Da habe ich mir einen schönen Staubfänger ins Regal gestellt.
Und ja, das meine ich wörtlich: Der riesige Lego Volvo Bagger, der seit zwei Wochen bei mir zu Hause steht, ist schön - und er sammelt Staub.
Das könnte man freilich von vielen Lego-Sets für Erwachsene behaupten, aber Set 42215 nimmt hier eine Sonderstellung ein. Denn ihn zu bewegen, ist deutlich schwieriger als vorgesehen. Oder besser: unpraktischer als erwartet.
Ich habe den Lego Technic Baukasten mit der offiziellen Bezeichnung Volvo EC500 Hybrid Bagger die letzten Tage über getestet; bereits Teil 1 des Aufbaus war eine Geduldsprobe.
Jetzt habe ich das mit rund 400 Euro unverbindlicher Preisempfehlung nicht eben kostengünstige Set fertiggestellt und mich beschäftigt vor allem eine Frage: Für welche Art von Lego-Fan ist das gedacht? Die Antwort gibt's im Folgenden.
Fakten zum Set
Name: 42215 Volvo EC500 Hybrid Bagger
Themenwelt: Technic
Erscheinungsdatum: 1. August 2025
Verfügbarkeit: Einzelhandel
Preis: 399,99 Euro
Steinezahl: 2.358
Preis pro Stein: 17 Cent
Altersempfehlung: 18 Jahre
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Es gibt viele Bagger von Lego Technic, aber nur einen mit dem Volvo Logo: Der EC500 Hybrid
Komplizierter und anspruchsvoller Aufbau
In 30 Jahren ohne Bauerfahrung mit Lego Technic habe ich das für mich größte Ärgernis beim Aufeinanderschieben von Kreuzstangen und kleinen Steckhaltern vergessen. Jetzt weiß ich wieder, was mich damals so abgeschreckt hat: Die schiere Menge an derartigen Verbindungen. Was ich Lego bei ihrem Volvo Bagger jedoch zugutehalten muss: Der Aufbau wird nie langweilig. Er macht mich manchmal nur rasend.
Ich schaffe es kaum, meine Frustration über den Umstand zu beschreiben, dass ich folgendes Konstrukt erst nach gut einer halben Stunde durchschaut und es komplett richtig zusammengesteckt hatte:
Auf einem intellektuellen Level bewundere ich die Designer: Wer aus dem Nichts derartig wirre Verbindungen schafft, die sich dann am Ende auch noch drehen und den gewünschten Effekt erzielen, hat wirklich eine besondere Gabe. Ich weiß aber auch: Ich gehöre definitiv nicht dazu.
Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich trotz eigentlich klarer Bauanleitungen (zwei dicke Hefte mit übersichtlichen Schritten) dumme Fehler mache, zurückgehen muss und bombenfest verbundene Konstruktionen mühsam wieder auseinanderreiße.
Seltsam und nervig: Der Lego Bagger von Volvo scheint eins der wenigen größeren Sets zu sein, denen kein Steinetrenner-Werkzeug beiliegt. Klar, normalerweise haben AFOLs (Adult Fans of Lego) von denen eine ganze Schublade voll. Aber in diesem speziellen Fall hätte er mir eben tatsächlich gute Dienste geleistet, weshalb sein Fehlen umso schmerzhafter war.
Mein Kollege empfahl mir daraufhin die Lego Builder App, mit der man 3D-Anleitungen zurate ziehen kann, die zuweilen eindeutiger als flache Bilder sind. Guter Tipp, danke!
Zieh dir gefälligst was an!
Dass Lego-Sets im Innern oft sehr bunt sind, ist ein bekannter Kritikpunkt am Marktführer. Auch beim Technic Bagger geht es im Inneren sehr farbenfroh zu, wie ich euch in Teil 1 dieses Tests gezeigt habe:
In Bauanleitung Nummer zwei wird dieses Innenleben jetzt nach und nach verkleidet, verdeckt und versteckt. Die Farbkombination aus Schwarz und Gelb gefällt mir dabei sehr gut, auch wenn manche Lücken offen bleiben:
Obwohl der ganze Look an die Vorlage von Volvo erinnert, gibt's beim Detailgrad definitiv Luft nach oben. So fehlt beim Cockpit etwa das Glas und auch die farbigen Leuchten oben. Dafür haben die Designer an die beiden Joysticks zur Bedienung gedacht:
Der EC500 Hybrid von Volvo (rechts) wird größtenteils gut von seinem Lego-Äquivalent eingefangen.
Gegen Ende schreitet der Aufbau schnell voran, inzwischen sitzen die Handgriffe und ich bin sicherer beim Zusammenstecken der Bauteile geworden. An diesem Punkt wird auch der Baggerarm fertiggestellt und es werden die letzten Vorbereitungen für die Motorfunktionen getroffen, mit denen sich der Arm und die Schaufel unabhängig voneinander steuern lassen sollen.
Mein Tipp: Ihr solltet beim Bau regelmäßig überprüfen, ob sich beim Einschalten des im Heck versteckten Motors auch tatsächlich alle Teile drehen und nichts klemmt. Denn mögliche Fehlfunktionen lassen sich später nur noch unter viel Gefluche nachvollziehen und beheben. Glaubt mir, ich weiß, wovon ich rede ...
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