt beim Anfassen in einer Berliner Messehalle abgeholt hat. Bloß ist die Frage: Bringt’s was oder sterben ich und meine Zähne in Schönheit? Mein Zahnarzt hat mich ohne klare Ansage nicht aus dem Stuhl gelassen.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe geht zweimal im Jahr zum Zahnarzt und nimmt Zahnpflege auch sonst ernst. Das zahlt sich aus, denn sein Zahnarzt findet es langweilig, wenn er zum Check vor Ort ist. Bisher putzte er sich die Beißer mit Muskelschmalz und stieg zum ersten Mal im Leben auf eine elektrische Zahnbürste um. Ob das eine gute Idee war?

Bei Apple gespickt

Jetzt könnte man unken, dass der eingangs erwähnte Wow-Moment (der mich immerhin zu einer neuen Erkenntnis führte) nur im Rahmen der Messe wirkte, aber nein, auch beim Auspacken zu Hause hat sich dasselbe Gefühl wieder eingestellt.

Der Griff aus mattem Titan fasst sich unglaublich gut an und liegt angenehm schwer in der Hand. Der Zahnbürsten-Body wird aus einem Stück Titan geformt, wie man mir in Berlin gezeigt hat, hier gibt es also keine Kanten oder Rillen. Aber ich lasse die Bilder mal für sich sprechen.

Dass Laifen hier ein attraktives Gerät in petto hat, weiß es selbst. 

Wer schon mal in die Verlegenheit kam, ein iPhone auszupacken, weiß um den Design-Aspekt von Apple, der auch die Verpackung betrifft – und Laifen hat in Cupertino definitiv gespickt.

Hinweis: Das nachstehende Unboxing-Video zeigt die Laifen Aluminium. Die Umverpackung ist allerdings dieselbe (mit dem Unterschied, dass fünf anstatt drei Bürstenköpfe in einem Plastik-Case enthalten sind).

Video starten 1:29 Laifen Wave Aluminium Unboxing

Der Hersteller will, dass der erste Eindruck sofort knallt und das hat er bei mir geschafft. Man entpackt hier keine läppische Zahnbürste, sondern ein »Lifestyle«-Produkt. Im Lieferumfang enthalten sind:

  • Zahnbürste
  • 5 Bürstenköpfe
  • USB-A-Kabel
  • Ladeadapter

Mit einer Akkuladung kommt die Titanium übrigens extrem weit. Ich habe die Zahnbürste Anfang November bekommen und seither nicht mehr geladen, passt.

Eine Sache fehlt mir aber: eine Art Stand oder Fuß. So reizend die Titanium auch ist, sie steht ein wenig unmotiviert auf meinem Waschbecken herum und das ist für meine Begriffe unwürdig. Einfacher und eleganter laden ließe sich der Body obendrein.

Außen hui, innen …

… auch. So spartanisch die App auch aussieht, der Funktionsumfang ist absolut ausreichend. Nachdem ich meiner Bürste einen Namen gegeben habe (»Guybrush« natürlich, welchen denn auch sonst?), kann ich einstellen:

  • An/Aus
  • Reisemodus
  • Zonenwechsel-Warnung
  • Hochfrequenz-Modus (wenn’s richtig sauber werden soll)
  • Putzdauer

Die App bietet allerhand Funktionen zur Feineinstellung. Die App bietet allerhand Funktionen zur Feineinstellung.

In drei Modi stelle ich in 12 Stufen jeweils Vibrationsintensität, Schwenkamplitude (also wie weit neigt sich der Bürstenkopf beim Oszillieren) und Schwenkgeschwindigkeit ein. Am Anfang bin ich als Elektrobürsten-Einsteiger erst mal mit dem leichtesten Modus gefahren und habe die Skalen dann sukzessive angepasst.

Die Laifen Wave-Zahnbürste arbeitet in jeder ihrer Varianten (Kunststoff, Aluminium und Titan) mit Schall, um die Zähne zu reinigen.

Was soll ich sagen? Es funktioniert und tut, was es soll. Durch den oszillierenden Kopf muss ich weder wiederholt große Kreisbewegungen machen, noch fest aufdrücken, und hier offenbart sich ein zweiter Schwachpunkt.

Wie fest muss oder darf ich denn jetzt aufdrücken? Ich bekomme kein Signal, wenn ich wie ein Ochse die Borsten gegen das Zahnfleisch drücke, und das wird spätestens dann zum Problem, wenn ich mir sämtlichen Schmelz von den Beißern geschrubbt habe.

