Wie viele von euch liebe ich es, zu verreisen. Dafür muss es allerdings nicht immer ein anderes Land oder gleich eine Weltreise mit 16 Stunden Flugzeit sein. Manchmal ist es auch schön, einfach einen Ausflug in der Heimat zu machen.
Vor kurzem bin ich jedoch auf das kostenlose Tool Local Wikipedia
gestoßen, das den Fokus zurück auf die Heimat legt und spannende Bauwerke, interessante Ausflugsziele und Orte mit außergewöhnlicher Geschichte sichtbar macht.
Egal, ob direkt vor der Haustür oder am anderen Ende der Welt. Und weil ich genau diese Orte mehr erkunden möchte, gefällt mir die Idee hinter dem Projekt richtig gut.
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Ich wünschte, ich hätte Local Wikipedia schon vor meinem letzten Urlaub gekannt
Falls ihr meinen Artikel zu Historic.Place gelesen haben solltet, wisst ihr vielleicht schon, dass ich ein großer Fan von Historie bin. Sei es alte Denkmäler oder besondere Gebäude mit beispielsweise einer ungewöhnlichen Architektur.
Gerade in meiner Heimat, die doch eher ländlich angesiedelt ist, denke ich immer wieder, dass ich nun doch alles gesehen habe. Doch oft sind es die kleinen Details, die im Alltag untergehen oder erst durch Zufall entdeckt werden.
Und genau diese Details finde ich auf Local Wikipedia. Das Tool greift, wie der Name schon verrät, auf Wikipedia zu und verrät mir anhand der hinterlegten geografischen Daten, was es in meiner Umgebung zu entdecken gibt.
Dadurch werden die Einträge deutlich sichtbarer und vor allem leichter zu finden, wenn ich mich nicht erst durch ein Rabbit Hole an Informationen klicken muss, um die Geschichte eines Ortes kennenzulernen.
Entwickelt wurde Local Wikipedia vom Journalisten und Programmierer Ed Jefferson. Die Idee entstand bereits während der Corona-Pandemie, als Jefferson damit experimentierte, Wikipedia auf die unmittelbare Umgebung zu beschränken.
Im Gegensatz zu dem ein oder anderen Reiseführer, der bei mir rumliegt, sind die Informationen auf Local Wikipedia deutlich aktueller.
Schließlich handelt es sich bei Wikipedia um ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem zahlreiche Ehrenamtliche mehrere Stunden ihrer Freizeit investieren, um Wissen zu sammeln, Geschichte zu dokumentieren und Informationen für alle zugänglich zu machen. Das finde ich persönlich ziemlich beeindruckend.
Hier schlägt die lokale Suche Wikipedia
Zwar bietet Wikipedia selbst bereits eine Funktion, mit der ihr interessante Orte in der Nähe entdecken könnt. Local Wikipedia geht für mich allerdings einen Schritt weiter und erstellt eine Art kleines Dashboard für einzelne Regionen.
Statt nur eine Karte mit verschiedenen Orten anzuzeigen, gibt es eine eigene Seite mit einem hervorgehobenen Artikel, einer »Schon gewusst?«-Übersicht, Zufallsartikeln und weiteren Kategorien, die mir eine Region oder Stadt näherbringen. Beispielsweise auch die, in der ich meinen nächsten Urlaub verbringen möchte.
Wähle ich beispielsweise Magdeburg aus, zeigt mir Local Wikipedia bis zu 500 Artikel aus der Umgebung an. Standardmäßig liegt der Suchradius bei rund 2,4 Kilometern, was laut dem Entwickler ungefähr einem halbstündigen Fußweg entsprechen soll.
So wird mir beispielsweise ein Turm mit dem ungewöhnlichen Namen »Kiek in de Köken« angezeigt. Klicke ich darauf, erfahre ich, dass es sich um einen mittelalterlichen Wehrturm handelt, der einst Teil der Stadtbefestigung war.
Besonders interessant finde ich allerdings den Namen. Dieser stammt aus dem Niederdeutschen und bedeutet so viel wie »Guck in die Küche«. Der Überlieferung nach soll man vom Turm aus nämlich direkt in die Küche des benachbarten Erzbischofs geschaut haben.
Solche kleinen Geschichten sind genau das, was Local Wikipedia für mich interessant macht. Es muss nicht immer gleich die größte Sehenswürdigkeit einer Stadt sein. Manchmal reichen schon ein paar interessante Fakten, um mich zu begeistern.
Eine praktische Idee mit ein paar Einschränkungen
Ganz ohne Kritik kommt die Website allerdings nicht aus. So lässt sich der Suchradius nicht frei einstellen. Gibt es in einer abgelegenen Region weniger als 25 Einträge, erweitert Local Wikipedia die Suche automatisch auf bis zu knapp zehn Kilometer.
Damit liegen die vorgeschlagenen Orte teilweise deutlich weiter entfernt als die ursprünglich angepeilten 30 Minuten Fußweg. Hier wäre eine manuelle Einstellung des Radius praktisch.
Auch eine eigene App würde mir gefallen. Zwar funktioniert Local Wikipedia direkt im Browser, doch gerade für spontane Ausflüge wäre eine App praktisch, in der ich beispielsweise interessante Artikel und Ausflugsziele speichern könnte, statt zahlreiche Tabs im Browser öffnen zu müssen.
Außerdem ist die Website am Ende auch kein vollständiger Reiseführer. Schließlich werden nur die Orte berücksichtigt, die es auf Wikipedia auch zu finden gibt. Und da sind längst nicht alle interessanten Sehenswürdigkeiten dabei.
Trotzdem hilft das Tool, eine Region auf eine Art zu entdecken, wie man sie vorher vielleicht noch nicht gesehen hat. Oder etwas zu lernen, nach dem man sonst überhaupt nicht gesucht hätte.
Local Wikipedia wird mich definitiv in Zukunft begleiten, wenn ich den nächsten Ausflug plane oder schaue, was ich im nächsten Urlaub alles entdecken kann. Vor allem, wenn das nächste versteckte Juwel nur einen Katzensprung von meiner Haustür entfernt liegt.





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