Sonnenfinsternis beobachten: Diese einfache DIY-Lösung schützt eure Augen, wenn ihr keine Brille mehr bekommt

Morgen kann man in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis bestaunen. Wir zeigen, wie ihr eure Augen schützt, falls ihr keine Schutzbrille habt.

Schutzbrillen für die Sonnenfinsternis sind kurzfristig nur noch schwer zu bekommen. Allerdings gibt es DIY-Alternativen, die sich schnell umsetzen lassen. (Bildquelle: Adobe Stock von david) Schutzbrillen für die Sonnenfinsternis sind kurzfristig nur noch schwer zu bekommen. Allerdings gibt es DIY-Alternativen, die sich schnell umsetzen lassen. (Bildquelle: Adobe Stock von david)

Am 12. August 2026 ist in Deutschland am Abend eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen, bei der der Mond die Sonne ab etwa 19 Uhr am Abend teilweise verdeckt.

Je nach Region werden bis zu rund 90 Prozent der Sonnenfläche bedeckt. Auf der Webseite timeanddate könnt ihr prüfen, wann die Sonnenfinsternis in eurer Region stattfindet.

Obwohl das Ganze in die Zeit des Sonnenuntergangs fällt, bleibt das Beobachten ohne Schutzbrille dennoch gefährlich für die Augen, da sichtbares Licht und Infrarotstrahlung mit hoher Intensität auf die Netzhaut treffen. Eine Schutzbrille ist daher zwingend notwendig.

Das Problem: Bis morgen eine solche Brille zu bekommen, ist schwierig. Bei Amazon beispielsweise ist aktuell kein Exemplar kurzfristig lieferbar.

DIY-Lösung in wenigen Minuten: Lochkamera statt direkter Blick

Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist eine Lochkamera die sicherste Methode, um die Sonnenfinsternis zu verfolgen, da ihr dabei nie direkt in die Sonne schaut. Stattdessen wird ihr Abbild auf einer Projektionsfläche erzeugt.

Besonders für Kinder empfiehlt das BfS diese indirekte Beobachtung, damit die Versuchung oder Möglichkeit, doch schnell zur Sonne hochzuschauen, möglichst gering ist.


Video starten 2:13 Wir zerstören das Sonnensystem und entfesseln eine gigantische Supernova in Universe Sandbox


Eine Lochkamera ist im Grunde ein geschlossener, lichtdichter Karton oder eine Röhre mit einem sehr kleinen Loch auf der einen und einer matten Projektionsfläche auf der anderen Seite. Auf Letzterer zeichnet sich das Bild der Sonnensichel ab.

Das Beste an dieser Methode: Ihr könnt ihr schnell, preiswert und mit einfachen Hausmitteln selbst bauen. Nachfolgend erklären wir euch zwei Varianten.

Variante 1: Lochkamera aus Chipsdose

Aus einer Chipsrolle und Butterbrotpapier lässt sich schnell eine Lochkamera bauen. (Bildquelle: Bundesamt für Strahlenschutz) Aus einer Chipsrolle und Butterbrotpapier lässt sich schnell eine Lochkamera bauen. (Bildquelle: Bundesamt für Strahlenschutz)

Das BfS stellt auf seiner Webseite eine Video-Bastelanleitung bereit, der ihr einfach folgen könnt.

Ihr benötigt dazu:

  • Eine Chipsrolle
  • Klebeband
  • Stecknadel
  • Nagel
  • Messer
  • Schere
  • Butterbrotpapier
  • Radierer
  • Stifte
  • Geodreieck

Klingt erstmal viel, aber die Umsetzung ist wirklich simpel.

So geht ihr vor:

  1. Nehmt die Chipsrolle und schneidet das untere Ende bei rund fünf Zentimetern ab.
  2. Stellt die Rolle auf das Butterbrotpapier, fahrt mit einem Stift drum herum und schneidet anschließend den Kreis mit einem kleinen zusätzlichen Rand aus.
  3. Legt den Kreis aus Butterbrotpapier auf die Chipsrolle und verschließt sie mit dem milchig-transparenten Kunststoffdeckel der Chipsrolle.
  4. Das abgeschnittene, untere Ende der Rolle wird auf den Kunststoffdeckel gesetzt, sodass das Ende mit dem Boden nach oben zeigt. Verbindet beide Rollenstücke mit Klebeband.
  5. Stecht nun mit der Stecknadel ein kleines Loch in die Mitte. Vergrößert das Loch etwas mithilfe eines Nagels.