Eins noch zum Schluss: Die Zahnpasta schäumt nicht mehr so sehr, wie wenn ich von Hand putze. Keine Ahnung, wie wichtig das ist, aber ich wollte es zumindest erwähnt haben.

Zu haben ist Laifen Wave Titanium bisher nur auf der Hersteller-Webseite für 160 Euro.

Das sagt der Zahnarzt

»Wieder ganz schön langweilig bei dir«, so kommentiert mein Zahnarzt normalerweise, wenn er mir in den Mund schaut. Sprich: Ich habe ohnehin schon recht gesunde Zähne.

Ich bin direkt mit der Tür ins Haus gefallen. Ich habe dem Doc offenbart, dass ich seit Wochen eine elektrische Zahnbürste nutze und gefragt, ob er denn einen Unterschied sehen würde. 

Tatsächlich hatte ich (noch) weniger Belag auf den Zähnen und das nach nur rund einem Monat Nutzung (und die Zahnsteinentfernung ging auch schneller, aber das ist nur meine persönliche Einschätzung).

Ohne Warnung ließ er mich allerdings nicht gehen.

Elektrische Zahnbürsten mit oszillierenden Bürstenköpfen sollte man mit Vorsicht benutzen. Stellt man sie zu stark ein oder nutzt sie nicht richtig, kann sich das Zahnfleisch zurückziehen und die Zahnhälse (also der Bereich zwischen Wurzel und Krone) freilegen.

Die Empfehlung meines Zahnarztes: Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt elektrische Zahnbürsten mit Schalltechnik, also eine solche wie die Laifen Wave. In dasselbe Horn stoßen auch Krankenkassen (Techniker Krankenkasse).

KI-generierter Inhalt

Was ist eine Schallzahnbürste?

Eine Schallzahnbürste ist eine elektrische Zahnbürste, die hohe Frequenzen nutzt, um Plaque zu entfernen und das Zahnfleisch zu stimulieren. Sie erzeugt Schwingungen, die auch Flüssigkeit, wie Zahnpasta, in tiefere Zahnzwischenräume bringen.

Drei Alternativen

Laifen Wave Aluminium: Laifen bietet dieselbe Zahnbürste auch mit anderen Materialien an, zum Beispiel aus Aluminium für 90 Euro. Das fasst sich ein Ticken weniger hochwertig an (der Body ist auch spürbar leichter), ansonsten bleibt der Umfang mit App und dem hübschen Design aber identisch.

Philips Sonicare: Eben erwähnte Schallzahnbürsten gibt es auch von Philips für 110 Euro UVP. Hier wird, wie oben erwähnt, Flüssigkeit durch Schall in die Zahnzwischenräume gespült, sodass diese gereinigt werden. Unter den fast 20.000 Bewertungen auf Amazon monieren User allerdings eine kurze Lebensdauer.

Oral-B Vitality Pro: Mit 22 Euro ist das eine deutlich günstigere, elektrische Zahnbürste. Wer einen Versuch starten möchte, ob elektrisches Zähnebürsten etwas für ihn oder sie ist, kommt hier günstig weg. Das Chassis besteht allerdings aus Kunststoff und eine App gibt es nicht.

Mein Fazit nach 30 Tagen: Ich bin zufrieden. Bräuchte ich eine elektrische Zahnbürste für 160 Euro? Nein, denn meine Zähne sind gesund. Freue ich mich jedes Mal, wenn den Handschmeichler in den Griffeln habe? Definitiv.

Hier ist Bedarf zum Nachbessern: Mir fehlt allerdings eine Art Ladestation oder Stand und ein Sensor, der mir sagt, wenn ich zu fest aufdrücke, würde absolut helfen.

Es mag nur eine Kleinigkeit sein, aber durch die Timer-Einstellung, die sicher andere elektrische Zahnbürsten ebenfalls besitzen, putze ich auch immer lange genug die Zähne.

Ich habe mit meinem Zahnarzt ausgemacht, dass wir in sechs Monaten noch einmal schauen, wie viel das elektrische Zähneputzen wirklich gebracht hat. Ob meine Beißer dann blitzsauber sind oder womöglich (hoffentlich nicht) in Ruinen liegen, werdet ihr hier lesen.