Wer zu einer Hochzeit eingeladen wird, muss im Regelfall:
- viel essen
- viel tanzen
- viel feiern
Ein Bräutigam hatte für seine Gäste aber eine ganz besondere Aufgabe: Sie mussten ein Lego-Set zusammenbauen.
»Manche von euch hoffen vielleicht auf Süßigkeiten da drin«, scherzte Joachim bei der Übergabe einer kleinen Box für jeden Gast. Statt Konfekt warteten aber bunte Klemmbausteine und individuelle Faltblätter mit Bauanweisungen auf die Anwesenden.
Insgesamt 70 Hochzeitsgäste nahmen so an einem von langer Hand vorbereiten Geschenk für das Brautpaar und die Familie teil, das live vor Ort zusammengesetzt wurde. Wer den Bauanleitungen folgte und die vielen winzigen Steine richtig zusammensetzte, trug am Ende nämlich zu einem Mosaik bei, das die Familie abbildet.
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Mit KI geplant
Einen solchen Bausatz gibt es nicht fertig zu kaufen. Joachim begann die Umsetzung mit künstlicher Intelligenz. Über das Programm ChatGPT ließ er ein Motiv generieren, das seiner Familie ähnelte. Da die Vorlage durch die Rasterung ohnehin verpixelt werden würde, zählten vor allem klare Konturen.
Der erste Entwurf offenbarte jedoch eine Tücke: Weil der Hintergrund weithin weiß blieb, hätten manche Gäste lediglich monotone Flächen stecken müssen. Um den Bauspaß für alle zu sichern, erstellte Joachim bunte Varianten mit Blumenmotiven. Danach übertrug er das Werk Stein für Stein in das digitale Programm Studio.io, glich die Farben mit dem Lego-Sortiment ab und konstruierte einen stabilen Rahmen.
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Heimlicher Probelauf
Mit dem Entwurf war die Arbeit nicht getan. Die Bestellung der benötigten Steine fiel groß aus: 3.865 Teile, davon 3.300 1x1-Plättchen wurden nach Hause geliefert. Aus diesem bunten Haufen mussten feine Nuancen über Abende sortiert werden, da sich manche Schattierungen auf den Plänen kaum voneinander abhoben.
Um Pannen auf der Feier zu verhindern, baute Joachim das Bild vorab mit seinem Sohn auf. Erst nach diesem Testlauf zerlegten die beiden das Mosaik wieder und packten die Klemmbausteine in 70 Schachteln. Dabei überließ der Planer nichts dem Zufall: Die Abschnitte wurden nach vermutetem Baugeschick verteilt, sodass Anfänger leichtere Muster bekamen und erfahrene Bastler kniffligere Teilstücke lösten.
Am Hochzeitstag zahlte sich der Aufwand aus. Nach der Ausgabe der Schachteln verstummte der Saal. Statt Reden zu lauschen, herrschte pure Konzentration an den Tischen. Die 70 Gäste vertieften sich in ihre Steine, halfen einander und feierten Zwischenschritte. Stück für Stück wanderten die Segmente in den Rahmen, bis das vollständige Familienporträt erstrahlte. Joachim schreibt: »Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis!«
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