Das war es schon. Am besten folgt ihr der verlinkten Videoanleitung des BfS, dann habt ihr das Bastelprojekt in wenigen Minuten erledigt.

Wichtig: Die Kamera sollte laut BsF nie direkt in die Sonne gehalten werden.

Variante 2: Lochkamera aus Karton und Butterbrotpapier

Aus einem Karton und Butterbrotpapier lässt sich ebenfalls schnell und einfach eine Lochkamera basteln. (Bildquelle: BfS) Aus einem Karton und Butterbrotpapier lässt sich ebenfalls schnell und einfach eine Lochkamera basteln. (Bildquelle: BfS)

Falls ihr keine Chipsrolle zuhause habt und keine kaufen möchtet, tut es auch ein Karton und etwas Butterbrotpapier.

Auch für die Variante gibt es vom BsF eine Videoanleitung, die ihr euch im nachfolgend eingebundenen X-Post des BfS ansehen könnt:

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Ihr benötigt dazu:

  • Durchscheinendes Butterbrotpapier
  • Karton
  • Klebeband
  • Schere
  • Cuttermesser
  • Lineal

So bastelt ihr die Karton-Lochkamera:

  1. Überklebt Schlitze und Löcher im zusammengefalteten Karton, sodass das Innere lichtdicht ist.
  2. Schneidet ein Fenster in eine Seite des Kartons, lasst zum Rand etwas Abstand.
  3. Deckt das Fenster mit dem Butterbrotpapier ab und klebt dieses fest.
  4. Bohrt auf der Rückseite des Fensters möglichst mittig ein kleines Loch.

Fertig. Ihr könnt nun durch das kleine Loch blicken und die Sonnenfinsternis verfolgen.

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Wenn doch eine Brille: Das muss sie können

Falls ihr noch Sonnenfinsternisbrillen auftreiben könnt, solltet ihr nur geprüfte Modelle verwenden, die ausdrücklich für den direkten Blick in die Sonne zugelassen sind.

Geeignete Filter und Folienbrillen müssen mindestens eine optische Dichte von 5 haben – das bedeutet, dass maximal etwa 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchgelassen wird, deutlich weniger als bei normalen Sonnenbrillen.

Achtet laut BfS auf folgende Punkte:

  • Die Brille ist nach der EU‑Norm DIN EN ISO 12312‑2:2015 für den direkten Blick in die Sonne gekennzeichnet und trägt ein CE‑Symbol.
  • Benutzungs‑ und Warnhinweise liegen bei.
  • Die Filterfolie ist frei von Kratzern, Löchern, Rissen und Ablösungen am Übergang zur Pappe. Beschädigte Brillen sollen auf keinen Fall verwendet werden.
  • Gute Schutzbrillen haben extrabreite Bügel und liegen dicht am Gesicht an, um Streulicht möglichst zu blockieren.

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Finger weg von teils gefährlichen »Hausmitteln«

Klingt vielleicht praktisch, ist aber gefährlich: Das BfS warnt ausdrücklich vor selbstgebastelten Filterlösungen wie rußgeschwärzten Gläsern, alten schwarzen Filmstreifen, CDs oder ähnlichen Improvisationen – sie bieten keinen zuverlässigen Schutz. Ebenso wenig geeignet sind normale Sonnenbrillen, selbst wenn sie dunkel erscheinen.

Ebenfalls tabu ist die Beobachtung der Sonnenfinsternis mit Ferngläsern, Kameras oder Teleskopen ohne geeignete, vor der Optik montierte Filter, weil die Geräte das Licht bündeln und die Strahlung enorm verstärken.

Zuletzt noch ein wichtiger Warnhinweis der Behörde, den ihr immer im Hinterkopf behalten solltet:

»Es gibt kein Warnsignal. Netzhautschäden lösen keinen akuten Schmerz aus. Wenn die Schädigung des Sehvermögens bemerkt wird, ist es schon zu spät. Die Schäden sind vorhanden und heilen nicht mehr.«


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