Eine kleine Raupe sorgt in Deutschland für Chaos: Warum ich jetzt auf diese kostenlose Melde-App setze

In Deutschland verbreiteten sich die giftigen Eichenprozessionsspinner gerade in einem hohen Tempo, weshalb es bereits die ersten Warn-Apps gibt.

Auch in meiner Heimat sind die Eichenprozessionsspinner gerade auf dem Vormarsch, weshalb ich jetzt auf eine Melde-App setze. (Bildquelle: GameStar Tech Aaron Hofmann; umut hasanoglu Adobe Stock) Auch in meiner Heimat sind die Eichenprozessionsspinner gerade auf dem Vormarsch, weshalb ich jetzt auf eine Melde-App setze. (Bildquelle: GameStar Tech / Aaron Hofmann; umut hasanoglu / Adobe Stock)

Eichenprozessionsspinner sind ein Problem. Die Raupen haben sich mittlerweile über ganz Deutschland verteilt, und zahlreiche Wissenschaftler warnen vor den Tieren. 

Die Insekten sind vollkommen mit winzigen giftigen Brennhaaren bedeckt. Bei Kontakt mit den leicht zu übersehenden Härchen kann es zu starkem Juckreiz, Hautausschlägen sowie in einzelnen Fällen auch zu schweren allergischen Reaktionen kommen. 

Das liegt an dem in den Haaren vorhandenen Nesselgift, das auch dann noch seine Wirkung entfaltet, wenn die Haare von den Raupen gelöst sind und beispielsweise durch den Wind weggetragen werden.


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Daher ist es besonders wichtig zu wissen, wo sich die Eichenprozessionsspinner aufhalten. Wie der Name schon verrät, nisten sie in den allermeisten Fällen an Eichen, können aber auch in Büschen und anderen Pflanzen zu finden sein. 

Um trotz der fehlenden Meldepflicht die Sichtungen zentral zu erfassen, gibt es kostenlose Web-Apps wie das EPS-Radar. Das Tool ist ehrenamtlich als Non-Profit-Projekt entwickelt worden und umfasst bereits über 10.000 gemeldete Fälle.  

Wie ihr die Meldungen auf der interaktiven Karte seht und selbst neue Einträge machen könnt, habe ich im Folgenden für euch zusammengefasst. 

Dadurch, dass es sich bei dem EPS-Radar um eine Web-App handelt, kann das Tool überall im Browser abgerufen werden. (Bildquelle: GameStar Tech EPS-Radar) Dadurch, dass es sich bei dem EPS-Radar um eine Web-App handelt, kann das Tool überall im Browser abgerufen werden. (Bildquelle: GameStar Tech / EPS-Radar)

Die Community im Vordergrund: So funktioniert das Meldeportal 

Zwar können die Raupen bei allen Menschen zu gesundheitlichen Problemen führen – Kinder, kranke Menschen und Haustiere sind jedoch besonders stark gefährdet.  

Tools wie das EPS-Radar sind deshalb besonders hilfreich und brauchen den Support der Community, da alle Meldungen freiwillig von Personen eingetragen werden, die helfen wollen.

Das Meldeportal ist bewusst einfach gehalten und lässt euch schnell neue Sichtungen eintragen. Dafür müsst ihr auf einer Karte nur den Fundort markieren oder alternativ euren aktuellen Standort verwenden – schon ist die Sichtung gemeldet.  

Optional habt ihr die Möglichkeit, eine Beschreibung hinzuzufügen, die aus nur wenigen Informationen bestehen kann. So finden sich bei einzelnen Meldungen beispielsweise Kommentare wie »Im Gebüsch« oder »Am Baum beim Kindergarten« .

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EPS-Radar als Web-App: So bekommt ihr das Tool auf euren Handybildschirm 

Der Raupenmelder wird nicht als klassische App, sondern ausschließlich über das Web angeboten. Mit einem einfachen Trick könnt ihr die Anwendung jedoch schnell eurem Startbildschirm hinzufügen, sodass ihr nicht immer wieder die Website aufrufen müsst. 

So bekommt ihr die Web-App auf euer Handy:
Anleitung für Android

Für Chromium-Browser (Google Chrome, Microsoft Edge, Brave und andere):

  1. Öffnet euren Browser und ruft die Website auf. 
  2. Tippt oben rechts auf das Drei-Punkte-Menü. 
  3. Sucht nach dem Punkt »Zum Startbildschirm hinzufügen« (bei manchen Chromium-Browsern heißt es auch direkt »App installieren«). 
  4. Bestätigt den Namen der App und tippt auf »Hinzufügen«. 

Für Firefox:

  1. Öffnet Firefox und steuert die Website an. 
  2. Tippt unten rechts auf das Drei-Punkte-Menü. 
  3. Wählt die Option »Zum Startbildschirm hinzufügen« (oft symbolisiert durch ein kleines Haus mit einem Plus-Zeichen). 
  4. Bestätigt den Vorgang mit einem Klick auf »Hinzufügen«. 
Anleitung für iOS

Für Safari:

  1. Öffnet Safari und ruft die Website auf. 
  2. Tippt unten in der Menüleiste auf den Teilen-Button (das Viereck mit dem Pfeil, der nach oben zeigt). 
  3. Scrollt im aufgetauchten Menü etwas nach unten und wählt »Zum Home-Bildschirm«. 

Für Chromium und Firefox:

  1. Öffnet Chrome oder Firefox auf eurem iOS-Gerät und geht auf die Website. 
  2. Tippt auf das Teilen-Symbol (bei Chrome oben rechts direkt in der Adresszeile; bei Firefox unten im Menü). 
  3. Scrollt im iOS-Standard-Teilen-Menü nach unten und tippt auf »Zum Home-Bildschirm«. 

Keine automatische Meldung an Behörden: Das steckt dahinter 

Die eingetragenen Meldungen werden zwar teilweise von Stellen überprüft, die App meldet die Fälle aber nicht automatisch an die zuständigen Behörden. Dafür fehlt einerseits die technische Schnittstelle, andererseits wird auch die eine oder andere Falschmeldung eingetragen. 

Dazu kommt es unter anderem durch fehlendes Wissen darüber, wie die Raupen genau zu erkennen sind. Auf der Website werden die Tiere wie folgt beschrieben: 

»So erkennen Sie ein Nest: Graubraune Raupen in Prozessionen, seidige Nester mit weißen Brennhaaren an Eichenstämmen, oft in 0,5 bis vier Metern Höhe.« - EPS-Radar

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Um sicherzugehen, dass ein Befall wirklich existiert, setzt die Web-App auf einen Community-Ansatz: Je mehr Personen einen Fund bestätigen, desto verlässlicher sind die Informationen.  

Neben dem Community-Projekt gibt es auch weitere digitale Angebote rund um den Eichenprozessionsspinner. So stellt der Deutsche Wetterdienst beispielsweise ein Frühwarnsystem bereit, das anhand von Wetter- und Entwicklungsdaten eine Einschätzung abgibt, wo sich die Raupen verbreiten können.



Ein entsprechendes Warnsystem, das bereits mit so vielen Daten gefüttert ist wie das EPS-Radar, findet ihr allerdings nur schwer, weshalb es sich lohnt, die Web-App zu verwenden.  

Bei starken Beschwerden, wie unter anderem Atemnot, empfiehlt die Seite, sofort den Notruf zu wählen oder schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen. Generell gibt es zudem den Tipp, möglichst Abstand zu halten und vor allem die Nester nicht zu berühren. 


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