Mac-Gaming in Gefahr - Spiele-Entwickler beklagen OpenGL-Ende durch Apple

Apple hat auf der Worldwide Developers Conference Updates für macOS und iOS vorgestellt und dabei auch angefangen, OpenGL und OpenCL zu begraben.

von Georg Wieselsberger, Christoph Liedtke,
06.06.2018 11:14 Uhr

Apple hat auf der WWDC 2018 viele Neuerungen präsentiert, die sich ausschließlich auf Software konzentrierten. Hardware gab es dieses Jahr nicht zu sehen. (Bildquelle: Apple)Apple hat auf der WWDC 2018 viele Neuerungen präsentiert, die sich ausschließlich auf Software konzentrierten. Hardware gab es dieses Jahr nicht zu sehen. (Bildquelle: Apple)

Update: Wie PCGamer meldet, äußern sich viele Spiele-Entwickler besorgt darüber, dass Apple die offene Schnittstelle OpenGL nicht mehr unterstützen und stattdessen nur noch auf die hauseigene API Metal setzen will. OpenGL-Software wird zwar noch auf macOS Mojave laufen, kann aber laut dem Bericht nicht mehr aktualisiert werden.

Zwar halten manche Spiele-Entwickler die Metal-API für wirklich gut, doch mit dem Zwang würde Apple nur dafür sorgen, dass macOS als Gaming-Plattform noch mehr zum Außenseiter wird. Andere kündigen knapp an, dass das Ende von OpenGL auch das Ende des Mac-Supports für ihre Spiele sein wird. Der Aufwand, nur für den Mac Software auf Metal umzuschreiben, würde sich nicht lohnen. Bei OpenGL, das auch unter Windows funktioniert, sei das anders.

Gerade kleine Entwickler haben also ein Problem mit der Ankündigung von Apple, während große Studios schon manche ihrer Spiele mit Metal umgesetzt haben.

Keine neue Hardware

Originalmeldung: Auf der diesjährigen WWDC, Apples Entwicklermesse, stellte Tim Cook gleich zu Beginn klar, dass es sich am heutigen Tag ausschließlich um Software dreht (»Today, it's all about software«). Im Fokus der Veranstaltung standen also Apples vier Betriebssysteme iOS, watchOS, tvOS und macOS.

Im Vorfeld wollten Gerüchte nicht abreißen, dass Apple neue MacBooks mit überarbeiteter Butterfly-Tastatur und Coffee Lake-Prozessoren sowie randlose iPad Pros mit einem A11X-SoC veröffentlicht. Und auch ein von vielen Nutzern gewünschtes iPhone SE2 erstmals zeigt.

Das neue iOS 12 wurde vor allem durch die im Vergleich zu iOS 11 höhere Geschwindigkeit angepriesen und soll insbesondere ältere iOS-Geräte wie beispielsweise das im Jahr 2013 erschienene iPhone 5S wieder beschleunigen. Die neue iOS-Version unterstützt zudem alle mit iOS 11 kompatiblen Geräte.

Die neue Iteration von iOS soll die Nutzer außerdem davon abhalten, ihr iPhone zu viel zu benutzen und bietet mit dem Feature Digitale Gesundheit Möglichkeiten, die Nutzungszeit einzuschränken und Ruhezeiten zu definieren.

Für Unterhaltung sorgen die Memoji, ein bewegtes Emoji, das auf Basis des Gesichts des Nutzers erstellt wird, Apples letztes Jahr eingeführte Animojis erkennen nun eine herausgestreckte Zunge.

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Siri kann mehr, macOS wird dunkel

Über Group Facetime können bis zu 32 Personen miteinander sprechen und auch Siri erhält neue Fähigkeiten. Es ist möglich, eigene Aktionen zu definieren und zu kombinieren. So ist es beispielsweise mit einem Befehl bei Feierabend möglich, Siri zu beauftragen, die Kinder darüber zu informieren, einen Radio-Sender zu starten und zuhause die Heizung anlaufen zu lassen.

Auch die Benachrichtigungen wurden überarbeitet, sie lassen sich nun individuell konfigurieren, im Lockscreen gruppieren und je App gesammelt mit einem Wisch löschen.

Mac OS Mojave bietet erstmals einen dunklen Modus, bei dem Fenster, aber auch Tools wie XCode nun in Schwarz und Grau anzeigt werden. Der Browser Safari kann nun Tracking-Webseiten und die verbreitete Facebook-Einbindung bei vielen Angeboten von sich aus blockieren und nachfragen, ob die entsprechenden Elemente angezeigt werden sollen.

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Die Apple Watch wird mit watchOS 5 in der Lage sein, Webseiten anzuzeigen und Sprach-Nachrichten an andere Nutzer zu verschicken. Workouts erkennen Apples Smartwatches mit dem Update automatisch.

Das für Apples Set-Top-Boxen Apple TV 4K und Apple TV 4. Generation bestimmte tvOS 12 bringt die lang erwartete Unterstützung für Dolby Atmos. Neben aktualisieren Bildschirmschonern wurden für deutsche Nutzer kaum weitere relevante Neuerungen genannt.

Entwickler sollen kein OpenGL mehr nutzen

Eine weitere Änderung dürfte viele Entwickler betreffen. Apple hat auf seiner Webseite bekanntgegeben, dass die weit verbreiteten Schnittstellen OpenGL und OpenCL ab sofort als veraltet angesehen werden und Entwickler auf die Apple-eigene Schnittstelle Metal umsteigen sollen. Was das für existierende OpenGL-Software für Mac in Zukunft bedeutet, ist noch nicht klar.

Apple unterstützt im Gegensatz zu fast allen Branchengrößen den OpenGL-Nachfolger Vulkan nicht nativ, sondern setzt rein auf Metal. Es gibt aber inoffizielle Lösungen, Vulkan-Software unter Apple-Betriebssystemen lauffähig zu machen, beispielsweise MoltenVK.

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